wimmern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungwim-mern (computergeneriert)
Wortbildung mit ›wimmern‹ als Erstglied: ↗wimmerig  ·  mit ›wimmern‹ als Letztglied: ↗aufwimmern
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
in leisen, zitternden, jämmerlichen Tönen klagen, kläglich weinen
Beispiele:
das Kind, der, die Trauernde wimmerte leise vor sich hin
vor Schmerz, Frost, Kälte wimmern
man hörte ein leises Wimmern
das Wimmern verstummte nicht
kläglich weinend sprechen
Beispiel:
»Hast du dir etwas getan?« »Nein«, wimmerte ich [H. W. RichterSpuren268]
2.
übertragen
besonders von Katzen, Hunden
Beispiel:
das Kätzchen wimmerte (= miaute) leise
von einer leise tönenden (kleinen) hellklingenden Glocke, Klingel
Beispiele:
die Glocke der Kapelle wimmerte
Hört ihr's wimmern hoch vom Turm! / Das ist Sturm [SchillerGlocke]
abwertend von leise tönenden, hellklingenden Musikinstrumenten
Beispiele:
eine Geige wimmerte
das Kind spielte auf einer dünn wimmernden Geige
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wimmern Vb. ‘leise vor sich hin weinen’ (15. Jh.), ein onomatopoetisches Wort, vgl. spätmhd. wimmer n. ‘Gewinsel, Gejammer’, nhd. Gewimmer ‘anhaltendes weinerliches Stöhnen, Jammern’ (16. Jh.), ferner die Intensiva spätmhd. wimmerzen und engl. to whimper ‘wimmern, winseln’. In älterer Sprache und in den Mundarten auch von bewegungsintensiven Vorgängen (s. entsprechendes ↗wimmeln) ahd. wimiren (von Würmern) ‘sich durcheinanderbewegen’ (Hs. 12. Jh.), frühnhd. wimmern, landschaftlich (bair.) wimmern, (thür.) wämmern ‘wimmeln’; vgl. auch spätmhd. gewammer, frühnhd. gewimmer ‘Gewimmel’.

Thesaurus

Synonymgruppe
fiepen · ↗jaulen · wimmern · ↗winseln
Oberbegriffe
  • Laute von sich geben
Assoziationen
Synonymgruppe
Tränen vergießen · ↗jammern · ↗schluchzen · ↗schreien (Baby) · ↗weinen (vor) · wimmern  ●  ↗weinen (über)  Hauptform · (sich) ein Tränchen verdrücken  ugs. · ↗barmen  geh., poetisch · ↗bläken  ugs., abwertend, regional · das heulende Elend haben  ugs. · ↗flennen  ugs., regional · ↗greinen  ugs. · ↗heulen  ugs. · leise weinend (in der Ecke)  ugs., floskelhaft · ↗plieren  ugs. · ↗plinsen  ugs., norddeutsch · ↗plärren  ugs., abwertend, regional
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • (jemandem) schießen (die) Tränen in die Augen · (plötzlich) weinen müssen  ●  (das) heulende Elend bekommen  ugs.
Assoziationen
  • Tränchen  abwertend · ↗Träne  Hauptform · ↗Zähre  veraltet
  • Traurigkeit heucheln  ●  (den) Traurigen mimen  ugs. · (sich) ein paar Tränchen verdrücken  ugs. · Krokodilstränen vergießen  ugs., Hauptform · Krokodilstränen weinen  ugs. · auf traurig machen  ugs.
  • bejammern · ↗klagen · ↗lamentieren · ↗wehklagen · ↗zetern  ●  ↗jammern  Hauptform · ↗barmen  geh., veraltend, regional, literarisch · ↗heulen  ugs. · ↗janke(r)n  ugs. · ↗raunzen  ugs., österr.
  • gefühlig · gefühlsbesoffen · ↗gekünstelt · im Überschwang der Gefühle · ↗kitschig · ↗larmoyant · ↗melodramatisch · mit reichlich Herz und Schmerz · rührstückhaft · ↗schmalzig · ↗seelenvoll · ↗sentimental · ↗theatralisch · ↗tränenselig  ●  ↗gefühlsbetont  Hauptform · ↗gefühlsduselig  ugs. · mit Pipi inne Augen  ugs., ruhrdt.
  • herumjanken · ↗janken · keine Ruhe geben  ●  (rum)knöttern  ugs., ruhrdt. · ↗(rum)quaken  ugs. · ↗herumquengeln  ugs. · ↗quengeln  ugs.
  • anfangen zu weinen · in Tränen ausbrechen · in Weinen ausbrechen · ↗losweinen  ●  das heulende Elend kriegen  ugs. · ↗losheulen  ugs.
  • (sich die) Augen aus dem Kopf weinen · Rotz und Wasser heulen · Ströme von Tränen vergießen · dicke Tränen vergießen · heiße Tränen vergießen · heiße Tränen weinen · hemmungslos weinen · heulen wie ein Schlosshund · in Tränen aufgelöst sein · in Tränen schwimmen  ●  (die) Tränen laufen jemandem (nur so) übers Gesicht  variabel · (sich die) Augen ausweinen  fig. · (sich) in Tränen auflösen  fig. · alle Schleusen öffnen  fig · bittere Tränen vergießen  veraltend · heftig weinen  Hauptform · in Tränen zerfließen  fig. · hemmungslos losheulen  ugs.
  • (sich) ausweinen (bei jemandem)  auch figurativ · (sich) ausheulen (bei jemandem)  ugs., auch figurativ
  • (jemandem etwas) vorweinen  ●  ↗(jemandem etwas) vorjammern  abwertend · ↗(jemandem etwas) vorheulen  ugs.
  • (sich) eine Träne aus dem Augenwinkel wischen · feuchte Augen bekommen · nasse Augen bekommen  ●  dem Weinen nahe sein  Hauptform · Pipi in die Augen bekommen  derb
  • (jemandem) stehen die Tränen in den Augen · (jemandem) steht das Wasser in den Augen · Tränen in den Augen haben · feuchte Augen haben  ●  nasse Augen haben  Hauptform · Pipi in den Augen haben  derb
  • (sich) in den Schlaf weinen · (sich) müde weinen
  • fiepen · ↗jaulen · wimmern · ↗winseln
  • (sich) (wehmütigen Gedanken) hingeben · hinterhertrauern · ↗nachhängen · ↗nachtrauern · ↗nachweinen
  • bei jeder Kleinigkeit weinen · immer gleich weinen · oft weinen · schnell weinen · sofort weinen (müssen)  ●  nah(e) am Wasser gebaut haben  Hauptform, fig.
  • gefühlsbeladen · ↗gefühlsselig · ↗gefühlvoll · ↗rührselig · ↗schmalzig · ↗schnulzig · ↗sentimental  ●  auf die Tränendrüse drücken(d)  ugs., fig.
  • (heftig) weinend · in Tränen aufgelöst · ↗tränenreich · unter Tränen
  • (den Verlust einer Person) beklagen · ↗(jemanden) beweinen · ↗bejammern · ↗betrauern · ↗trauern (um) (über) · ↗weinen (um)
  • Weinkrampf  ●  (das) heulende Elend  ugs. · Heulanfall  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Baby Geige Gitarre Junge Kind Mädchen Schmerz Verletzte brüllen flehen herzzerreißend heulen hinein hinwimmern jaulen klagen kreischen leise quietschen schluchzen schreien singen stöhnen weinen winseln wummern zittern ächzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wimmern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Hört man es nicht ferne wimmern, das Porzellan der Oma?
Die Zeit, 01.03.1996, Nr. 10
Als der Wagen anfährt, wimmert sie leise vor verhaltener Qual.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 434
Überall sitzen kleine Kinder auf dem bloßen Beton, sie schreien, weinen, wimmern.
Süddeutsche Zeitung, 21.07.2003
Er stößt mit dem Fuß daran hin, da fängt es an zu wimmern.
Christ, Lena: Mathias Bichler. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1914], S. 17082
Dann allerdings sei das Kind sofort ruhig gewesen und habe nicht einmal mehr gewimmert.
Ewers, Hanns Heinz: Alraune, München: Herbig 1973 [1911], S. 124
Zitationshilfe
„wimmern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/wimmern>, abgerufen am 25.04.2019.

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