wetteifern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungwett-ei-fern (computergeneriert)
GrundformWetteifer
eWDG, 1977

Bedeutung

mit jmdm. (um etw.) wetteifernjmdn. überbieten wollen, versuchen, etw. vor jmdm. zu erringen, erreichen
Beispiele:
die Hausgemeinschaften wetteifern bei der Pflege ihrer Häuser miteinander
sie wetteiferten miteinander, haben miteinander gewetteifert, ihr das Leben angenehm zu gestalten
sie wetteiferten mit ihnen um den ersten, besten Platz, um den Sieg
die Genossenschaftsbauern wetteifern darum, das Getreide mit den geringsten Verlusten einzubringen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Eifer · eifrig · eifern · sich ereifern · nacheifern · wetteifern · Eifersucht · eifersüchtig
Eifer m. ‘ernsthaftes Bemühen, leidenschaftliches Verfolgen eines Zieles’ gehört zu einer im Obd. seit Mitte des 14. Jhs. nachzuweisenden Wortfamilie (am frühesten bezeugt ist Eiferer m. ‘wer eifersüchtig ist’, mhd. eifrær), deren etymologische Herleitung unbekannt ist; gewöhnlich wird Zusammenhang mit dem dazu im Ablautverhältnis stehenden Adjektiv ahd. eibar, eivar ‘scharf, bitter, widerwärtig, heftig’ (8. Jh., wovon ahd. eivar n. ‘Bitteres, Erbitterung’, eivarī f. ‘Bitterkeit, Erbitterung’, beide um 1000), aengl. āfor ‘bitter, herb, heftig’ (zu ie. *ā̌i- ‘brennen, leuchten’?) angenommen; vgl. in jüngerer Zeit noch nsächs. und fachsprachlich eifer ‘bitter, scharf’. Das Substantiv Eifer, zuerst in der 2. Hälfte des 15. Jhs. für ‘Eifersucht’ (zu eifern als postverbale Ableitung?), findet durch Luthers Bibelübersetzung Eingang in die nhd. Literatursprache. Luther verwendet es mit der Bedeutung ‘aus Sorge und liebevoller Anteilnahme erwachsende zornige Erregung’ zur Wiedergabe von griech.-lat. zēlus und begründet diese Entscheidung ausdrücklich. Hieraus geht der heutige Gebrauch hervor, während der ursprüngliche Sinn ‘Eifersucht’ im 18. Jh. zurücktritt. eifrig Adj. ‘mit Eifer tätig, emsig’ (15. Jh., anfangs und vereinzelt bis ins 17. Jh. in der Bedeutung ‘eifersüchtig’), im Frühnhd. meist eiferig neben Bildungen wie eiferisch, eifericht. eifern Vb. ‘heftig und mit blinder Leidenschaft für oder gegen etw. sprechen’ (frühnhd. ‘eifersüchtig sein’, Anfang 15. Jh.); im Unterschied zu Eifer (s. oben) behält eifern seinen tadelnden Beiklang, ebenso das jetzt geläufigere Verb sich ereifern ‘in Eifer geraten, sich erregen’ (17. Jh.); dagegen folgen die Verben nacheifern ‘einem Vorbild gleichzukommen suchen’ (16. Jh.) und wetteifern ‘jmdn. an Eifer überbieten wollen’ (17. Jh., aus um die Wette eifern) der semantischen Entwicklung des Substantivs. Eifersucht f. ‘Angst vor Zurücksetzung in der Liebe’, dann auch allgemeiner ‘Streben nach Alleinbesitz, Argwohn’; die Zusammensetzung (zum zweiten Glied s. ↗Sucht) tritt im 16. Jh. an die Stelle von Eifer nach dessen Bedeutungswandel (s. oben); dazu eifersüchtig Adj. (17. Jh.) für älteres eifrig (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
konkurrieren · ↗rivalisieren · wetteifern · ↗wettstreiten  ●  ↗konkurrenzieren  schweiz.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufmerksamkeit Bemühen Bestreben Blau Ehre Eleganz Gunst Koch Krone Medaille Metropole Palme Pokal Pracht Preisgeld Prometheus Prunk Prädikat Schönheit Sportart Trophäe Vorherrschaft Zuschlag darin darum derweil gegeneinander miteinander seither untereinander

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wetteifern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Heute wetteifern zahllose Hersteller auf der ganzen Welt um Kunden.
Der Tagesspiegel, 12.09.2003
Sieben bis neun politische Gruppen wetteiferten schließlich darum, ihn zu beseitigen, so daß irgendwann irgendeine von ihnen zum Erfolg kommen mußte.
Der Spiegel, 08.03.1982
Sie wetteiferte mit ihm in der Bereitschaft zur dauernden Provozierbarkeit.
Kronauer, Brigitte: Die Frau in den Kissen, Stuttgart: Klett-Cotta 1990, S. 32
Die ernsten Arbeiten aus aller Welt wetteifern geradezu, die in dieser Möglichkeit liegenden Reize anschaulich zu machen.
Eberle, Ortwin: Flechtarbeiten. In: Bräuer, Hasso (Hg.) Archiv des deutschen Alltagsdesigns, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1939], S. 316
Sie wetteifern aber alle miteinander in der treuen Zugehörigkeit zu Unserem Hause.
Wilhelm II. (Kaiser des Deutschen Reiches): Festmahl für die Provinz Westfalen. In: Johann, Ernst (Hg.), Reden des Kaisers, München: Deutscher Taschenbuch-Verl. 1966 [31.08.1907], S. 112
Zitationshilfe
„wetteifern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/wetteifern>, abgerufen am 20.08.2019.

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