zertrümmern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungzer-trüm-mern (computergeneriert)
Wortbildung mit ›zertrümmern‹ als Erstglied: ↗Zertrümmerung  ·  mit ›zertrümmern‹ als Letztglied: ↗Atomkernzertrümmerung
eWDG, 1977

Bedeutung

etw. in Stücke schlagen, zerstören
Beispiele:
Flaschen, einen Spiegel, eine Fensterscheibe (mit einem Stein), eine Tür zertrümmern
ein Teil der Einrichtung wurde zertrümmert
ein herabstürzender Felsbrocken hätte ihm beinahe den Schädel zertrümmert
Physik einen Atomkern zertrümmern
bildlich
Beispiel:
seine Illusionen waren zertrümmert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Trümmer · Trumm · zertrümmern
Trümmer Plur. ‘Ruinen, Reste, Bruchstücke eines einstmals Ganzen’, verselbständigter Plural von obd. und rhein. Trumm n. m. ‘großer, schwerer Brocken’, ahd. thrum (8. Jh.), mhd. drum, trum, frühnhd. trum ‘Endstück, Ende, Stück, Splitter’, wozu entsprechend mnd. drōm, drȫm, drum, mnl. drom, dreum, drōme ‘Fadenende eines Gewebes’, nl. dreum, drom ‘Endfaden der Kette, Garnabfall’, aengl. þrum in (under)tungeþrum ‘Gewebeband unter der Zunge’, engl. thrum ‘Endfaden der Kette, Garnabfall’ (Weberei) und (ablautend) mnd. dram ‘Endstück’, besonders ‘Fadenende’ (in der Weberei), anord. þrǫmr (aus *þramuR) m. ‘Rand’. Ausgehend von einer Bedeutung ‘Ende, Endstück’, vergleicht man außergerm. aind. *tárman- ‘Ziel, Spitze, Ende’ (vgl. su-tárman- ‘gut zum Ziel führend, eine gute Überfahrt habend’, zu aind. tárati ‘setzt über, fährt darüber, überwindet, übertrifft’), griech. térma (τέρμα) ‘Ziel (der Rennbahn), Endpunkt, höchster Punkt, oberste Gewalt’, lat. terminus ‘Grenzstein, Grenze, Ende, Schluß’ und schließt alle Formen als Bildungen mit m-Suffix an die unter ↗durch (s. d.) angegebene Wurzel ie. *ter(ə)- ‘hinübergelangen, hindurchdringen, überqueren’ an. Neben dem alten Plural mhd. drum (vereinzelt bis ins 17. Jh. belegt) entwickelt sich ein neuer Plural mhd. drumer, nhd. Trümmer, der seit dem 15. Jh. vorherrscht und seit Mitte des 18. Jhs. auch als Singular (f. m. n.) gebraucht wird (bis Ende 19. Jh.). Er steht in poetischer Sprache (Mitte 18. Jh.) speziell für Ruinen, Überreste großer Bauten, dann überhaupt für Überreste großer, bedeutender Gegenstände, aber auch politischer Institutionen, Imperien u. dgl. zertrümmern Vb. ‘in Trümmer zerfallen, mit Gewalt zerschlagen’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
demolieren · ↗einschlagen · ↗entzweischlagen · in Schutt und Asche legen · in Trümmer legen · ↗kaputt machen · ↗kaputtmachen · ↗niederreißen · ↗ramponieren · ↗ruinieren · ↗vernichten · ↗verwüsten · von Grund auf zerstören · ↗zerbrechen · ↗zerfetzen · ↗zerschlagen · ↗zerschmettern · zertrümmern · zuschanden machen  ●  ↗zernichten  veraltet, dichterisch · ↗zerstören  Hauptform · ↗(etwas) plattmachen  ugs. · ↗destruieren  geh. · ↗devastieren  geh. · ↗einhauen  ugs. · ↗himmeln  ugs. · ↗hinmachen  ugs. · in Kleinholz verwandeln  ugs. · kurz und klein schlagen  ugs. · ↗plattmachen  ugs. · ↗schrotten  ugs. · ↗torpedieren  geh., fig. · trashen  ugs. · ↗zerdeppern  ugs. · zerhackstückeln  ugs. · zu Kleinholz machen  ugs. · zu Kleinholz verarbeiten  ugs. · ↗zunichtemachen  geh.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Autoscheibe Axt Baseballschläger Eisenstange Fensterscheibe Frontscheibe Glasscheibe Gullydeckel Hammer Hammerschlag Heckscheibe Hotelzimmer Kniescheibe Mobiliar Nasenbein Nierenstein Pflasterstein Racket Schaufenster Schaufensterscheibe Scheibe Scheiben Schiffsschraube Schläger Schädel Schädeldecke Seitenscheibe Vitrine Vorschlaghammer Windschutzscheibe

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zertrümmern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich verfolge ein anderes Ziel, ich will eine Geschichte doch anders zusammenhalten, als das Stück zu zertrümmern.
Der Tagesspiegel, 04.05.2001
Um ganz sicher zu sein, dass er nicht mehr lebte, zertrümmerten sie seinen Kopf mit einem schweren Stein.
Bild, 30.10.1999
Doch der erste Tote, den wir sahen, zertrümmerte diese Überzeugung.
Remarque, Erich Maria: Im Westen nichts Neues, Berlin: Propyläen 1929, S. 0
Er sagte mir weiter, daß er Polen zertrümmern und das ganze Land annektieren werde.
o. A.: Fünfundachtzigster Tag. Dienstag, 19. März 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 2186
Als er wieder nach unten fiel, zertrümmerte ihn der Schwarze Tod mit einem weiteren Schlag.
Dark, Jason [d.i. Rellergrad, Helmut]: Die Skelett-Vampire, Bergisch Gladbach: Bastei 1992 [1978], S. 55
Zitationshilfe
„zertrümmern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/zertrümmern>, abgerufen am 19.10.2019.

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