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weilen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungwei-len (computergeneriert)
eWDG, 1977

Bedeutung

gehoben sich an einem bestimmten Ort aufhalten, an einem bestimmten Ort sein
Beispiele:
im vorigen Monat weilte eine sowjetische Regierungsdelegation in der DDR
zu, auf Besuch bei jmdm. weilen
ein hoher Gast weilte in ihrer Mitte
verhüllend er weilt (schon lange) nicht mehr unter uns, unter den Lebenden, auf Erden (= er ist tot)
bildlich
Beispiel:
seine Gedanken weilten bei ihr, bei seinen Lieben, in der Ferne
veraltet länger als nötig verweilen, zögern
Beispiel:
Darum harrt er, weilt mit Vorsatz, / Will dir Zeit, mein Söhnlein, geben [Grillp.TraumIII]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Weile · weilen · verweilen
Weile f. ‘kurzer oder unbestimmter Zeitraum’, ahd. (h)wīla (8. Jh.), mhd. wīl(e) ‘Zeit(raum), Zeitpunkt, Stunde’, asächs. hwīl(a) ‘Zeit(raum)’, mnd. mnl. wīle, aengl. hwīl, engl. while, got. ƕeila ‘Weile, Zeit, Stunde’, anord. hvīla ‘Ruhestätte, Bett’, schwed. vila ‘Ruhe’ (germ. *hwīlō) sind Bildungen mit l-Suffix wie verwandtes lat. tranquillus (aus *-k‐ͧilnos) ‘ruhig, still’, aind. (fraglich) ciráḥ ‘lang(während)’ zur Wurzel ie. *u̯ei̯(ə)-, *ku̯ii̯ē- ‘behaglich ruhen’, wozu sich auch lat. quiēs ‘Ruhe, Schlaf, Friede’, aslaw. pokojь, russ. pokój (покой) ‘Ruhe’ stellen. Die heute geltende Bedeutung entwickelt sich aus ‘Ruhe, Rast, Pause’. Sprichwörtlich gut Ding muß Weile (‘Zeit, keine Hast, keine Überstürzung’) haben (16. Jh.), gůt ding můß haben weile (15. Jh.); eile mit Weile (‘mit Eile, aber überlegt, nicht überstürzt’, 16. Jh.). weilen Vb. ‘sich aufhalten, (an einem Ort) sein’, ahd. (h)wīlōn (um 800), mhd. wīlen. verweilen Vb. ‘sich (lange) aufhalten, bleiben’, auch ‘säumen’, mhd. verwīlen ‘(ver)säumen, zubringen, sich aufhalten’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) aufhalten · Zeit verbringen · ↗bleiben · ↗herumstehen · ↗verbleiben · ↗verweilen  ●  Wurzeln schlagen  ugs., ironisch, fig. · weilen  geh.
Unterbegriffe
  • (sich) nicht vom Fleck rühren · (sich) nicht von der Stelle bewegen · (sich) nicht wegbewegen · da bleiben, wo man ist
Assoziationen
  • (etwas) sein Zuhause nennen · (irgendwo) zu Hause sein · (sein) Zuhause haben · jemandes Zuhause sein · ↗leben  ●  ↗hausen  abwertend · ↗wohnen  Hauptform · ↗residieren  geh.
Synonymgruppe
harren · sich nicht (von der Stelle) rühren · ↗stehen bleiben · ↗verharren · ↗verweilen · vor Ort bleiben · ↗warten · weilen
Synonymgruppe
(Zeit) verbringen · ↗(irgendwo) sein · ↗(irgendwo) stecken · ↗(sich) aufhalten · ↗(sich) befinden · anzutreffen sein · zu finden sein  ●  weilen (oft scherzh.)  veraltet
Assoziationen
  • (etwas) sein Zuhause nennen · (irgendwo) zu Hause sein · (sein) Zuhause haben · jemandes Zuhause sein · ↗leben  ●  ↗hausen  abwertend · ↗wohnen  Hauptform · ↗residieren  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

April Arbeitsbesuch Außenminister Begleitung Besuch Bulletin Bundesaußenminister Delegation Einladung Februar Freundschaftsbesuch Januar Juli Juni Kur Kurzbesuch Lebende Mai März November Oktober Premierminister Regierungsdelegation September Staatsbesuch Staatspräsident Trainingslager Urlaub gerade zurzeit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›weilen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich bewahre sie auf, als weilten die Füße meiner Mutter noch in ihnen.
Die Zeit, 15.05.2000, Nr. 20
Wohl mit Recht mögt Ihr gerührt bei diesem Bilde weilen.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 1, Berlin: Aufbau-Verl. 1954, S. 336
Seine Frau weilte mit ihren vier Kindern bei ihrer Mutter.
Brief von Frau E. D. vom 06.06.1944. In: Ortwin Buchbender u. Reinhold Sterz (Hgg.), Das andere Gesicht des Krieges, München: Beck, 1982, S. 135
Das junge Mädchen weilte in der Nacht am liebsten in den berüchtigten Vierteln.
Lichtenstein, Alfred: Die Jungfrau. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1919], S. 34289
So grau und öde liegt es da, dass man beinahe glauben könnte, man weile auf dem Mond.
Süddeutsche Zeitung, 13.04.2002
Zitationshilfe
„weilen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/weilen>, abgerufen am 21.05.2019.

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