wettern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungwet-tern (computergeneriert)
Wortbildung mit ›wettern‹ als Letztglied: ↗abwettern · ↗anwettern · ↗loswettern
eWDG, 1977

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
es wettertein Gewitter zieht herauf, geht nieder, es gewittert
Beispiel:
draußen stürmte und wetterte es
2.
schimpfen, heftig schelten
Beispiele:
laut, furchtbar, tüchtig, gewaltig, in einem fort wettern
er fluchte und wetterte, tobte und wetterte
»Du kommst wieder zu spät!« wetterte er
[er] wetterte in greisem Zorn, welch eine Schande es sei, wie sich hier junge Leute ... über ehrwürdiges Alter erhöben [UhseSöldner216]
gegen etw., jmdn. wettern
Beispiel:
er wetterte gegen die Unpünktlichkeit, moderne Musik, alles Neue
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wetter · wettern · Wetterleuchten · wetterleuchten · wetterwendisch
Wetter n. ‘meteorologische Konstellation, Ablauf der darauf beruhenden Erscheinungen, Witterung’, ahd. wetar (um 800), mhd. wet(t)er ‘Wetter, Witterung, Ungewitter, freie Luft’, asächs. wedar ‘Wetter, Sturm’, mnd. wed(d)er, mnl. wēder ‘(Un)wetter, Luft’, nl. weder, weer, aengl. weder, engl. weather, anord. veðr ‘Wetter, Witterung, Geruch’, schwed. väder (germ. *wedra-) führt mit aslaw. aruss. vedro, russ. vëdro (вёдро) ‘schönes Wetter’ auf ie. *u̯edhro-, eine (allerdings kurzvokalische) Ableitung mit dem Suffix ie. -dhro- von der unter ↗wehen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *u̯ē- ‘wehen, blasen, hauchen’. Wetter bedeutet ursprünglich wohl ‘bewegte Luft, Lufthauch, Wind’, danach vornehmlich ‘Unwetter’ und, daraus hervorgegangen, ‘Blitz’ (14. Jh., heute selten); in der Bergmannssprache (älteren Gebrauch fortsetzend) ‘Luft in der Grube’ (15. Jh.), besonders ‘schädliche Luft’, vgl. schlagende Wetter ‘explosive Gase im Bergwerk’ (19. Jh.). wettern Vb. ‘gewittern, blitzen, wetterleuchten, ein bestimmtes Wetter sein’ (15. Jh.), heute fast nur noch übertragen ‘schimpfen, fluchen’ (18. Jh.); vgl. mhd. weteren ‘in der freien Luft trocknen’. Wetterleuchten n. ‘entfernt aufleuchtender Blitz ohne hörbaren Donner’ (18. Jh.), Subtantivierung nach wetterleuchten Vb. ‘blitzen ohne Donner’ (15. Jh.), volksetymologische Umdeutung von (besonders alem. geläufigem) frühnhd. wetterleichen ‘blitzen’ (vgl. es wetterleicht) durch Anlehnung an leuchten, das als korrekte gerundete Form aufgefaßt wird. Das Verb ist abgeleitet von ahd. wetarleih (10./11. Jh.), mhd. weterlech(e), -liche, -leich m. ‘Blitz’, dessen zweites Kompositionsglied aus dem unter ↗Leich (s. d.) behandelten Substantiv besteht, so daß ahd. wetarleih als ‘Wettertanz, Wetterspiel’ zu erklären ist. wetterwendisch Adj. ‘unbeständig, wankelmütig’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
donnern und blitzen · ↗gewittern · wettern
Assoziationen
Synonymgruppe
(ein) Geschrei erheben · Krawall machen · Randale machen · Unmut äußern · Zorn äußern · ein großes Palaver veranstalten · ↗fluchen · ↗geifern · ↗herumschreien · ↗keifen · lautstark protestieren · nicht zu beruhigen sein · ↗poltern · ↗schimpfen · ↗zetern  ●  (die) Welle machen  ugs. · (eine) Szene machen  ugs. · (einen) (mächtigen) Wirbel veranstalten  ugs. · (einen) Riesenaufstand machen  ugs. · (einen) Zwergenaufstand veranstalten  ugs. · (he)rumpalavern  ugs. · (mächtig) auf den Putz hauen  ugs. · fluchen wie ein Bierkutscher  ugs. · fluchen wie ein Droschkenkutscher  ugs. · fluchen wie ein Fischweib  ugs. · herumzetern  ugs. · keifen wie ein Fischweib  ugs. · ↗motzen  ugs. · ↗rumschreien  ugs. · schimpfen wie ein Fischweib  ugs. · schimpfen wie ein Rohrspatz  ugs. · ↗schnauzen  ugs. · wettern  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abtreibung Ausverkauf CDU-Abgeordnete CDU-Chef CSU-Fraktionschef Filz Homo-Ehe Homosexualität Homosexueller Kanzel Oligarch Oppositionsführer Pastor Prediger Sozialabbau Teufelszeug dagegen fluchen gegen herab kürzlich lauthals lautstark loswettern schimpfen unlängst vehement wortgewaltig zetern Ökosteuer

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wettern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir waren ihm wohl zu autonom, also wetterte er massiv.
Der Tagesspiegel, 18.08.2004
Sie wettert beherzt gegen Rot-Grün und schon weil sie das überwiegend in freier Rede tut, wirkt es lebhaft.
Süddeutsche Zeitung, 30.10.2002
Hierauf verschwand er, zwar fluchend und wetternd, aber doch so schnell wie möglich.
May, Karl: Winnetou IV, Berlin: Neues Leben 1993 [1910], S. 89
Die Kirche, zunächst tolerant gegen dieses Treiben, wetterte später gegen die Auswüchse.
o. A. [hs]: Fastnacht. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1990]
Gerade gegen diesen Begriff des literarisch gebildeten Künstlers aber wettert Gainsborough an.
Wind, Edgar: Humanitätsidee und heroisiertes Porträt in der englischen Kultur des 18. Jahrhunderts. In: Saxl, Fritz (Hg.), Vorträge 1930 - 1931, Leipzig: Teubner 1932, S. 174
Zitationshilfe
„wettern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/wettern>, abgerufen am 19.06.2019.

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