winseln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungwin-seln
Wortbildung mit ›winseln‹ als Letztglied: ↗anwinseln · ↗vorwinseln  ·  mit ›winseln‹ als Grundform: ↗Gewinsel · ↗Winselei
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
Beispiele:
der Hund winselt (= gibt leise, klagende Laute von sich)
der Hund winselte vor Angst, hat vor Schmerzen gewinselt
2.
salopp, abwertend flehentlich bitten
Beispiele:
um Gnade, Erbarmen, Barmherzigkeit winseln
stolz wie einer, der nie um sein Leben gewinselt hat [R. BartschGeliebt602]
[sie] schrie und winselte, man solle sie losbinden [Feuchtw.Goya179]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

winseln Vb. ‘mit hohen, gezogenen, klagenden Tönen jammern, weinen’ (zuerst von Tieren, besonders Hunden), mhd. winsel(e)n ist eine iterative Ableitung von gleichbed. ahd. winsōn (9. Jh.), mhd. winsen, frühnhd. winsen (bis 16. Jh., dann von winseln verdrängt). Vergleichbar sind aengl. hwinsian ‘jammern’, hwīnan ‘sausen, pfeifen, zischen’, engl. to whine ‘jammern, plärren’, anord. hvīna ‘sausen’, ferner auch anord. hvīskra ‘flüstern’, hvīskr ‘Geflüster’, hvīsla ‘pfeifen, flüstern’, aengl. hwiscettung ‘das Pfeifen’ von Mäusen, hwistlian ‘pfeifen’, sämtlich schallnachahmende Bildungen (s. auch ↗wispeln und ↗wispern), die sich um lautmalendes germ. *hwī̌- (s. ↗wiehern) gruppieren.

Thesaurus

Synonymgruppe
fiepen · ↗jaulen · ↗wimmern · winseln
Oberbegriffe
  • Laute von sich geben
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gnade Hund Schmerz Vergebung Welpe bellen betteln brüllen erbärmlich flehen heulen jammern jaulen knurren kratzen leise schreien stöhnen wedeln wimmern winden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›winseln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ihre Augen blicken so unendlich traurig, sie sind verängstigt, und sie winseln verzweifelt.
Bild, 30.12.2002
So gefährlich er auch aussah, so demütig winselte er in die Kamera, dass er sein neuestes Video gerne korrigieren werde.
Die Zeit, 22.12.1999, Nr. 52
Ich ging nach dem rechten Ausgang und hörte einen winseln.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 232
Er winselt und bettelt und schwört, daß er keinen Tropfen mehr anrühren werde.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 142
Die Hunde auf der Nachbarveranda schräg gegenüber winselten erbärmlicher als zuvor.
Rosendorfer, Herbert: Großes Solo für Anton, Zürich: Diogenes 2000 [1976], S. 12
Zitationshilfe
„winseln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/winseln>, abgerufen am 14.10.2019.

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