zerplatzen

GrammatikVerb · zerplatzte, ist zerplatzt
Aussprache
Worttrennungzer-plat-zen (computergeneriert)
Grundformplatzen1
eWDG, 1977

Bedeutung

auseinanderplatzen
Beispiel:
eine Seifenblase, ein Luftballon, eine Leuchtkugel, Bombe zerplatzt
bildlich
Beispiel:
salopp vor Neid, Wut zerplatzen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

platzen · zerplatzen · herausplatzen · Platzregen · Platzpatrone · Platze
platzen Vb. ‘mit großem Knall zerspringen, durch übermäßigen Druck von innen auseinandergerissen werden, bersten’ (um 1600), (vor Lachen, Ärger, Neugier, Zorn) ‘außer sich geraten’ (Anfang 18. Jh.), ‘aus allen Nähten gehen’ (Ende 19. Jh.), ‘ein plötzliches Ende nehmen, scheitern’ (Anfang 20. Jh.). Mhd. blatzen, platzen ‘klatschend aufschlagen, geräuschvoll auffallen, schlagen, hastig stürzen, fallen’ gehört zu mhd. blaz, plaz ‘platschender Schlag’, einer lautmalenden Bildung wie ↗plätschern (s. d.). zerplatzen Vb. ‘auseinanderbersten’ (Ende 16. Jh.); herausplatzen Vb. ‘plötzlich herausbrechen’, übertragen ‘mit Ungeduld eine Neuigkeit erzählen, losprusten’ (Mitte 18. Jh.). Platzregen m. ‘plötzlich in großen Tropfen niederprasselnder Regen’ (Ende 15. Jh.). Platzpatrone f. ‘nur Pulver (in Holz oder Papier), kein Geschoß enthaltende, daher nur knallende Patrone’ (19. Jh.). Platze f. in umgangssprachlichen Wendungen wie die Platze kriegen, sich die Platze ärgern, junge Rückbildung (1. Hälfte 20. Jh.) zu platzen ‘außer sich geraten’ (vor Ärger, Zorn).

Thesaurus

Synonymgruppe
knallen · zerplatzen  ●  peng machen  ugs.
Synonymgruppe
aufplatzen · ↗bersten · in Scherben gehen · in tausend Stücke auseinanderfliegen · in tausend Stücke zerspringen · platzen · ↗reißen · ↗splittern · ↗springen · ↗zerbrechen · zerplatzen · ↗zerschellen · ↗zersplittern · ↗zerspringen · zu Bruch gehen
Oberbegriffe
Synonymgruppe
(sich) als Illusion herausstellen · (sich) als unrealistisch erweisen · (sich) nicht erfüllen · (sich) nicht realisieren · (zer)platzen wie eine Seifenblase · nicht Realität werden · nicht in Erfüllung gehen  ●  (sich) zerschlagen (Hoffnungen)  fig. · zerplatzen (Träume)  fig. · (in sich) zusammenfallen wie ein Kartenhaus  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atomkern Aufprall Ballon Berührung Blase Blütentraum Bruchstück Bug Farbbeutel Fensterscheibe Feuerball Hinsehen Illusion Knall Komet Lebenstraum Luftballon Luftblase Medaillentraum Meteorit Regentropfen Schneeball Schädel Seifenblase Sektflasche Teilchen Traum Tropfen Windschutzscheibe jäh

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zerplatzen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das künstlerische Ergebnis jedoch lässt diese schöne Idee gleich wieder zerplatzen.
Die Zeit, 13.12.2010, Nr. 50
Das Brett zerplatzt, Splitter regnen auf den 23 Jahre alten Studenten nieder.
Die Welt, 09.01.2004
Und nun fürchte ich, es möchte zerplatzen wie eine übertriebene Seifenblase.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1928. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1928], S. 272
Statt darüber zu lachen, wollte Weitbrecht vor Wut schier zerplatzen.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 2. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 1583
Ein Füllhorn zerplatzte und warf den krachenden Regen der Sterne in riesigen Bogen empor.
Langgässer, Elisabeth: Das unauslöschliche Siegel, Hamburg: Claassen 1959 [1946], S. 275
Zitationshilfe
„zerplatzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/zerplatzen>, abgerufen am 26.06.2019.

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