zelten

GrammatikVerb · zeltete, hat gezeltet
Aussprache
Worttrennungzel-ten
Wortbildung mit ›zelten‹ als Letztglied: ↗anzelten
eWDG, 1977

Bedeutung

in einem Zelt wohnen, übernachten
Beispiele:
auf einem Zeltplatz, Campingplatz zelten
in diesem Sommer wollen wir wieder (an einem See) zelten
am Wochenende fahren sie immer zelten, waren sie zelten
sie haben in den Ferien an der Ostsee gezeltet
an diesem Ufer ist das Zelten verboten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zelt · zelten
Zelt n. aus Stoffbahnen bestehende, mit Hilfe von Stangen aufzubauende Unterkunft, ahd. (9. Jh.), mhd. zelt, mnd. telt, telde, mnl. telt, aengl. teld (engl. tilt ‘Plane, Verdeck’), anord. tjald, auch ‘Wandteppich’, schwed. tält ‘Zelt’ sind Kurzformen neben ahd. gizelt (um 800), mhd. gezelt, mnd. mnl. getelt, aengl. geteld. Herkunft ungewiß. Vielleicht zu verbinden mit einem in aengl. be-, oferteldan ‘überdecken, umgeben’ bewahrten germ. Verb (dessen starke Flexion wohl sekundär, vgl. Seebold 501); weitere Beziehungen unklar. Oder man geht von einer (nicht belegten) Bedeutung ‘Holzstück, Stütz-, Zeltstange’ aus und sieht in dem Substantiv eine Bildung mit t-Suffix zu der unter ↗Zoll (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *del(ə)- ‘spalten, schnitzen, kunstvoll behauen’. zelten Vb. ‘in einem Zelt wohnen, übernachten’ (Anfang 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
biwakieren · ↗campen · ↗kampieren · ↗lagern · zelten  ●  ↗campieren  österr., schweiz.
Oberbegriffe
  • sonstige Verben
Assoziationen
  • Erdnagel · ↗Hering · Leinennagel · Seilnagel · Spannnagel · Zelthering · Zeltnagel · ↗Zeltpflock
  • (sich irgendwo) niedergelassen haben · (sich irgendwohin) gelegt haben  ●  ↗lagern (Person)  Hauptform · es sich gemütlich gemacht haben  ugs., ironisierend

Typische Verbindungen
computergeneriert

Campingplatz Fan Garten Gelände Insel Jugendliche Meer Nacht Nähe Regen See Sommer Strand Ufer Wald Wiese angeln gern kostenlos lieber schlafen wandern wild zusammen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zelten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir gehen dieses Jahr auf unsere alten Tage wieder zelten.
Die Zeit, 10.03.2005, Nr. 11
Als ihn am Abend niemand mehr mitnehmen wollte, musste er mitten im Wald zelten.
Die Welt, 14.11.2003
Immer mehr zelten auf dem schwarzverwitterten Sandstein für eine Nacht.
o. A.: Götter auf dem Schleudersitz. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1999 [1998]
Dann kann man doch besser draußen spielen, baden oder zelten.
Der Tagesspiegel, 17.08.2001
Ob das VW-Direktorium rund um Wolfsburg wandert und zeltet und so dem Hedonismus praktisch wie symbolisch einen schweren Schlag versetzt, ist unerforscht.
konkret, 1995
Zitationshilfe
„zelten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/zelten>, abgerufen am 19.10.2019.

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