zärtlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungzärt-lich (computergeneriert)
Wortbildung mit ›zärtlich‹ als Erstglied: ↗Zärtlichkeit
eWDG, 1977

Bedeutung

Liebe, Zuneigung, Gefühl bekundend
a)
liebkosend, liebevoll
Beispiele:
zärtliche Worte, Blicke
er machte zärtliche Augen
ein zärtliches Liebespaar
er fuhr ihr zärtlich übers Haar
zärtlich lächeln
sie küssten sich zärtlich
»Hast du denn nicht erwartet oder vielleicht befürchtet, daß ich zärtlich werden könnte?« [AndresPortiuncula234]
b)
fürsorglich, auf jmds. Wohlbefinden bedacht
Beispiele:
er war ein zärtlicher Vater
sie war in zärtlichem Eifer um das Baby bemüht
jmdn. zärtlich pflegen, umsorgen
ohne daß Victor von Metternich ihr lange seine zärtliche Pflege angedeihen lassen kann [St. ZweigBalzac203]
Voll zärtlicher Sorge wendete die Mutter ihre Augen auf die Kinder [ViebigSchlafendes Heer8]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zart · zärtlich · Zärtlichkeit · verzärteln
zart Adj. ‘fein, zerbrechlich, verletzlich, behutsam’, ahd. zart (Hs. 12. Jh.; vgl. zarto Adv., 9. Jh.), mhd. zart ‘lieb, wert, vertraut, lieblich, schön, fein, weich, schwächlich’; dazu die Verben ahd. zartōn ‘liebkosen, schmeicheln’ (um 1000), firzerten ‘zart oder üppig sein’ (nur Part. Prät., 8. Jh.). Herkunft nicht sicher geklärt. Als nächste Verwandte außerhalb des Hd. kommen in Betracht mnd. tertel ‘zart, zierlich’, derten, darten ‘verwöhnt, verzärtelt’, tertelīk, tartelīk ‘zärtlich, fein’, dertelīken ‘verzärtelt’ (mit affektisch bedingtem Anlautwechsel von t und d), dän. tærtet ‘zimperlich’, vielleicht auch norw. (mundartlich) tert, tart ‘kleiner Lachs’ und wohl pers. dard ‘Schmerz, Leiden, Qual, Pein’. Man kann die Wortgruppe an die Wurzel ie. *der(ə)-, *drē- ‘schinden, (ab)spalten’ anschließen (s. ↗zehren, ↗zerren und auch ↗Trotz), wenn man von zart als einer partizipialen to-Bildung mit der Bedeutung ‘zerfasert’ ausgeht, die sich zu ‘dünn’, daher ‘verletzlich’, dann zu ‘behutsam, empfindlich’ weiterentwickelt. zärtlich Adj. ‘liebkosend, liebevoll, fürsorglich’, ahd. zartlīh (10. Jh.; zartlīhho Adv., um 900), mhd. zartlich, zertlich ‘anmutig, lieblich, liebevoll, wohlwollend, weich, sanft, milde’; Zärtlichkeit f. ‘Liebkosung, Zuneigung, Fürsorglichkeit’, spätmhd. zertlīcheit ‘Lieblichkeit, Anmut’. verzärteln Vb. ‘verweichlichen’ (16. Jh.); vgl. gleichbed. mhd. verzerten, ahd. firzerten (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
behutsam · ↗einfühlsam · ↗lieb · ↗liebevoll · ↗sacht · ↗sanft · ↗zart · zärtlich
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Berührung Cousine Geflüster Geste Gleichgültigkeit Hingabe Kuß Liebeserklärung Liebhaber Liebkosung Streicheln Umarmung Zuneigung anschmiegsam behutsam beinahe einfühlsam fast flüstern geradezu kraulen küssen liebevoll liebkosen sanft schmiegen streicheln streichen tätscheln umarmen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zärtlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er war so zärtlich zu mir, es tat überhaupt nicht weh.
Bild, 27.09.2003
Mit einer zärtlichen Bewegung klappt er den schwarz glänzenden Deckel über den Tasten auf.
Der Tagesspiegel, 10.05.2003
Zwei Tage später schrieb ich einen zärtlichen Brief an meine Frau.
Friedländer, Hugo: Irrenhausvorgänge vor Gericht. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 3856
Wir haben uns nicht gesagt, daß wir uns liebhaben, sind aber sehr zärtlich zueinander.
Lichtenstein, Alfred: Mieze Maier. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 29468
Ich sah dich deinem Vater schmeichelnd über die grauen Haare zärtlich streichen.
Altenberg, Peter: Pròdromos. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1906], S. 6174
Zitationshilfe
„zärtlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/zärtlich>, abgerufen am 18.06.2019.

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