zwieträchtig

GrammatikAdjektiv
Worttrennungzwie-träch-tig (computergeneriert)
WortzerlegungZwietracht-ig
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

selten voller Zwietracht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Eintracht · einträchtig · einträchtiglich · Einträchtigkeit · Zwietracht · zwieträchtig
Eintracht f. ‘Übereinstimmung (im Denken und in der Gesinnung), Einmütigkeit, Einigkeit, Verträglichkeit’. Im 14. Jh. in der Rechtssprache auftretendes mnd. ēndracht und mhd. (nur md.) eintraht ‘Übereinkunft, Absprache, Vertrag’ ist abgeleitet von mnd. (over)ēndrāgen, (over)ēndrēgen, älter över ēn, in ēn drāgen (mhd. über ein tragen) ‘übereinkommen, -stimmen, sich vertragen, beschließen, vereinbaren’; vgl. frühnhd. übereintragen, nl. overeendragen; s. ↗ein Num. und ↗tragen, ↗Tracht. Eintracht dringt erst im 16./17. Jh. (wesentlich später als einträchtig und Einträchtigkeit, s. unten) vom nd.-md. Sprachgebiet ins Obd. vor. einträchtig Adj. ‘einmütig, friedlich’, mnd. ēndrachtich, ēndrechtich, mhd. (nur md.) eintrehtec (13. Jh.), seit dem 15. Jh. auch obd.; etwa gleich alt ist die Bildung mit Doppelsuffix einträchtiglich Adv. mnd. ēndrachtichlīk, spätmhd. eintrehteclīche. Einträchtigkeit f. mnd. ēndrachtichēt, ēndrechtichēt, mhd. eintrehtecheit (14. Jh.), im 15. Jh. ins Obd. vordringend. Zwietracht f. ‘Uneinigkeit, Zwist’, mnd. twēdracht, twīdracht, mhd. zwitraht (um 1300), abgeleitet von mnd. twēdrāgen, twēdrēgen, entwey drāgen, drēgen, mhd. enzweitragen ‘uneins sein, sich entzweien’; wie Eintracht vom Nd.-Md. ausgehend, jedoch früher auf das Obd. übergreifend. Geläufig in der Verbindung Zwietracht säen ‘Unfrieden stiften’, die lat. discordiās serere folgt. zwieträchtig Adj. ‘uneinig’, mnd. twēdrachtich, mhd. zwitrehtic (14. Jh.). Die ganze Wortgruppe wird vom heutigen Sprachgefühl aus zu ↗trachten (s. d.) gestellt.

Thesaurus

Synonymgruppe
zerstritten · zwieträchtig

Typische Verbindungen
computergeneriert

Eintracht

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zwieträchtig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In Rundfunk und Feuilleton steht seit Wochen der so zwieträchtige wie fruchtbare Austausch zwischen Westeuropa und der arabischen Welt auf dem Programm.
Süddeutsche Zeitung, 04.01.2003
Und weil jede Pathosformel mehrere Formeln in sich birgt, sprach Hofmann von einträchtiger Zwietracht und von zwieträchtiger Eintracht.
Süddeutsche Zeitung, 05.06.2002
Zitationshilfe
„zwieträchtig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/zwieträchtig>, abgerufen am 16.10.2019.

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