wuchtig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungwuch-tig
Wortbildung mit ›wuchtig‹ als Erstglied: ↗Wuchtigkeit
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
kraftvoll
Beispiele:
wuchtige Axtschläge
wuchtig mit dem Hammer schlagen
mit wuchtigen Schritten gehen
heftig
Beispiele:
ein wuchtiger Angriff
wuchtige Hiebe
wuchtig hauen, stechen
2.
beeindruckend wirkend
a)
durch Masse, Größe
Beispiele:
ein wuchtiges Gebäude
eine wuchtige (= massige) Stirn
eine wuchtige (= eindrucksvolle) Persönlichkeit
Michael wohnte in dem wuchtigen viereckigen Turm [L. Frank6,380]
b)
durch Schwere
Beispiel:
eine wuchtige Steinplatte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wucht · wuchten · wuchtig
Wucht f. ‘schwere Last, Stoßkraft, Schwung’, Übernahme (17. Jh., geläufig seit 18. Jh.) von nd. omd. Wucht ‘Gewicht, Schwere’ in die Literatursprache, Nebenform (mit Übergang von i zu u nach w) von gleichbed. mnd. wicht(e), nd. Wicht (s. ↗Gewicht). Die heute vorherrschende Bedeutung ‘Stoßkraft, Schwung, Gewalt’ (eines in Bewegung befindlichen Körpers) entwickelt sich erst im 19. Jh. aus ‘Schwere’ (eines ruhenden Körpers). Umgangssprachlich das ist ’ne Wucht ‘das ist großartig’, eigentlich ‘das ist Schwere, ist Masse’ (1. Hälfte 20. Jh.). wuchten Vb. ‘schwer sein, bedrücken, schwer heben, hart arbeiten’ (Ende 18. Jh.). wuchtig Adj. ‘schwer, massig, schwungvoll, kraftvoll’ (Mitte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
pompös · wuchtig
Synonymgruppe
grob behauen · ↗klobig · ↗klotzig · roh gefügt · ↗unförmig · ↗ungefüge · wuchtig

Typische Verbindungen
computergeneriert

Antritt Armaturenbrett Backsteinbau Bass Distanzschuss Eckturm Faustschlag Freistoß Frontpartie Gegenangriff Hammerschlag Hieb Klotz Kopfball Kopfstoß Kühlergrill Mittelkonsole Mittelstürmer Pfeiler Quader Radhaus Schlag Schmetterschlag Schuß Statur Stoß Stoßfänger Tritt Vorhand köpfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wuchtig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und die Stadt nimmt diese wuchtige Bewegung in sich auf, verändert sie.
Der Tagesspiegel, 13.04.2003
Der Ton kommt wuchtig wie im Kino aus den Boxen.
Bild, 03.05.2002
Wer eine wuchtige Sprache führen will, tue es mit wuchtiger Schrift.
Schalcher, Traugott: Die Reklame der Straße, Wien: C. Barth 1927, S. 25
Sie nimmt keinen meßbar großen Raum ein in diesem wuchtigen Werk.
Hofmannsthal, Hugo von: Balzac. In: Mathias Bertram (Hg.) Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1908], S. 27870
Bilder strömten durch seinen Kopf, zu wuchtig und zu fiebrig, um sie festzuhalten.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 296
Zitationshilfe
„wuchtig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/wuchtig>, abgerufen am 20.10.2019.

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