zünftig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungzünf-tig
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich ordentlich, tüchtig (in seinem Fach, auf seinem Gebiet)
Beispiele:
dieses Buch ist eine Fundgrube für den zünftigen Angler, Briefmarkensammler, Kleingärtner
ein zünftiger Motorradfahrer trägt einen Sturzhelm
dieses Institut hat sogar ein zünftiges Blasorchester, eine zünftige Handballmannschaft
sein Vater meinte, er sollte erst einmal ein zünftiges (= richtiges) Handwerk lernen
zweckmäßig, fachmännisch
Beispiele:
eine zünftige Skiausrüstung
er trug eine zünftige Jägeruniform
die zünftige weiße Mütze des Kochs
gehörig, wie es sein soll
Beispiele:
ein zünftiger Skatabend
eine zünftige Silvesterfeier mit Karpfen und Punsch
zu einem zünftigen Katerfrühstück gehört ein saurer Hering
zünftig Fasching feiern
wir wollen heute abend ein zünftiges (= gutes) Bier trinken
sie gab ihm eine zünftige (= kräftige) Ohrfeige
2.
historisch dem Zunftwesen entsprechend, auf dem Zunftwesen beruhend
Beispiel:
Der zünftige Gewerbebetrieb der Städte produzierte schon für weitere Kreise und für entlegenere Märkte [MehringDt. Geschichte37]
einer Zunft angehörend
Beispiel:
ein zünftiger Meister, Geselle
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zunft · zünftig
Zunft f. ‘Zusammenschluß von Handwerkern zur gemeinsamen Interessenwahrung, Innung’, ahd. zumft, gizumft, -zunft ‘Gemeinschaft, Zusammenkunft, Übereinkunft, Vertrag’ (9. Jh.), mhd. zunft, zumft ‘Regel, Schicklichkeit, Würde, nach bestimmten Regeln eingerichtete Gesellschaft, Verein’, mit Wandel von m zu n (s. ↗Kunft und ↗kommen) schwundstufiges ti-Abstraktum zu dem unter ↗ziemen (s. d.) behandelten Verb. Von der alten Verbalbedeutung ‘passen, sich gehören, angemessen sein, gebühren’ und daher ‘innerlich und äußerlich übereinstimmen’ ausgehend, steht das Substantiv zunächst für ‘Vertrag, Regel, nach der eine Gemeinschaft lebt’, danach für ‘Vereinigung (von Handwerkern)’. Zunft ist ein obd. Wort (13. Jh. Basel, bald auch Ulm, Würzburg), begegnet im 14. Jh. am Mittelrhein und wandert weiter nach Osten. Lange Zeit wird es mit bedeutungsverwandten Wörtern verbunden, vgl. Bruoderschaft und Zunft (15. Jh.), Zunft oder Gilde (16. Jh.), Compagnien, Zünfte, Innungen (17. Jh.). zünftig Adj. ‘zur Zunft gehörend, sie betreffend’, in neuerer Sprache ‘tüchtig, gehörig, ordentlich’, ahd. zumftīg ‘friedlich, ruhig’ (um 900; gizumftīg ‘übereinstimmend’, 9. Jh.), spätmhd. zünftic ‘einer Zunft angehörend’.

Thesaurus

Synonymgruppe
bodenständig · ↗gehörig · ↗kernig · ↗rustikal · ↗urig · ↗urwüchsig · zünftig  ●  ↗waschecht  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Biergarten Blasmusik Brettljause Brotzeit Einkehr Fete Frühschoppen Gelage Germanist Grillabend Grillfest Hüttenabend Jause Kabinenfest Lagerfeuer Lederhose Mahlzeit Oktoberfest Picknick Rauferei Schlägerei Schneeballschlacht Silvesterparty Skat Skiurlaub Tracht Volksmusik Weißbier begießen gekleidet

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zünftig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Abends kann man dann im Tal zünftig sein bayerisches Bier trinken.
Der Tagesspiegel, 08.12.2001
Die brachte die zünftige Bedienung auch, nur war es nicht unsere.
Süddeutsche Zeitung, 28.07.1997
Die zünftige Kritik hatte mit dem Bild nicht viel anzufangen gewußt.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 376
Endlich, nach vier Wochen, glückte es mir doch, in einen zünftigen Regen zu kommen.
Lehmann, Arthur-Heinz: Mensch, sei positiv dagegen!, Dresden: Heyne 1939 [1939], S. 90
Weit sympathischer als dieser zünftige Professor war der Professor Virchow.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 1. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1914], S. 5151
Zitationshilfe
„zünftig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/zünftig>, abgerufen am 22.10.2019.

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