zerstückeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungzer-stü-ckeln (computergeneriert)
Wortbildung mit ›zerstückeln‹ als Erstglied: ↗Zerstückelung · ↗Zerstücklung
eWDG, 1977

Bedeutung

etw. gewaltsam in kleine Stücke teilen
Beispiele:
eine zerstückelte Leiche
ein zerstückeltes Land
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stück · bestücken · stückeln · zerstückeln · Stückgut · Stücklohn · Stückwerk
Stück n. ‘Teil eines Ganzen, für sich bestehendes, eigenes Ganzes (Stück Butter, Seife), gezähltes Exemplar (drei Stück Vieh), Schauspiel, musikalische Komposition’, auch Maßbezeichnung (Stück Tuch, Holz), Hohlmaß, ferner (16. Jh.) ‘Kanone’ als Teil einer Batterie, einer Gruppe zusammenwirkender gleichartiger Waffen, ahd. stucki ‘Teil, Abschnitt, eigenes Ganzes, Brocken, Rinde, Kruste’ (8. Jh.), mhd. stück(e), stuck(e) ‘Teil, Abschnitt, Artikel, einzelner ganzer Gegenstand, Ding, Art und Weise, bestimmtes Maß’, asächs. stukki, mnd. stücke, mnl. stucke, stuc, nl. stuk, aengl. stycce, anord. stykki, schwed. styck (germ. *stukkja- mit expressiver Konsonantendoppelung und j-Suffix) ist wie die unter ↗Stock (s. d.) genannten Formen im Sinne von ‘Abgeschlagenes’ zu ie. *(s)teug-, Gutturalerweiterung der unter ↗stoßen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *(s)teu- ‘stoßen, schlagen’, zu stellen. Vgl. kein Stück ‘nichts’, große Stücke (‘viel’) auf jmdn. halten, aus freien Stücken (älter von freien Stücken) ‘freiwillig, ohne Aufforderung’, aus einem Stück (17. Jh.), Stück für Stück (18. Jh.), älter Stück vor Stück (17. Jh.) ‘eins nach dem anderen, der Reihe nach, jedes einzeln’. bestücken Vb. ‘mit Kanonen versehen’ (18. Jh.), ‘mit etw. ausstatten, ausrüsten’ (19. Jh.). stückeln Vb. ‘in kleine Stücke teilen, aus kleinen Stücken zusammensetzen’ (15. Jh.), auch zerstückeln Vb. (16. Jh.). Stückgut n. ‘aus einzelnen Stücken bestehendes Frachtgut’ (17. Jh.), älter ‘rentetragende liegende Habe’ (16. Jh.). Stücklohn m. ‘nach der Anzahl der gefertigten einzelnen Stücke berechneter Lohn’ (um 1600). Stückwerk n. ‘Unfertiges, Unvollkommenes, Mangelhaftes’ (Luther, 16. Jh., als Übersetzung von lat. ex parte, 1. Kor. 13,9), zuvor ‘nach Menge der gefertigten Stücke entlohnte Arbeit’ (Ende 14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
hacken · ↗häckseln · ↗schnetzeln · ↗zerhacken · ↗zerhäckseln · ↗zerkleinern · zerschnetzeln · zerstückeln
Synonymgruppe
aufspalten · ↗aufteilen · ↗durchschneiden · ↗spalten · ↗teilen · ↗zersplittern · zerstückeln
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Axt Beil Kettensäge Küchenmesser Leich Leiche Leichnam Machete Parzelle Säge ausweiden enthaupten erdrosseln ermorden erschlagen erstechen ertränken erwürgen schänden verbrennen verfremden verfüttern vergewaltigen vergraben verscharren verspeisen verstümmeln zerfetzen zerhacken zerschneiden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zerstückeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die jungen Designer schreckten nicht davor zurück, altehrwürdige Titel rücksichtslos zu zerstückeln.
Der Tagesspiegel, 11.06.2004
Am nächsten Morgen zerstückelte die Frau mit einem Messer noch ihr Opfer.
Süddeutsche Zeitung, 28.06.2002
Zwischen Dämmerung und Blaulicht schienen sich die Bilder gegenseitig zu zerstückeln.
Franck, Julia: Lagerfeuer, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2003, S. 181
Denn mein menschenarmes Land ist zerrissen, zerstückelt, preisgegeben mit unglückseligen, offenen Grenzen.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 175
Der Bewegungsablauf darf nicht durch eine künstliche Unterbrechung zerstückelt werden.
Borrmann, Günter u. Mügge, Hans: Gerätturnen in der Schule, Berlin: Volk u. Wissen 1957, S. 154
Zitationshilfe
„zerstückeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/zerstückeln>, abgerufen am 15.10.2019.

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