verschlingen

verschlingen

verschlịngen, 1verschlang, hat verschlungen
etw., sich umeinander schlingen: sie verschlang ihre Hände in ihrem Schoß, über den Knien; die Linien seiner Zeichnung verschlangen sich zu einem wunderlichen Muster; der Faden verschlang sich zu einem Knoten; /oft im Part. Prät./ verschlungene Ornamente; ein mit verschlungenen Figuren überladener Kamin; sie blickte auf ihre verschlungenen Arme, Hände; verschlungene (sich windende) Wege /übertr./ das Talent, eine vielfach verschlungene, aber keineswegs verworrene Fabel zu erzählen Weiskopf 8,155;

verschlịngen, 2verschlang, hat verschlungen
Nahrung, ohne viel zu kauen, zu sich nehmen, in sich aufnehmen
a) etw. fressen /von Tieren/ der Hund verschlang ein großes Stück Fleisch; Ein Luchs kann in vier bis sechs Stunden bis zu fünf Kilogramm Fleisch verschlingen Grzimek Wildes Tier 69
b) umg. abwertend etw. hastig und gierig essen /vom Menschen/ er verschlang eine große Portion Eiscreme; er hatte alles mit Heißhunger, wahllos, gierig verschlungen; /bildl./ umg. jmdn., etw. (mit den Augen, Blicken) v. (jmdn., etw. aufdringlich, begehrlich, hingerissen ansehen, anstarren) er verschlang (las hastig und begierig) alle Romane, deren er habhaft werden konnte die Zuhörer hatten seine Worte förmlich verschlungen (begierig aufgenommen) /übertr./ etw. verschlingt jmdn., etw. etw. läßt jmdn., etw. verschwinden: die große Sturmflut hatte Menschen und Land verschlungen (unter ihren Fluten begraben) nach wenigen Augenblicken hatte ihn d. Nacht, Dunkelheit, Finsternis, Schneetreiben verschlungen (in sich aufgenommen, so daß er nicht mehr zu sehen war) ; er war verschwunden, als hätte ihn die Erde verschlungen; Der Lärm verschlang meine Worte (übertönte meine Worte, so daß sie nicht mehr zu hören waren) Jens Mann 94 der Neubau verschlang (kostete) Unsummen die Reparaturen hatten sein letztes Geld, ein Vermögen verschlungen (aufgebraucht, verbraucht)

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