zischeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungzi-scheln (computergeneriert)
Wortbildung mit ›zischeln‹ als Letztglied: ↗zuzischeln  ·  mit ›zischeln‹ als Grundform: ↗Gezischel · ↗Zischelei
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
(in ärgerlichem oder eindringlich scharfem Ton) in einer Sprechweise flüstern, bei der besonders die Zischlaute hervortreten
Beispiele:
jmdm. etw. ins Ohr zischeln
Karoline ... zischelte in jenem Flüsterton, der eine besondere Rücksicht andeuten sollte, in Wahrheit jedoch viel auffälliger war als die gewöhnliche Sprechweise [WeiskopfAbschied v. Frieden1,47]
[Eva] zischelt etwas zwischen den Zähnen [SpoerlFeuerzangenbowle233]
»Laß jetzt wenigstens deine Flachsereien«, zischelte Papke wütend [BredelVäter232]
2.
abwertend versteckt und flüsternd Böses über jmdn., etw. reden, klatschen
Beispiele:
hinter seinem Rücken wurde gezischelt
was habt ihr wieder zu zischeln?
die Kaffeetanten zischelten [GrassBlechtrommel138]
Es ist über diese Untat ... so viel gezischelt und geschwätzt worden [Th. Mann11,552]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zischen · zischeln · Zischlaut
zischen Vb. ‘einen scharfen Ton hervorbringen’, auch ‘flüstern’, lautnachahmende Bildung (1. Hälfte 16. Jh.) wie mnd. sissen, tzissen, mnl. sissen, tsissen, nl. sissen. Dazu die Iterativbildung zischeln Vb. ‘zischend flüstern, tuscheln’ (2. Hälfte 17. Jh.). Zischlaut m. in der Phonetik Bezeichnung des S- und Sch-Lautes, ‘Sibilant’ (1. Hälfte 18. Jh.; vgl. grob-zischender Laut, Schottel, 1641), ‘(zischendes) Geräusch als Ausdruck des Mißfallens’ (Anfang 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
zischeln · ↗zischen  ●  schhh machen  ugs.
Oberbegriffe
  • Laute von sich geben
Assoziationen
  • Ruhe jetzt! · Ruhe! · leise! · still!  ●  sei still!  variabel · Ruhe da hinten auf den billigen Plätzen!  ugs., scherzhaft · Ruhe da hinten!  ugs. · Ruhe im Glied!  ugs., veraltend, militärisch · gib endlich Ruhe!  ugs. · pscht!  ugs. · psst!  ugs. · pst!  ugs. · schh!  ugs. · schhh!  ugs.
Synonymgruppe
(die) Stimme dämpfen · (jemandem etwas) ins Ohr sagen · ↗(jemandem etwas) zuflüstern · ↗hauchen · hinter vorgehaltener Hand (zuflüstern o.ä.) · leise sprechen · mit tonloser Stimme (sagen o.ä.) · ↗munkeln · ↗raunen · ↗säuseln · ↗tonlos (sprechen o.ä.) · ↗tuscheln · ↗wispern · zischeln  ●  ↗flüstern  Hauptform
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
blubbern · brizzeln (Kurzschluss) · spritzeln · ↗sprudeln · zischeln · ↗zischen
Oberbegriffe
  • (ein) Geräusch machen · zu hören sein
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dame Ohr Rücken Schlange Zunge hin raunen tuscheln wispern zu

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zischeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie aus einer anderen Welt zischelt es fortwährend durch das Theater.
Die Zeit, 11.10.2004, Nr. 41
Schlangengleich nimmt er den Raum ein, zischelt hier und raunt dort.
Süddeutsche Zeitung, 12.10.2002
Die anderen umlagerten den Wagen, bangten um jedes Wort des Reporters, zischelten und ermahnten sich zur Ruhe.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 893
Das Volk rings reckte die Hälse und begann zu deuten und zu zischeln.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1917], S. 116
Es gilt, unsere Schuld in die Welt zu pauken, zu posaunen, zu läuten, zu zischeln, zu heulen.
Klabund: Bracke. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 2325
Zitationshilfe
„zischeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/zischeln>, abgerufen am 16.10.2019.

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