weiblich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungweib-lich
Wortbildung mit ›weiblich‹ als Erstglied: ↗Weiblichkeit  ·  mit ›weiblich‹ als Letztglied: ↗unweiblich
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
dem gebärenden Geschlecht angehörend
Gegenwort zu männlich
Beispiele:
die weibliche Jugend
eine weibliche Verwandte
zu den Massen des jugendlichen und weiblichen Proletariats [Thälm.Reden2,399]
scherzhaft ein weibliches Weseneine Frau
Beispiele:
ein weibliches Tier, Kalb
die Verehrung eines jungen Mannes für ein weibliches Wesen [TralowKepler203]
die Frucht hervorbringend
Beispiel:
ein weiblicher Blütenstand, Baum
2.
zu einer Frau gehörend, von einer Frau
Beispiele:
weibliche Vornamen
die weiblichen Geschlechtsmerkmale
weibliche Reize, Formen
die weibliche Psyche
eine weibliche Stimme war zu hören
ein weiblicher Akt
für eine Frau passend
Beispiel:
Kindergärtnerin ist ein ausgesprochen weiblicher Beruf
3.
besonders typisch für eine Frau, wie es einer Frau gemäß ist
Beispiele:
eine weibliche Haartracht
weibliche Empfindungen, Gefühle
weibliches Zartgefühl
mit weiblichem Instinkt, Spürsinn
sie hat nichts Weibliches an sich
Mit genauer Absicht war sie ... um eine Spur weiblicher und sanfter geworden [K. MannMephisto293]
4.
Sonderbedeutungen
a)
Sprachwissenschaft
Beispiele:
ein weibliches (= mit dem Artikel »die« verbundenes) Substantiv
ein Substantiv mit weiblichem Geschlecht
der weibliche Artikel (= der Artikel »die«)
b)
Literaturwissenschaft
Beispiel:
ein weiblicher (= auf eine Senkung endender) Reim
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Weib · weibisch · weiblich
Weib n. ‘erwachsene weibliche Person, Ehefrau’, ahd. wīb (8. Jh.), mhd. wīp, asächs. mnd. wīf, mnl. nl. wijf, aengl. wīf, engl. wife (vgl. engl. woman, aus aengl. wīfmann, eigentlich ‘Weibsmensch’), anord. vīf, schwed. (nur noch dichterisch) viv. Die Herkunft ist ungeklärt. Zweifelhaft ist der Versuch, das Wort an got. biwaibjan ‘umwinden, umkleiden’, aengl. wǣfan ‘bekleiden, umwickeln’, anord. (vereinzelt poetisch) vīfa ‘umhüllen’ anzuschließen und Weib als die ‘mit einem Kopftuch umhüllte verheiratete Frau’ zu erklären. Unsicher ist auch eine Deutung der germ. Wortgruppe als ‘die in geschäftiger Bewegung Befindliche’, also eine Verbindung mit ahd. weibōn (10. Jh.), mhd. weiben ‘sich hin und her bewegen, drehen, schwanken, schweben’, anord. veifa ‘schwingen, werfen’, den unter ↗Wimpel, ↗Wipfel und ↗wippen (s. d.) genannten Formen und außergerm. mit aind. vḗpatē ‘zittert, ist erregt’, kymr. gwisgi ‘unruhig, reif (von Nüssen)’, lat. vibrāre ‘in zitternde Bewegung setzen, sich zitternd bewegen’, lit. viẽpti ‘das Gesicht verziehen’, lett. viept ‘verhüllen’, zu ie. *u̯eip-, *u̯eib- ‘drehen, sich drehend, schwingend bewegen’. weibisch Adj. ‘unmännlich’ (abwertend von Männern, 16. Jh.), ‘weiblich’ (in neutraler Verwendung bis ins 18. Jh.), spätmhd. wībisch. weiblich Adj. ‘einer Frau entsprechend, zu einer Frau gehörend’ (Gegensatz zu männlich), ahd. wīblīh (8. Jh.), mhd. wīplich; in der grammatischen Terminologie ‘feminines Genus aufweisend’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
feminin · ↗fraulich · weiblich
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Akt Angestellte Arbeitskraft Begleitung Brust Eizelle Emanzipation Fan Figur Fötus Führungskraft Genitale Geschlecht Geschlechtshormon Geschlechtsorgan Hauptfigur Hauptrolle Hormon Jugend Körper Nachwuchs Pendant Reiz Schönheit Sexualhormon Sexualität Vorname Wesen männlich typisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›weiblich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Glücklicherweise war damals das weibliche Element noch nicht bei uns eingedrungen.
Fischer, Emil: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 12391
Eine schrille weibliche Stimme gesellte sich zu der des Mannes.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 161
In einem Betrieb mit weiblichen Angestellten sind oft mehrere Generationen beschäftigt.
Bauer, Friedrich L. u. Goos, Gerhard: Informatik, Berlin: Springer 1971, S. 97
Auch anderwärts wird dem weiblichen Partner der soziale Rang des männlichen Partners von der gesamten Gruppe ohne weiteres zuerkannt.
Natzmer, Gert von: Tierstaaten und Tiergesellschaften, Berlin: Safari-Verl. 1967, S. 226
Es tut mir ordentlich wohl, diesen weiblichen Zug bei Ihnen zu finden!
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1867
Zitationshilfe
„weiblich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/weiblich>, abgerufen am 19.09.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Weiblein
weibisch
Weiberwirtschaft
Weibervolk
Weibertratsch
Weiblichkeit
Weiblichkeitswahn
Weibsbild
Weibsen
Weibsleute