zuschreiben

GrammatikVerb · schrieb zu, hat zugeschrieben
Aussprache
Worttrennungzu-schrei-ben (computergeneriert)
Wortbildung mit ›zuschreiben‹ als Erstglied: ↗Zuschreibung  ·  mit ›zuschreiben‹ als Grundform: ↗Zuschrift
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
jmdm., einer Sache etw. zuschreibenjmdm., einer Sache etw. zur Last legen, jmdn., etw. als Ursache ansehen
Beispiele:
das hast du dir selbst zuzuschreiben (= das ist deine eigene Schuld)
die Folgen hast du dir selbst zuzuschreiben (= für die Folgen bist du selbst verantwortlich)
der Verkehrsunfall war dem starken Nebel zuzuschreiben (= war durch den starken Nebel verursacht)
dieses literarische Werk wurde lange Zeit B zugeschrieben (= man hielt lange Zeit B für den Autor dieses Werkes)
dieser Quelle wird eine gewisse Heilkraft zugeschrieben (= man glaubt, dass diese Quelle eine gewisse Heilkraft besitzt)
ich schrieb diesem Ereignis keinerlei Bedeutung zu (= ich hielt dieses Ereignis für bedeutungslos)
2.
jmdm., einer Sache etw. zuschreibenjmdm. etw. überschreiben, zukommen lassen, etw. auf jmds. Konto übertragen
Beispiele:
jmdm. ein Grundstück zuschreiben (= ein Grundstück auf jmds. Namen eintragen)(lassen)
die Summe, der Gewinn wurde seinem Konto zugeschrieben
3.
jmdm. schriftlich zusagen
Gegenwort zu abschreiben
Beispiel:
er hatte mich eingeladen, und ich hatte ihm zugeschrieben
4.
umgangssprachlich etw. zusätzlich, ergänzend dazuschreiben
Beispiel:
willst du noch einige Worte zuschreiben?
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schreiben · Schreiben · Schrieb · Schreiber · abschreiben · Abschrift · anschreiben · Anschreiben · Anschrift · ausschreiben · beschreiben · Beschreibung · einschreiben · Einschreiben · verschreiben · vorschreiben · Vorschrift · zuschreiben · Zuschrift
schreiben Vb. ‘Buchstaben, Worte, Zahlen, Zeichen, Noten hervorbringen’, ahd. scrīban (8. Jh.), mhd. schrīben ‘(auf)schreiben, verzeichnen, beschreiben, anordnen, verordnen, nennen, schildern, malen’, asächs. skrīƀan, mnd. schrīven, mnl. scrīven, nl. schrijven, aengl. scrīfan ‘anordnen, bestimmen, Beichte hören, Strafe auferlegen’, engl. to shrive ‘beichten, die Beichte abnehmen’, aschwed. skrīva ‘schreiben’, schwed. skriva sind Entlehnungen aus lat. scrībere ‘mit einem spitzen Griffel eingraben, einzeichnen, schreiben, (schriftlich) auftragen, anordnen, befehlen, ernennen, festsetzen, (Soldaten) anwerben, ausheben’, die im Germ. starke (nur aschwed. mitunter auch schwache) Flexion annehmen. Der Übergang ins Germ. macht zwei Entlehnungsvorgänge wahrscheinlich, und zwar einen früheren im Sinne von ‘anordnen, bestimmen’ (s. oben aengl. scrīfan und vgl. asächs. biskrīƀan ‘sich kümmern, sich zurückhalten’) und einen späteren im Sinne von ‘(lateinische Schriftzeichen) schreiben’. Die engl. Sonderentwicklung (s. oben) führt dazu, daß für ‘schreiben’ engl. to write eingetreten ist, die alte germ. Bezeichnung für das Einritzen der Runen (s. ↗reißen). Schreiben n. ‘Schriftstück, Brief’ (16. Jh.), substantivierter Infinitiv; dafür umgangssprachlich oft die nach Art der Verbalabstrakta ablautende Bildung Schrieb m. (um 1900). Schreiber m. ‘wer schreibt’, ehemals Berufsbezeichnung, ahd. skrībāri (8. Jh.), mhd. schrībære, auch ‘Kanzler, Notar, Schriftgelehrter, Dichter, Tafelaufseher’. abschreiben Vb. ‘kopieren, aus einem Schriftstück streichen’ (seit mhd. Zeit), ‘eine Summe abbuchen, streichen, schriftlich absagen’ (15. Jh.), ‘ein Schreibgerät abnutzen’ (17. Jh.), mhd. abeschrīben. Abschrift f. ‘Kopie’, mhd. abeschrift. anschreiben Vb. ‘sichtbar aufschreiben’, mhd. aneschrīben; dann auch ‘(eine Geldsumme) zu späterer Bezahlung notieren, Waren auf Kredit geben’ (15. Jh.), daher gut oder schlecht angeschrieben sein ‘einen guten oder schlechten Ruf haben’ (17. Jh.); heute auch ‘an jmdn. schreiben’ (20. Jh.), möglicherweise Neubildung zu Anschreiben n. ‘Brief’ (16. Jh.). Anschrift f. ‘Briefaufschrift’ (17. Jh., Zesen). ausschreiben Vb. ‘herausschreiben, (eine vakante Stelle u. dgl.) bekanntgeben, nicht abkürzen’, mhd. ūʒschrīben ‘herausschreiben, bekanntmachen’. beschreiben Vb. ‘mit Worten schildern, darstellen, mit Schriftzeichen bedecken’, mhd. beschrīben ‘schreiben, aufzeichnen, schildern, schriftlich auffordern zu kommen’; Beschreibung f. ‘Schilderung’, mhd. beschrībunge. einschreiben Vb. ‘schriftlich eintragen’ (15. Jh.); Einschreiben n. seit 1875 für Rekommandation ‘eine durch Aushändigung einer Empfangsbestätigung besonders registrierte Postsendung’, eigentlich ‘eine (zur sorgfältigen Beförderung) empfohlene Postsendung’. verschreiben Vb. ‘verordnen, beim Schreiben versehentlich Fehler machen’ (17. Jh.), sich jmdm., einer Sache verschreiben ‘verpflichten, übergeben’ (18. Jh.), mhd. verschrīben ‘(auf)schreiben, verzeichnen, schriftlich festsetzen, beschreiben, schriftlich mitteilen, zuerkennen’. vorschreiben Vb. ‘als Muster schreiben, Anweisung erteilen’ (16. Jh.), älter ‘vor etw. schreiben’, ahd. furiscrīban ‘an den Anfang schreiben’ (11. Jh.), mhd. vorschrīben. Vorschrift f. ‘Muster zum Nachschreiben’ (17. Jh.), ‘Anweisung für Verhalten und Tun’ (18. Jh.); vgl. ahd. forascrift ‘Vorangeschriebenes, Überschrift, Titel’ (um 1000). zuschreiben Vb. ‘jmdn. für den Urheber von etw. halten, erklären, etw. auf jmdn. zurückführen, ihn mit etw. in Verbindung bringen’ (16. Jh.), ahd. zuoscrīban ‘schriftlich hinzu-, anfügen’ (10. Jh.), spätmhd. zuoschrīben ‘schriftlich zusichern, melden’. Zuschrift f. ‘Hinzugeschriebenes’ (16. Jh.), ‘eine Art Vorwort an den Leser eines Buches’ (17. Jh.), ‘Brief’ (18. Jh.).

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
zurechnen · zuschreiben

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anschlag Attentat Ausspruch Bedeutung Eigenschaft Einfluß Erfindung Erfolg Fähigkeit Kompetenz Mitschuld Mitverantwortung Mißerfolg Rolle Schlüsselrolle Schuld Umstand Unrecht Urheberschaft Verantwortung Verdienst Wirken Wirkung Zufall allein ausschließlich schreiben selber selbst zuletzt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zuschreiben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So bleibt mir etwas zugeschrieben, was ich nie gefordert habe.
Süddeutsche Zeitung, 20.11.1998
Ich selbst kann das Erscheinen so manches meiner Bücher mit Sicherheit nur solcher Handhabung zuschreiben.
Der Tagesspiegel, 18.03.1997
Die Schuld an der für ihn so peinlich abgelaufenen Szene schrieb er natürlich mir zu.
Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464
Schließlich schrieben die Christen sich aber doch den Sieg zu.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Dritter Teil: Das Mittelalter, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1923], S. 28902
Wer genesen war, schrieb den schlichten Mitteln des kleinen Deutschen alles zu.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 404
Zitationshilfe
„zuschreiben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/zuschreiben>, abgerufen am 19.04.2019.

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