wuchten

GrammatikVerb · wuchtete, hat gewuchtet
Aussprache
Worttrennungwuch-ten (computergeneriert)
Wortbildung mit ›wuchten‹ als Letztglied: ↗auswuchten · ↗emporwuchten · ↗hinaufwuchten · ↗hochwuchten
eWDG, 1977

Bedeutung

salopp
1.
etw. mit großem Kraftaufwand von der Stelle wegbewegen, stemmen, heben
Beispiele:
Möbel auf den Speicher wuchten
wir haben die Koffer in die Gepäckablage gewuchtet
Säcke vom Wagen wuchten
an einer schweren Kiste wuchten (= sie mühsam an die gewünschte Stelle rücken)
er wuchtete ... an einer meterlangen, armdicken Eisenstange [NollHolt2,307]
sich in einen Stuhl, Sessel wuchtensich schwer in einen Stuhl, Sessel fallen lassen
Beispiel:
während Schurigel ... sich in einen Sessel wuchtete [R. BartschGeliebt145]
2.
hart, schwer arbeiten
Beispiele:
wir haben gestern gewuchtet
Die Soldaten wuchteten ... in der Ruine [RennKrieg ohne Schlacht108]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wucht · wuchten · wuchtig
Wucht f. ‘schwere Last, Stoßkraft, Schwung’, Übernahme (17. Jh., geläufig seit 18. Jh.) von nd. omd. Wucht ‘Gewicht, Schwere’ in die Literatursprache, Nebenform (mit Übergang von i zu u nach w) von gleichbed. mnd. wicht(e), nd. Wicht (s. ↗Gewicht). Die heute vorherrschende Bedeutung ‘Stoßkraft, Schwung, Gewalt’ (eines in Bewegung befindlichen Körpers) entwickelt sich erst im 19. Jh. aus ‘Schwere’ (eines ruhenden Körpers). Umgangssprachlich das ist ’ne Wucht ‘das ist großartig’, eigentlich ‘das ist Schwere, ist Masse’ (1. Hälfte 20. Jh.). wuchten Vb. ‘schwer sein, bedrücken, schwer heben, hart arbeiten’ (Ende 18. Jh.). wuchtig Adj. ‘schwer, massig, schwungvoll, kraftvoll’ (Mitte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
anheben · ↗aufheben · ↗aufnehmen · ↗heben · ↗hieven · ↗hochheben · ↗hochziehen · ↗stemmen · wuchten
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ball Baumstamm Eckball Eckstoß Eisenkugel Flugkopfball Freistoß Gepäck Gepäckband Hantel Koffer Kofferraum Kopfball Kran Kugel Kurbelwelle Kurbelwellenumdrehung Ladefläche Latte Masche Newtonmeter Schubkarre auswuchten empor emporwuchten herauswuchten hinaufwuchten hochwuchten unbedrängt unhaltbar

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wuchten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er holt tief Luft, dann wuchtet er das Eisen in die Höhe.
Die Zeit, 29.03.2010, Nr. 13
Hinten hält er die Arme hoch, vorne wirft er den Ball nicht, er wuchtet ihn ins gegnerische Tor.
Süddeutsche Zeitung, 30.08.2004
Unterdessen wuchtete es von schweren Granaten rechts auf dem Weißen Berge.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 217
Man wuchtete die Frau aus dem Wagen und wollte sie sofort auf eine fahrbare Trage legen.
Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 267
Derjenige, bei dem das einheitlich wuchtet und fluchtet, ist dem anderen überlegen.
o. A.: Dreiunddreißigster Tag. Montag, 14. Januar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 8750
Zitationshilfe
„wuchten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/wuchten>, abgerufen am 23.07.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Wuchtbrumme
Wucht
Wuchsstoff
wüchsig
Wuchs
wuchtig
Wuchtigkeit
Wühlarbeit
wühlen
Wühler