wundern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungwun-dern (computergeneriert)
GrundformWunder
Wortbildung mit ›wundern‹ als Erstglied: ↗Wunderling · ↗wunderbar · ↗wunderlich
 ·  mit ›wundern‹ als Grundform: ↗bewundern · ↗verwundern
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
sich wundernin Staunen, Verwunderung geraten
Beispiele:
wir wunderten uns, dass er nicht kam
sich nicht wenig, über alle Maßen wundern
umgangssprachlich, scherzhaft da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich (= wird gesagt, wenn jmd. verdutzt, verwundert ist)
umgangssprachlich, spöttisch du wirst dich noch einmal wundern (= es wird noch ganz anders kommen, als du denkst)
ich erlaube mir noch mehr, du wirst dich wundern (= das wirst du nicht für möglich halten)
ich muss mich doch sehr wundern! (= daß du das tust, hätte ich nicht für möglich gehalten!)
sich über jmdn., etw. wundern
Beispiele:
wir haben uns über ihn sehr gewundert
er wundert sich über gar nichts mehr
2.
etw. wundert jmdn.etw. setzt jmdn. in Staunen, Verwunderung
Beispiele:
sein Verhalten hat uns sehr gewundert
das wundert ihn gar nicht weiter, nicht im Geringsten
Es sollte mich doch wundern, wenn ich nicht alles klar herausbrächte [FalladaWolf1,190]
schweizerisch etw. macht jmdn. neugierig
Beispiel:
es wundert ihn, was sie wohl sagen wird
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wunder · wunderbar · wunderlich · wundern · verwundern
Wunder n. ‘Erstaunen verursachendes, ungewöhnliches Ereignis’, ahd. wuntar (um 800), mhd. wunder ‘Verwunderung, Erstaunen, Erstaunen hervorrufendes Geschehen, Gegenstand des Erstaunens’, asächs. wundar, mnd. wunder, mnl. nl. wonder, aengl. wundor, engl. wonder, anord. undr, schwed. under (germ. *wundra-). Herkunft unbekannt. Alle bisherigen Anknüpfungsversuche sind unbefriedigend; vgl. H. Adolf in: JEGP 46 (1947) 395 ff. Wunder bezeichnet zu Beginn seiner Bezeugung ‘Erstaunen’ und ‘was Erstaunen hervorruft’, wird aber in neuerer Zeit mehr und mehr durch konkurrierendes Verwunderung und Erstaunen auf ‘was Erstaunen, Verwunderung hervorruft’ eingeengt; aber vgl. noch das, es nimmt jmdn. wunder ‘es versetzt jmdn. in Erstaunen’, mhd. mich nimt es wunder. wunderbar Adj. ‘außerordentlich, großartig, sehr schön’ (16. Jh.), in älterer Sprache ‘einem Wunder entsprechend, übernatürlich’, mhd. wunderbære; dann auch ‘sonderbar, seltsam, wunderlich’ (16. Jh.) und in der literarischen Erörterung des 18. Jhs. ‘in der Phantasie verwurzelt’ (nicht der menschlichen Erfahrung angehörend). wunderlich Adj. ‘seltsam, sonderbar, befremdend’ (seit etwa 1700 vorherrschend), eigentlich ‘Verwunderung, Erstaunen erregend’, seltener ‘verwundert, erstaunt’ (bis ins 19. Jh.), ahd. wuntarlīh ‘wunderbar, außerordentlich, erstaunlich, befremdend’ (8. Jh.), mhd. wunderlich ‘wunderbar, sonderbar, seltsam, sich leicht verwundernd, reizbar, erstaunlich’. wundern Vb. ‘in Erstaunen versetzen’, reflexiv ‘erstaunt sein’, ahd. wuntarōn (8. Jh.), mhd. wundern, auch ‘Wunder vollbringen’. verwundern Vb. ‘in Erstaunen versetzen’, reflexiv ‘staunen’, mhd. verwundern ‘sich ganz wundervoll zeigen, staunen, bewundern, in Erstaunen versetzen’, auch ‘aufhören, sich zu wundern’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) (verwundert) die Augen reiben · (sich) wundern · (ungläubig) den Kopf schütteln · erstaunt sein (über) · verdutzt sein  ●  (jemanden) mit großen Augen anschauen  ugs., variabel · (jemanden) ungläubig anschauen  ugs. · mit den Ohren schlackern  ugs. · verdattert sein  ugs. · vonne Socken sein  ugs., ruhrdt.
Assoziationen
  • (erst einmal) nichts zu sagen wissen · (sehr) erstaunt sein · (sich) wundern · ↗angaffen · aus dem Staunen nicht mehr herauskommen · ↗bestaunen · ↗bewundern · kaum glauben wollen (was man sieht) · kaum glauben wollen (was man zu hören bekommt) · mit offenem Mund dastehen · nicht schlecht staunen (Verstärkung) · seinen Augen nicht trauen (wollen) · seinen Ohren nicht trauen (wollen) · ↗staunen · verwundert anstarren  ●  (den) Mund nicht mehr zubekommen  ugs. · (jemanden) anstarren wie ein Wesen vom anderen Stern  ugs., variabel · (jemanden) anstarren wie einen Marsmenschen  ugs. · Bauklötze staunen (Verstärkung)  ugs. · Glotzaugen machen  ugs. · Kulleraugen machen  ugs. · doof gucken  ugs. · große Augen machen  ugs. · gucken wie ein Auto  ugs., veraltend · wer beschreibt mein Erstaunen (als)  geh., literarisch, variabel, veraltend, floskelhaft
  • (na) der wird sich (aber) wundern! · der wird Augen machen!
Synonymgruppe
(sich) fragen · (sich) wundern · gern wissen wollen · ↗hinterfragen
Synonymgruppe
erstaunen · ↗frappieren · für Überraschung sorgen (journal.) · in Erstaunen setzen · ↗verblüffen · ↗verdutzen · ↗verwundern · ↗überraschen  ●  (jemanden) wundern  ugs.
Assoziationen
  • außer Fassung · ↗entgeistert · ↗fassungslos · geschockt · ↗ratlos · schockiert · ↗verständnislos · wie vom Schlag getroffen  ●  ↗(ganz) durcheinander  ugs., fig. · (ganz) von den Socken  ugs. · (jemandem) bleibt die Spucke weg  ugs., fig. · (jemanden) trifft der Schlag  ugs., fig. · dazu fällt jemandem nichts mehr ein  ugs. · die Welt nicht mehr verstehen  ugs. · erstaunten Auges (humor. altertümelnd)  geh. · ↗konsterniert  geh. · ↗verdattert  ugs. · wie vor den Kopf geschlagen  ugs.
  • Erstaunen · ↗Verblüffung
Synonymgruppe
(erst einmal) nichts zu sagen wissen · (sehr) erstaunt sein · (sich) wundern · ↗angaffen · aus dem Staunen nicht mehr herauskommen · ↗bestaunen · ↗bewundern · kaum glauben wollen (was man sieht) · kaum glauben wollen (was man zu hören bekommt) · mit offenem Mund dastehen · nicht schlecht staunen (Verstärkung) · seinen Augen nicht trauen (wollen) · seinen Ohren nicht trauen (wollen) · ↗staunen · verwundert anstarren  ●  (den) Mund nicht mehr zubekommen  ugs. · (jemanden) anstarren wie ein Wesen vom anderen Stern  ugs., variabel · (jemanden) anstarren wie einen Marsmenschen  ugs. · Bauklötze staunen (Verstärkung)  ugs. · Glotzaugen machen  ugs. · Kulleraugen machen  ugs. · doof gucken  ugs. · große Augen machen  ugs. · gucken wie ein Auto  ugs., veraltend · wer beschreibt mein Erstaunen (als)  geh., literarisch, variabel, veraltend, floskelhaft
Assoziationen
  • außer Fassung · ↗entgeistert · ↗fassungslos · geschockt · ↗ratlos · schockiert · ↗verständnislos · wie vom Schlag getroffen  ●  ↗(ganz) durcheinander  ugs., fig. · (ganz) von den Socken  ugs. · (jemandem) bleibt die Spucke weg  ugs., fig. · (jemanden) trifft der Schlag  ugs., fig. · dazu fällt jemandem nichts mehr ein  ugs. · die Welt nicht mehr verstehen  ugs. · erstaunten Auges (humor. altertümelnd)  geh. · ↗konsterniert  geh. · ↗verdattert  ugs. · wie vor den Kopf geschlagen  ugs.
  • (sich) (verwundert) die Augen reiben · (sich) wundern · (ungläubig) den Kopf schütteln · erstaunt sein (über) · verdutzt sein  ●  (jemanden) mit großen Augen anschauen  ugs., variabel · (jemanden) ungläubig anschauen  ugs. · mit den Ohren schlackern  ugs. · verdattert sein  ugs. · vonne Socken sein  ugs., ruhrdt.
  • (etwas) nicht fassen können · (etwas) nicht glauben wollen · nicht bedacht haben · nicht eingestellt (gewesen) sein auf · nicht gerechnet haben (mit) · überrascht werden (von)  ●  (völlig) überrascht (sein)  Hauptform · (für jemanden / jemandem) sehr plötzlich kommen  ugs. · (jemandem) bleibt die Spucke weg  ugs., fig. · aus allen Wolken fallen  ugs., fig. · kalt erwischt werden  ugs. · mit etwas überhaupt nicht gerechnet haben  ugs. · nicht auf dem Schirm (gehabt) haben  ugs., fig.
  • erstaunt · ↗perplex · ↗platt · ↗sprachlos · verblüfft · ↗verdattert · ↗verdutzt · verwundert  ●  ↗baff  ugs. · bass erstaunt (Verstärkung)  geh., veraltend · geplättet  ugs., fig. · platt wie 'ne Flunder (Verstärkung)  ugs. · platt wie eine Briefmarke  ugs.
  • Neugieriger · Schaulustiger · Umstehender · ↗Zaungast  ●  ↗Gaffer  ugs. · ↗Maulaffe  ugs., abwertend
  • du wirst es kaum für möglich halten · du wirst es kaum glauben · man glaubt es kaum · ob du es glaubst oder nicht · so unglaublich es auch klingt  ●  du machst dir (ja) keine Vorstellung!  ugs. · tataa!  ugs. · und jetzt halt dich fest: ...  ugs.
  • schreckgeweitet (Augen)  ●  vor Schreck weit auf(gerissen)  ugs.
  • (na) der wird sich (aber) wundern! · der wird Augen machen!

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beobachter Fachmann Laie Leser da daher dann darüber deshalb du eigentlich es gar hinterher ich ihr insofern kaum man manchmal mehr nicht noch nur schon sehr selbst vielleicht wenig wir

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wundern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er würde sich nicht wundern, wenn auch er mal draußen bleiben muss.
Die Zeit, 17.09.2012 (online)
Und Ihr glaubtet noch dabei wunder wie großherzig zu handeln!
Penzoldt, Ernst: Die Powenzbande, Darmstadt: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1960 [1930], S. 193
Ich wunderte mich, daß ich gewagt hatte, ihm so etwas zu sagen.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 74
Aber auch darüber braucht man sich nicht sonderlich zu wundern.
Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 07.03.1925
Mit dem Ausruhen war es allerdings manchmal nicht weit her, aber ich bin jetzt schon daran gewöhnt, mich über nichts mehr zu wundern.
Reventlow, Franziska Gräfin zu: Herrn Dames Aufzeichnungen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 8384
Zitationshilfe
„wundern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/wundern>, abgerufen am 15.10.2019.

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