ziemen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungzie-men (computergeneriert)
Wortbildung mit ›ziemen‹ als Grundform: ↗geziemen
eWDG, 1977

Bedeutung

gehoben, veraltend
1.
etw. ziemt sichetw. gehört sich, schickt sich
Beispiele:
es ziemt sich nicht, sie warten zu lassen
Willst du genau erfahren, was sich ziemt, / So frage nur bei edlen Frauen an [GoetheTassoII 1]
2.
jmdm. ziemt etw.jmdm. kommt etw. zu
Beispiel:
Steh auf von diesem Platz, der dir nicht ziemt [SchillerJungfr. v. OrleansI 10]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ziemen · geziemen · ziemlich
ziemen Vb. ‘angemessen sein’, reflexiv ‘sich schicken’. Das ehemals stark flektierende Verb ahd. zeman ‘sich fügen, ziemen, passen’ (9. Jh.), mhd. zemen ‘ziemen, passen, angemessen sein, taugen, scheinen, behagen’, md. auch zimen reflexiv ‘sich dünken’, mnd. mnl. tēmen hat neben sich das gleichbed. Präfixverb geziemen Vb. ahd. gizeman (um 800), mhd. gezemen, mnd. getēmen, mnl. ghetēmen, got. gatiman. Damit verbinden sich ahd. zimīg ‘geziemend, würdig, schicklich, anmutig’ (um 1000; unzimīg ‘unwürdig’, 9. Jh.), dehnstufig gizāmi ‘passend, angemessen, schicklich’ (9. Jh.), gizāmi n. ‘das Geziemende, Schickliche, Angemessene’ (9. Jh.), mnd. betāme, got. gatēmiba ‘geziemend’ (germ. *tēmi-) sowie die unter ↗Zunft und ↗Zimmer (s. d.) angeführten Formen. Auszugehen ist von der Wurzel ie. *dem(ə)- ‘bauen’, eigentlich ‘(zusammen)fügen’ (ein Zusammenhang mit der unter ↗zähmen, s. d., genannten Grundlage ist nicht gesichert). ziemlich Adj. ‘geziemend, gebührend, beachtlich’, als Adv. (seit 16. Jh.) ‘in verhältnismäßig hohem, reichlichem Maße, annähernd, ungefähr’, ahd. zimilīh (um 1000), mhd. zim(e)lich ‘schicklich, gebührend, geziemend’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(den normalen) Anstandsregeln entsprechen · (den) bürgerlichen Gepflogenheiten entsprechen · ↗(sich) gehören · ↗(sich) schicken · Pflicht sein · angemessen sein · vom Anstand geboten sein  ●  (sich) ziemen  veraltet · (den) Anstandsregeln Genüge tun  geh. · (etwas) bringen können  ugs. · (etwas) gebietet (schon allein) der Anstand  geh. · ↗(sich) geziemen  geh., veraltet · ↗(sich) passen  geh., veraltend · schicklich sein  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gott akzeptabel es nicht was wohl

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ziemen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber so ein Vergleich ziemt sich nicht an einem solchen Tag.
Der Tagesspiegel, 12.09.2001
Es ziemt sich für uns nicht, diese Frage auch nur zu stellen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1952]
So etwas ziemt höchstens einer vielbeschäftigten Mutter, welche die Spiele ihrer Kinder gern persönlich beaufsichtigt und die Zeit dabei nicht unbenutzt lassen möchte.
Schramm, Hermine [d.i. Meißner, Hermine]: Das richtige Benehmen in der Familie, in der Gesellschaft und im öffentlichen Leben. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1930], S. 10376
Solch ein Blick wie der ziemt wohl dem Feld, doch hier entstellt er sehr.
Bieler, Manfred: Der Bär, Hamburg: Hoffmann und Campe 1983, S. 401
Dies ziemt sich selbst gegenüber einem so lästigen Wesen wie der Amsel.
Katz, Richard: Übern Gartenhag, München u. Zürich: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. 1965, S. 134
Zitationshilfe
„ziemen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/ziemen>, abgerufen am 24.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Zielzustand
Zielzone
Zielwurf
Zielwert
Zielwasser
Ziemer
ziemlich
Ziepchen
Ziepelchen
ziepen