wecken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungwe-cken (computergeneriert)
Wortbildung mit ›wecken‹ als Erstglied: ↗Weckauftrag · ↗Weckdienst · ↗Weckmittel · ↗Weckruf · ↗Weckuhr · ↗Weckung
 ·  mit ›wecken‹ als Letztglied: ↗aufwecken · ↗erwecken  ·  mit ›wecken‹ als Grundform: ↗geweckt
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
jmdn. wach machen, zum Erwachen bringen, jmds. Schlaf abbrechen oder unterbrechen
Beispiele:
wecke mich bitte morgen um sechs Uhr
wann soll ich dich wecken?
wann möchten Sie geweckt werden?
sich telefonisch wecken lassen
jmdn. zu spät, mitten in der Nacht, unsanft wecken
das Wecken übernimmt im Hotel die Rezeption
sei leise und wecke das Kind nicht!
umgangssprachlich jmdn. aus dem Schlaf wecken
du hast mich durch dein Schnarchen geweckt
ich wurde durch den Lärm geweckt
das Geschrei weckte mich
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlich der Kaffee hat meine Lebensgeister geweckt
2.
übertragen etw. in jmdm. wachrufen, entstehen lassen, erregen
Beispiele:
jmds. Begeisterung, Verständnis für etw., jmds. Interesse, Neugierde, Vertrauen, Mitleid wecken
in jmdm. Hoffnungen, Illusionen, das Bedürfnis nach etw. wecken
in den Kindern wurde die Liebe zur Arbeit geweckt
bei jmdm. den Sinn für etw. wecken
das Gute im Menschen wecken
etw. weckt jmds. Misstrauen, Neid, Hass
etw. weckt in jmdm. Besorgnis, Befürchtungen, Argwohn
das weckte den Wunsch in mir, sie näher kennen zu lernen
dieser Name weckte in mir bestimmte Vorstellungen, alte Erinnerungen
Ein Stöhnen weckte erst ihre Aufmerksamkeit [ViebigDie vor d. Toren173]
Dadurch wurde die Bereitschaft des Jugendlichen zur Tat geweckt [Neue Justiz1967]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wecken · Wecker · aufwecken · erwecken
wecken Vb. ‘wach, munter machen, aus dem Schlaf holen’, ahd. (um 800), mhd. wekken ‘wach machen, erwecken, erregen, beginnen’, asächs. wekkian, mnd. mnl. wecken, nl. wekken, aengl. weccan, anord. vekja, schwed. väcka, got. uswakjan ist Kausativum (germ. *wakjan) zu einem stark flektierenden Verb, resthaft bezeugt in mnl. wiec (Prät.) ‘wachte’, aengl. wacan (Prät. wōc) ‘erwachen, geboren werden’, anord. vakinn (Part. Prät.) ‘wach’. Es ist verwandt mit ↗wachen, ↗Wacht, ↗wacker (s. d.) sowie mit aind. vā́jaḥ ‘Kraft, Stärke, Schnelligkeit, (Wett)kampf, Kampfpreis’, lat. vegēre ‘munter sein, antreiben’, so daß eine Wurzel ie. *u̯eg̑- ‘frisch, stark sein’ anzusetzen ist. Die germ. Bedeutung ‘aus dem Schlaf holen’ ist eine Verengung der umfassenderen ‘wach, munter machen’. Wecker m. ‘Uhr mit Signalwerk’ (17. Jh.), ‘Schlaginstrument zum Aufwecken’ (16. Jh.), ‘wer andere aus dem Schlaf weckt’, mhd. wecker. aufwecken Vb. ‘wach machen, aus dem Schlaf rütteln’ (15. Jh.). erwecken Vb. ‘hervorrufen, erregen, wiederaufleben lassen, inspirieren, wach machen’, ahd. irwecken (8. Jh.), mhd. erwecken.

Thesaurus

Synonymgruppe
alarmieren · ↗aufrütteln · ↗aufscheuchen · ↗aufschrecken · ↗aufwecken · ↗emporreißen · ↗erschüttern · ↗wachrütteln · wecken  ●  ↗elektrisieren  ugs.
Synonymgruppe
aufwecken · munter machen · wecken  ●  ↗elektrisieren  ugs.
Synonymgruppe
(unbeabsichtigt) wecken · ↗aufwecken
Assoziationen
  • (jemanden) aufwecken · (jemanden) aus dem Bett holen (für / um zu) · (jemanden) aus dem Schlaf holen (für / um zu) · (jemanden) aus seinen Träumen reißen · (jemanden) wach machen · (jemanden) wachklingeln · ↗(jemanden) wachrütteln · (jemanden) wecken · aus dem Schlaf reißen
Synonymgruppe
(jemanden) aufwecken · (jemanden) aus dem Bett holen (für / um zu) · (jemanden) aus dem Schlaf holen (für / um zu) · (jemanden) aus seinen Träumen reißen · (jemanden) wach machen · (jemanden) wachklingeln · ↗(jemanden) wachrütteln · (jemanden) wecken · aus dem Schlaf reißen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angst Appetit Argwohn Assoziation Aufmerksamkeit Bedürfnis Befürchtung Begehrlichkeit Begeisterung Bewußtsein Dornröschenschlaf Ehrgeiz Emotion Erinnerung Erwartung Gefühl Hoffnung Interesse Lust Mißtrauen Neugier Neugierde Phantasie Sehnsucht Sympathie Verdacht Verständnis Vertrauen Zweifel aufwecken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wecken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das hat Erwartungen geweckt, die nicht mehr erfüllt werden können.
Der Tagesspiegel, 24.09.2003
Jahrelang kann sie da liegen, niemand rührt daran, niemand wagt sie zu wecken.
Süddeutsche Zeitung, 24.05.2003
Wir sagen dann, er mache uns melancholisch, nachdenklich oder wecke in uns eine Sehnsucht nach der Ferne.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 91
Es geht uns vor allem darum, Verständnis für ihre Situation zu wecken.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 366
Morgen, die sich glücklich fühlen, wecken ihn und er teilt mit ihnen.
Rilke, Rainer Maria: Auguste Rodin. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 1998 [1905], S. 9667
Zitationshilfe
„wecken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/wecken>, abgerufen am 18.06.2019.

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