zusagen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungzu-sa-gen
Wortzerlegungzu-sagen
Wortbildung mit ›zusagen‹ als Grundform: ↗Zusage
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
(jmdm.) etw. zusagen(jmdm.) seine Zustimmung zu etw. geben
Beispiele:
ich habe (ihm) auf seine Einladung (hin) zugesagt
er hat seinen Besuch (für Sonntag), sein Kommen, seine Teilnahme fest zugesagt
sie hat eine zusagende Antwort, (einen) zusagenden Bescheid erhalten, gegeben
(jmdm.) etw. als sicher versprechen
Beispiele:
jmdm. eine Prämie zusagen
schnelle Hilfe zusagen
eine verbindlich zugesagte Unterstützung, Entschädigung
2.
etw. sagt jmdm. zu (= etw. gefällt jmdm., entspricht jmds. Geschmack, Neigungen)
Beispiele:
diese Tätigkeit, Umgebung, die neue Wohnung, das Kleid, Buch sagt mir zu
dieser Wein sagt mir zu (= schmeckt mir)
seine neue Arbeit sagt ihm (gar nicht) zu
ich habe noch nichts, was mir zusagt, nichts Zusagendes (= Annehmbares) gefunden
3.
umgangssprachlich jmdm. etw. auf den Kopf zusagen (= jmdm. etw. direkt, unverblümt sagen)
Beispiel:
sie sagte ihm den Betrug, die Tat auf den Kopf zu
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sagen · absagen · Absage · ansagen · Ansage · Ansager · aussagen · Aussage · besagen · entsagen · Entsagung · entsagungsvoll · untersagen · versagen · Versager · zusagen · Zusage · unsagbar · unsäglich
sagen Vb. ‘äußern, aussprechen, reden, behaupten, erklären’, (reflexiv) ‘sich überlegen’, ahd. sagēn (8. Jh.), mhd. sagen, mnl. sāghen (germ. *sagēn) stehen neben der (mit Umlaut bewirkendem j-Suffix gebildeten) Gruppe asächs. seggian, mnd. seggen, mnl. segghen, nl. zeggen, aengl. secgan, engl. to say, anord. segja, schwed. säga (germ. *sagjan). Außergerm. lassen sich vergleichen air. insce ‘Rede’, aithesc ‘Antwort’, lat. īnseque ‘sag an, erzähle’, inquit ‘er sagte’, griech. en(n)épein (ἐν(ν)έπειν) ‘ansagen, verkünden, erzählen’, dazu (Aorist) enispé͞in (ἐνισπεῖν), lit. sakýti (mundartlich noch sèkti) ‘sagen, erzählen’, sèkti ‘(nach)folgen, (nach)spüren’, lett. sekt ‘suchen, ausfindig machen’, aruss. sočiti ‘suchen, ausforschen’, russ. (älter) sočít’ (сочить) ‘suchen, aufspüren’. Für die daraus zu erschließende Wurzel ie. *seku̯- kann man eine Bedeutung ‘wittern, spüren’ (vom Hund bei der Jagd) voraussetzen, die sich einerseits zu ‘zeigen, ankündigen’ und ‘sagen’, andrerseits zu ‘folgen’, auch ‘mit den Augen folgen’ weiterentwickelt hat, so daß auch die unter ↗sehen (s. d.) genannten Formen als Verwandte heranzuziehen sind. absagen Vb. ‘Zugesagtes, Angekündigtes rückgängig machen, etw. aufgeben, darauf verzichten’, mhd. abesagen ‘mit Worten zurückweisen, aufkündigen, rückgängig machen’; Absage f. ‘Ablehnung, Zurücknahme, Verzicht’, mhd. abesage, frühnhd. auch ‘Aufkündigung der Freundschaft, Fehdebrief’; vgl. ahd. abasaga ‘verneinende Aussage’ (um 1000). ansagen Vb. ‘ankündigen, mitteilen’, ahd. anasagēn ‘einwenden, anklagen’ (10. Jh.), mhd. anesagen ‘eingestehen, mitteilen, zusagen, versprechen, anklagen’; Ansage f. ‘Verkündigung, Mitteilung’, ahd. anasaga ‘Aussage’ (10. Jh.), mhd. anesage ‘Aussage, Behauptung, Mitteilung’; Ansager m. ‘wer etw. mitteilt’, heute besonders ‘Sprecher’ (in Rundfunk und Fernsehen), ahd. anasagāri ‘Ankläger’ (10. Jh.), mhd. anesager. aussagen Vb. ‘mitteilen, erklären, ausdrücken’, besonders vor Gericht aussagen, spätmhd. ūʒsagen; Aussage f. ‘Erklärung, Mitteilung, Ausdruck’ (15. Jh.). besagen Vb. ‘bedeuten, ausdrücken’, ahd. bisagēn ‘zusprechen, zuerkennen, auslegen, erklären’ (9. Jh.), mhd. besagen ‘sagen, bezeugen, zusprechen, aussagen, anklagen’. entsagen Vb. ‘verzichten’, ahd. intsagēn ‘freisprechen, sich lossagen’ (8. Jh.), mhd. entsagen ‘Fehde ansagen, entschuldigen, verteidigen, lossagen, vorenthalten, leugnen, verheimlichen’; Entsagung f. ‘Verzicht’ (17. Jh.); entsagungsvoll Adj. ‘schmerzlich verzichtend’ (19. Jh.). untersagen Vb. ‘rügen, verbieten’, ahd. untarsagēn ‘mit Worten darlegen, besprechen, mitteilen’ (9. Jh.), mhd. undersagen, auch (unter dem Einfluß von lat. interdīcere) ‘verbieten’. versagen Vb. ‘abschlagen, verweigern, gestellte Erwartungen, Anforderungen nicht erfüllen, scheitern’, ahd. firsagēn ‘verweigern, verschmähen, leugnen, nicht zuerkennen, sich lossagen’ (9. Jh.), mhd. versagen ‘absagen, an-, aussagen (bis zum Ende), ableugnen, verweigern, abschlagen, sich lossagen’; Versager m. ‘wer Erwartungen, Anforderungen nicht erfüllt’, älter ‘Verleumder’ (16. Jh.). zusagen Vb. ‘zustimmen, versprechen, gefallen’, mhd. zuosagen; Zusage f. ‘Zustimmung, Versprechen’ (15. Jh.). unsagbar Adj. ‘unaussprechlich, unbeschreiblich’, mhd. unsagebære; auch verstärkend ‘in höchstem Maße’, vgl. unsagbar schlecht. unsäglich Adj. ‘unaussprechlich’, mhd. unsagelich, unsegelich.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sein) Einverständnis erklären · (sich) zustimmend äußern · ↗akzeptieren · ↗annehmen · ↗bejahen · ↗einwilligen · zusagen · ↗zustimmen  ●  ↗konsentieren  veraltet
Assoziationen
Antonyme
  • zusagen
Synonymgruppe
(es gibt) (viel) Beifall für · (gut) angenommen werden · (jemandem) angenehm (sein) · ↗(jemandem) behagen · ↗(jemandem) gefallen · ↗(jemandem) passen · (jemandem) sympathisch sein · Anklang finden (bei) · Gefallen finden (an) · Zuspruch erfahren · Zuspruch finden · akzeptiert werden · auf Gegenliebe stoßen · auf Resonanz stoßen (bei) · auf Sympathie stoßen · auf Zustimmung treffen · begrüßt werden · freundlich aufgenommen werden · nach jemandes Geschmack sein · positiv aufgenommen werden · zusagen  ●  auf fruchtbaren Boden fallen (Vorschlag, Idee)  fig. · ↗(jemandem) konvenieren  geh. · gut ankommen (bei)  ugs.
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
(eine) Zusage abgeben · (eine) Zusage machen · (sich) einverstanden erklären · ↗akzeptieren (jemandes Vorstellungen, Konzeption, Angebot) · eingehen auf (Angebot, Vorschlag, Bedingungen) · ↗einschlagen (Handgeste) · ↗einwilligen (in) · zusagen · ↗zustimmen · zustimmend aufnehmen  ●  ↗annehmen (Angebot)  Hauptform
Assoziationen
Antonyme
  • zusagen
Synonymgruppe
beteuern · ↗versichern · zusagen · ↗zusichern
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem) genehm · ↗(jemandem) passen · ↗(jemandem) recht · (jemandem) zusagen · gelegen kommen · ↗kommod · ↗passend  ●  ↗gefällig (sein)  geh. · ↗konvenieren  geh.
Assoziationen
  • (jemandem) gerade recht kommen · (jemandem) gut in den Kram passen
  • (jemandem) entgegenkommen · (jemandem) zusagen · (jemandes) Erwartungen entsprechen · in jemandes Sinne liegen  ●  auf jemandes Linie liegen  fig. · (das) sein, was jemand (haben) will  ugs. · ↗(gut) passen  ugs.
Synonymgruppe
(jemandem) entgegenkommen · (jemandem) zusagen · (jemandes) Erwartungen entsprechen · in jemandes Sinne liegen  ●  auf jemandes Linie liegen  fig. · (das) sein, was jemand (haben) will  ugs. · ↗(gut) passen  ugs.
Assoziationen
  • (jemandem) genehm · ↗(jemandem) passen · ↗(jemandem) recht · (jemandem) zusagen · gelegen kommen · ↗kommod · ↗passend  ●  ↗gefällig (sein)  geh. · ↗konvenieren  geh.
  • (sich) gesprächsbereit zeigen · (sich) kompromissbereit zeigen · auf jemandes Vorstellungen (Wünsche, ...) eingehen · ↗gesprächsbereit (sein) · mit sich reden lassen · zu Kompromissen bereit sein · zu Zugeständnissen bereit sein  ●  ↗(jemandem) entgegenkommen  fig.
  • (jemandem etwas) recht machen wollen · (jemandes) Erwartungen zu entsprechen versuchen · (jemandes) Wünschen gerecht zu werden versuchen · (jemandes) Wünschen nachzukommen versuchen  ●  (jemandem) zu Gefallen sein  geh., veraltet

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bund Bundeskanzler Bundeskanzlerin Bundesregierung Erscheinen Finanzhilfe Gegenzug Hilfe Höhe Kanzler Kommen Kredit Lieferung Milliarde Million Ministerpräsident Mitarbeit Mitwirkung Prüfung Regierung Soforthilfe Teilnahme US-Präsident Unterstützung Weltbank Wiederaufbau sagen sofort spontan verbindlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zusagen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Rot-Grün hatte den Betrieben dafür zugesagt, auf eine gesetzliche Abgabe zu verzichten.
Süddeutsche Zeitung, 06.07.2004
Darüber hinaus sollen die Bayern zugesagt haben, weitere 60 Millionen Euro zu investieren.
Der Tagesspiegel, 30.09.2003
Diese Tätigkeit sagte ihm sehr zu, ließ ihm aber kaum Zeit zum Komponieren.
Briquet, Marie u. Vigué, Jean: Herold (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1957], S. 34844
Ich sagte das zu; aber es ist uns nie gelungen, sie zu finden.
o. A.: Einhunderteinundfünfzigster Tag. Montag, 10. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 23593
Als Berger aufwachte, sagte ich ihm das auf den Kopf zu.
Friedländer, Hugo: Die Ermordung der achtjährigen Lucie Berlin. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 6453
Zitationshilfe
„zusagen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/zusagen>, abgerufen am 16.10.2019.

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