zufallen

GrammatikVerb · fällt zu, fiel zu, ist zugefallen
Aussprache
Worttrennungzu-fal-len
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
etw. fällt zuetw. schließt sich von selbst, ohne Zutun eines Menschen
Beispiele:
eine Tür fällt zu
ihm fielen vor Müdigkeit die Augen zu
2.
jmdm. fällt etw. zu
a)
etw. geht in jmds. Eigentum über
Beispiel:
dieses Grundstück ist ihm durch seine Heirat, als Erbteil zugefallen
b)
jmd. muss etw. als Aufgabe übernehmen
Beispiel:
jmdm. fällt eine Aufgabe, Rolle, viel Arbeit zu
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zufall · zufallen · zufällig
Zufall m. ‘unerwartetes, unvorhergesehenes Geschehen’ (vorgebildet im 16. Jh., geläufig seit 17. Jh.), frühnhd. ‘starkes Andrängen, Zulauf, Parteinahme, Beistand, Beifall, Ereignis, Vorkommnis’ und ‘jmdm. zufallender Besitz, Vorteil’ (15. Jh.), mhd. zuoval ‘Anfall, Angriff, das Zuteilwerden’, mnd. tōval, nl. toeval, Verbalabstraktum zu zufallen (s. unten). Schon früh steht das Substantiv als Entsprechung von lat. accidēns n. ‘das Unwesentliche, Äußere, Zufall, unglückliches Ereignis’, spätlat. ‘Krankheitserscheinung’, mlat. auch ‘Eigenschaft, Merkmal’ (substantiviertes Part. Präs. von lat. accidere ‘auf etw. niederfallen, zu etw. hindringen, geschehen, ablaufen, widerfahren’); zuerst bei den mhd. Mystikern ‘was als Äußerliches zum Wesen hinzukommt, das Nicht-Ursprüngliche’ (Seuse, Tauler), dann in den Naturwissenschaften ‘die Stoffe unterscheidende Eigenschaft’ (16. Jh.), in der Medizin ‘von außen kommende krankhafte Störung, Krankheitserscheinung, Symptom’ (16. Jh.), auch ‘Anfall’ (17. Jh.). zufallen Vb. ‘zuteil werden, (als Anteil, durch Erbschaft) zugesprochen werden’, frühnhd. auch ‘hinzukommen, auf etw. niederfallen, sich jmdm. anschließen, beistimmen’, mhd. zuovallen ‘hinzukommen, zuteil werden, sich ereignen’, mnd. tōvallen; zur Herkunft s. ↗fallen. zufällig Adj. ‘vom Zufall bestimmt, unvorhergesehen’ (17. Jh.), frühnhd. ‘hinzukommend, zugehörig, nicht wesentlich’, mhd. zuovellic ‘nicht wesentlich, sekundär’.

Thesaurus

Synonymgruppe
anheimfallen · zufallen · ↗zufließen · ↗zukommen · ↗zuteilwerden  ●  in den Schoß fallen  fig.
Synonymgruppe
(jemandem) zufallen · in (jemandes) Besitz gelangen · in (jemandes) Besitz kommen  ●  (etwas) jemandem vergönnen  ugs. · ↗(jemandem) zuteil werden  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufgabe Auge Beute Ehre Erbe Erbschaft Führungsrolle Hauptaufgabe Hauptrolle Hauptverantwortung Lid Löwenanteil Part Posten Ressort Rolle Schlüsselfunktion Schlüsselrolle Schlüsselstellung Sonderrolle Tür Verantwortung Vorreiterrolle Vorsitz ausgerechnet automatisch dabei fallen hierbei kampflos

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zufallen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Manchmal sind ihm am Montag in der Schule fast die Augen zugefallen.
Die Zeit, 12.10.2009, Nr. 41
Der Bahn fiele dann lediglich der Betrieb des Netzes zu.
Die Welt, 21.04.2006
Einige Spieler hätten wohl angenommen, der Sieg falle ihnen von selbst zu, ohne dass sie sich besonders dafür anstrengen müssten.
Der Tagesspiegel, 01.04.2002
Der rechtsextremen DVU fielen bei der Wahl 16 Sitze zu.
Süddeutsche Zeitung, 28.04.1999
Mir fallen die Augen zu und doch möchte ich in der Zeit nicht untätig dasitzen.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 16.08.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„zufallen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/zufallen>, abgerufen am 24.08.2019.

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