zusehen

GrammatikVerb · sieht zu, sah zu, hat zugesehen
Aussprache
Worttrennungzu-se-hen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›zusehen‹ als Erstglied: ↗Zuseher
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
den Blick auf ein bestimmtes Ziel richten, hinsehen
Beispiele:
wir sahen aus sicherer Entfernung zu, als das Bauwerk gesprengt wurde
der Junge hat es getan, als niemand zusah
beim näheren Zusehen stellten wir fest, dass ...
jmdm. (bei etw.) zusehen
jmdn. (bei etw.) beobachten
Beispiele:
ich sah ihr bei der Arbeit zu, konnte den Schlittschuhläufern, Tanzenden stundenlang zusehen
wir haben den Kindern beim Spielen zugesehen
ich kann das nicht, wenn man mir zusieht
jmdm. gedankenvoll zusehen
das habe ich vom bloßen Zusehen gelernt
schon vom Zusehen wurde mir schwindlig
übertragen
Beispiele:
eine Weile will ich noch zusehen (= abwarten), aber dann werde ich etw. dagegen unternehmen
sollen wir ruhig zusehen (= mit ansehen), wie er sich ruiniert?
kannst du zusehen, wie ungerecht er seine Leute behandelt?
2.
umgangssprachlich sich bemühen, achtgeben
Beispiele:
ich musste allein zusehen, wie ich durchkam
sieh zu, dass du nicht fällst, dass du bald gesund wirst, heil, pünktlich nach Haus kommst!
sieh zu, wo du bleibst!

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) waches Auge haben (auf) · (etwas) im Blick haben · (jemandem/etwas) Beachtung schenken · (sein) Augenmerk richten (auf) · ↗beachten · ↗beobachten · ↗bewachen · ↗hüten · ↗zuschauen · zusehen  ●  (etwas) in Evidenz halten  österr. · (etwas) im Auge behalten  ugs. · ein Auge auf etwas werfen  ugs.
Oberbegriffe
  • (die) Augen offen haben · (die) Augen offen halten · (sehr) aufmerksam sein · ↗(sich) vorsehen · ↗Acht geben · Vorsicht walten lassen · ↗aufpassen · vorsichtig sein
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeit Schauspiel Spielen Sterben Treiben Weile Zuschauer dabei fassungslos fasziniert gebannt gelassen gerne gleichgültig hilflos lang lange machtlos ohnmächtig ruhig schweigend sehen staunend stundenlang tatenlos teilnahmslos unbeteiligt ungerührt untätig zuhören

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zusehen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er ertrug es nicht, der Nacht bei ihrer Arbeit zuzusehen.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 248
Die Bahn ist voll besetzt, und alle sehen nur tatenlos zu.
Der Tagesspiegel, 01.02.2002
Eine ganze Stadt habe dem Tod ihres Sohnes tatenlos zugesehen, klagte die Mutter an.
Süddeutsche Zeitung, 26.07.2001
So müsse man zusehen, daß man vor Gott bestehen könne.
Khoury, Adel Theodor: Askese. In: Lexikon des Islam, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 146
Die Kirche, bedrückt durch die Verfolgung, mußte weiterhin unfähig zusehen 228.
o. A.: Die Weltkirche im 20. Jahrhundert. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1979], S. 19618
Zitationshilfe
„zusehen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/zusehen>, abgerufen am 19.10.2019.

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