wortkarg

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungwort-karg
WortzerlegungWortkarg
Wortbildung mit ›wortkarg‹ als Grundform: ↗Wortkargheit
eWDG, 1977

Bedeutung

wenig redend
Beispiele:
ein wortkarger Mensch
sie war durch die Einsamkeit wortkarg geworden
wortkarg saßen sie am Tisch, gingen sie nebeneinander her
er verrichtete seine Arbeit konzentriert und wortkarg
aus wenigen Worten bestehend
Beispiele:
eine wortkarge Antwort, Anweisung
ein schleppendes und wortkarges Gespräch
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

karg · wortkarg · kargen · Kargheit · kärglich
karg Adj. ‘knapp bemessen, nicht reichlich, spärlich, kümmerlich, ärmlich, nicht sehr fruchtbar’. Das westgerm. Adjektiv ahd. karag ‘traurig, besorgt, betrübt’ (9. Jh.), mhd. karc ‘klug, listig, schlau, streng, sparsam, knapp, knauserig’, asächs. in mōdkarag ‘bekümmert’, mnd. karch ‘sparsam, geizig, hartherzig’, mnl. cārich, nl. karig ‘karg, spärlich, dürftig’, aengl. cearig ‘traurig’, engl. chary ‘behutsam, sparsam’ ist von dem unter ↗Karfreitag (s. d.) als Bestimmungswort angeführten Substantiv germ. *karō mit der Bedeutung ‘Trauer, Klage, Kummer, Sorge’ abgeleitet. Die ursprüngliche Bedeutung ‘traurig, bekümmert, sorgenvoll’ entwickelt sich schon im Ahd. wohl über ‘besorgt, ängstlich, vorsichtig, umsichtig’ zu ‘klug, listig, geschickt, schlau’, aber auch, da vielfach auf Geldsachen bezogen, zu ‘sparsam, knauserig’, weiter zu ‘knapp bemessen, spärlich’. wortkarg Adj. ‘sparsam mit Worten, wenig redend’ (18. Jh.). kargen Vb. ‘sparsam sein, geizen’, mhd. kargen ‘betrübt, ängstlich, besorgt sein, unfreigebig sein, knausern’. Kargheit f. ‘Ärmlichkeit, Dürftigkeit’, ahd. karagheit ‘Umsicht’ (10. Jh.), mhd. karcheit, karkeit ‘Schlauheit, Hinterlist, Sparsamkeit, Knauserei’. kärglich Adj. ‘knapp bemessen, kümmerlich, ärmlich’, mhd. kerclich ‘listig, schlau, knapp, sparsam’.

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
(sich) kurz fassen · ↗einsilbig · kurz angebunden · nicht gesprächig · nicht viele Worte machen · redescheu · wenig auskunftsfreudig · ↗wortarm · wortkarg · ↗zurückhaltend (reagieren)  ●  ↗schmallippig (reagieren)  fig. · kurz ab  ugs. · ↗maulfaul  ugs. · ↗zugeknöpft  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen
computergeneriert

Cowboy Dialoge Einzelgänger Finne Held Kerl Killer Ostfriese Zeitgenosse ansonsten bescheiden blass eher eigenbrötlerisch einsilbig finster introvertiert lakonisch mürrisch scheu schwerfällig schüchtern sonst spröd störrisch verschlossen wirkend ziemlich zurückhaltend äußerst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wortkarg‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch jetzt, eine halbe Stunde nach dem Spiel, spricht er in wortkargen Sätzen.
Süddeutsche Zeitung, 27.10.2003
Ich erinnere mich genau, daß bemerkenswert wenig gesprochen wurde; es war überhaupt ein wortkarges Haus.
Die Zeit, 18.12.1964, Nr. 51
Je wortkarger er in solchen Dingen war, um so eifriger beschäftigte er sich mit ihnen.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 14625
Als wir daheim atemlos vom Rad stiegen, war ich so wortkarg und unbeholfen wie zuvor.
Hein, Christoph: Horns Ende, Hamburg: Luchterhand 1987 [1985], S. 170
Er war wortkarg und unwirsch, dabei aber wißbegierig und ehrgeizig zum Zerspringen.
Nadolny, Sten: Die Entdeckung der Langsamkeit, München: Piper 1983, S. 280
Zitationshilfe
„wortkarg“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/wortkarg>, abgerufen am 27.05.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Wortinnere
Wortinhalt
Wortinformation
Wortindex
Worthülse
Wortkargheit
Wortkartei
Wortkaskade
Wortkategorie
Wortklang