weinerlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungwei-ner-lich (computergeneriert)
Wortbildung mit ›weinerlich‹ als Erstglied: ↗Weinerlichkeit
eWDG, 1977

Bedeutung

dem Weinen nahe, zum Weinen neigend, kläglich
Beispiele:
das Kind ist übermüdet, es ist so weinerlich
etw. in weinerlichem Ton, mit weinerlicher Stimme sagen
weinerlich den Mund verziehen
er macht schon ein ganz weinerliches Gesicht
die unglückliche Figur ... sein angstverzerrtes Gesicht paßten trefflich zu seinem kläglichen, weinerlichen Gehabe [BredelHeerstraßen278]
Mir war denn auch, um Weihnachten herum, immer sehr weinerlich zumute [FontaneII 1,165]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

weinen · weinerlich
weinen Vb. ‘unter Tränen jammern’, ahd. weinōn (um 800), mhd. weinen, wēnen, mnd. mnl. wēnen, weinen, nl. wenen, aengl. wānian, anord. veina, schwed. (mundartlich) vena (germ. *wainōn) sind abgeleitet mit n-Infix von der Interjektion germ. *wai (s. ↗weh) wie vergleichbares lit. vaitóti ‘(weh)klagen, jammern, seufzen, stöhnen’ von (mundartlich) vaĩ, vái ‘weh(e)’, eigentlich also ‘weh schreien’. weinerlich Adj. ‘zum Weinen neigend, kläglich, betrübt’, zu Anfang des 16. Jhs. nach dem Vorbild von jämmerlich, lächerlich aus mhd. wein(e)lich ‘weinend, kläglich, betrübt’ erweitert. In der Literatursprache wird weinerlich durch Lessing als Übersetzung von gleichbed. frz. larmoyant üblich.

Thesaurus

Synonymgruppe
selbstmitleidig · tränenvoll · voller Selbstmitleid · weinerlich · ↗überempfindlich · ↗übersensibel  ●  ↗wehleidig  abwertend · ↗larmoyant  geh. · nah am Wasser gebaut (haben)  ugs., fig. · ↗tränenselig  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auftritt Generation Geständnis Grundton Haltung Klage Lamento Miene Mädchen Selbstmitleid Stimme Stimmung Ton Tonfall Unterton Weichei aggressiv beklagen fast klagen klingen mal manchmal sentimental

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›weinerlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich will nicht gehen «, ruft er in den Raum, halb fordernd, halb weinerlich.
Die Zeit, 19.02.2007, Nr. 09
Ich werde mir das auch niemals verzeihen «, erwiderte Fred fast weinerlich.
C't, 1998, Nr. 8
Wie zwei schlecht gelaunte Augen und ein weinerlicher Mund aufmerksam wurden und stillstanden.
Schaeffer, Albrecht: Helianth I, Bonn: Weidle 1995 [1920], S. 250
Ich war zwar ein weinerlicher Schwätzer, aber eigentlich doch ziemlich clever.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 286
Mit weinerlicher Innerlichkeit hat diese Haltung allerdings wenig zu tun.
Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR - ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 185
Zitationshilfe
„weinerlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/weinerlich>, abgerufen am 21.05.2019.

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