setzen, setzte, hat gesetzt/ ist gesetzt
/vgl. gesetzt /
1. sich s. sich in sitzende Stellung bringen, begeben, nach dem Aufrechtstehen eine sitzende Stellung einnehmen(hat:) s. Sie sich bitte!; setzt euch!; er war so erschöpft, daß er sich öfter s. mußte; er stand auf und setzte sich wieder; sich bequem, gerade, aufrecht s.; er fragte, ob er sich zu uns s. dürfe; sich an einen Tisch, ans Fenster, Steuer, Lenkrad s.; er setzte sich auf d. Stuhl, Sofa, Sessel, Bank, Bettkante, aufs Pferd, Rad; sich mit gekreuzten Beinen auf den Teppich s.; sich in einen Sessel, ins Licht, Zimmer s.; sie setzte sich unbefangen neben mich; umg. sich in Positur s.; umg. scherzh. verhüll. setz dich auf deine vier Buchstaben; sich an die Arbeit s. (zu arbeiten beginnen) sich auf die Bahn s. (mit dem Zug fahren) /bildl./ mit ihm setze ich mich nicht an einen Tisch (mit ihm will ich nichts zu tun haben) im vorgeschrittenen Alter setzte er sich noch einmal auf die Schulbank (begann er noch einmal zu lernen, sich weiterzubilden) umg. sich in die Nesseln, in die Tinte, in ein Wespennest s. (sich selbst Schaden zufügen, Unangenehmes zuziehen) sich ins gemachte, warme Nest s. (ohne eigene Anstrengung in eine wirtschaftlich günstige Lage kommen) sich zwischen zwei Stühle s. (sich nach zwei Seiten hin in eine ungünstige Lage bringen) salopp sich auf seinen Hintern, den Hosenboden, die Hosen s. (fleißig lernen) /von Tieren/ sich auf eine Unterlage niederlassen: der Vogel setzt sich auf ihre Hand, Schulter; Fliegen setzten sich auf den Kuchen; die Katze hatte sich auf den Pfosten gesetzt; jmdn. s. jmdn. an einen bestimmten Ort, Platz in sitzende Stellung, zum Sitzen bringen(hat:) er setzte sie an meine Seite; sie setzte ihm das Kind auf den Schoß; einen Genesenden ans Fenster, ins Licht s.; umg. ein Kind aufs Töpfchen s.; sein Vater hatte ihn schon aufs Pferd gesetzt, als er noch kaum laufen konnte
2. etw. an einen bestimmten Platz stellen, einer Sache einen bestimmten Platz geben(hat:) einen Stuhl an den Tisch, das Frühstück, Tassen und Teller, ein Glas auf den Tisch s.; eine Blumenvase aufs Fensterbrett, einen Eimer auf das Podest, einen Topf auf d. Herd, Feuer s.; er setzte den Koffer auf den Boden; eine Blattpflanze ins Licht s.; er setzte einen Fuß auf die Treppe und blieb stehen; sie sah in der Dunkelheit nicht, wohin sie ihre Füße setzte; den Fuß an Land s. (an Land gehen) salopp man hatte ihnen eine Fabrik vor die Nase gesetzt (ihnen die Aussicht durch ein Fabrikgebäude verbaut) nie wieder setze ich meinen Fuß auf, über die Schwelle dieses Hauses (dieses Haus werde ich nie wieder betreten) Schritt vor Schritt s. (langsam, aber unentwegt weitergehen) ich habe heute noch keinen Fuß vor die Tür gesetzt (bin heute noch nicht ausgegangen) /übertr./ jmdm. den Stuhl vor die Tür s. (jmdn. entlassen, hinauswerfen, jmdm. kurzfristig kündigen) etw. ins rechte Licht s. (die Vorzüge von etw. richtig zur Geltung bringen) abwertend Gerüchte, Lügen in die Welt s. (in Umlauf bringen)
3. etw., jmdn. an eine bestimmte Stelle, in eine besondere Lage, Umgebung bringen(hat)
a) ein Glas an den Mund, die Lippen s.; eine Trompete an die Lippen s.; sich /Dat./ den Hut auf den Kopf s.; (sich /Dat./) die Mütze schief aufs Ohr, tief in die Stirn s.; umg. er hat sein Segelflugzeug bei der Notlandung in einen Acker gesetzt; der Koch setzte mit dem Löffel kleine Teighäufchen auf das Kuchenblech; präparierte Tiere in Spiritus s.; einen Flicken auf etw. s. (nähen) ein Schiff auf Grund s. (ein Schiff im flachen Wasser auf den Meeresboden auflaufen lassen) ein Siegel auf ein Dokument s. (aufprägen) eine Anzeige in die Zeitung s. (lassen) (veröffentlichen) umg. der Lokführer hatte ein Haltesignal übersehen und seinen Zug auf einen anderen gesetzt (war auf ihn aufgefahren) Jägerspr. einen Hund auf die Fährte, Spur s.; er hat dem Wildschwein eine Kugel aufs Blatt gesetzt; jmdm. einen Verfolger auf die Fährte, Spur s. (jmdn. von jmdm. verfolgen lassen) sich s.: er setzte sich (begab sich, rückte vor) an die Spitze der Jungen, Marschkolonne, Rennfahrer, des Feldes /bildl./ jmdm. das Messer an die Kehle s. (jmdn. in äußerste Bedrängnis bringen) jmdm. die Pistole auf die Brust s. (jmdn. zu etw. zwingen) jmdm. den roten Hahn aufs Dach s. (jmds. Haus anzünden) umg. jmdm. einen Floh ins Ohr s. (in jmdm. einen schwererfüllbaren Wunsch, einen Gedanken erwecken, der ihn nicht mehr losläßt) sich /Dat./ etw. in den Kopf s. (an einem bestimmten Gedanken festhalten, sich etw. einbilden) salopp sich /Dat./ Läuse in den Pelz s. (sich selbst Schwierigkeiten bereiten, Ärger zuziehen) jmdn. an jmds. Stelle s. (jmdm. jmds. Posten, Arbeitsplatz geben) jmdn. an eine Aufgabe s. (jmdm. eine Aufgabe übertragen) jmdn. an Land s. (jmdn. ausschiffen) umg. jmdn. an die frische Luft, aufs Pflaster, auf die Straße, vor die Tür s. (jmdn. hinauswerfen, jmdm. kündigen) jmdn. über jmdn., über etw., eine Arbeit, Aufgabe s. (stellen) salopp jmdm. jmdn. vor die Nase s. (jmdm. jmdn. zum Vorgesetzten geben) /übertr./ Arbeit, Geld, Mühe, Zeit an etw. s. (für etw. aufbringen) er hat sein ganzes Leben an diese Arbeit, Aufgabe gesetzt (er hat ein Leben lang alle Entbehrungen auf sich genommen, um diese Arbeit, Aufgabe zu bewältigen) seinen Stolz auf etw., die eigene Leistung, jmdn. s. (auf etw., seine Leistung, jmdn. stolz sein)
b) etw. irgendwohin schreiben: seinen Namen, seine Unterschrift auf ein Schriftstück, unter ein Dokument s.; e. Komma, Fragezeichen s.; auf die erste Seite setzte er Worte des Dankes; ein zusätzliches Gericht auf die Speisekarte s.; (jmdm.) einen Betrag, bestimmte Posten auf die Rechnung, das Konto s. (anrechnen) /bildl./ jmdn. auf eine Liste s. (jmds. Namen auf eine Liste schreiben, jmdn. nominieren) ein Buch auf den Index s. (es verbieten, ächten) etw. auf die Tagesordnung s. (etw. in die Tagesordnung aufnehmen) den Punkt aufs i s. (einer Sache die letzte Vollendung geben) einen (dicken) Strich, Punkt unter etw. s. (etw. endgültig abschließen, nachdrücklich für erledigt erklären)
c) /in Sonderbedeutungen/ ein Gedicht in Noten, Musik s. (ein Gedicht vertonen) ein Musikstück für Orgel, Chor s. (bearbeiten) seine Erlebnisse, eine Geschichte in Reime s. (dichterisch gestalten)
4. etw. in besonderer Weise und zu bestimmtem Zweck an einem bestimmten Ort unterbringen, placieren(hat)
a) etw. errichten, aufbauen: einen Ofen, Mast, Pfahl, Zaun s.; (jmdm.) e. Denkmal, Grabstein s.;
b) Druckerei Typen mit der Hand oder der Maschine zu Wörtern und Zeilen für den Druck zusammenstellen, einen Schriftsatz herstellen: Lettern, Schrift, ein Manuskript s.; ein gut, schlecht gesetztes Buch;
c) etw. einpflanzen: Blumen, Pflanzen, Stauden, Schößlinge s.; junge Obstbäume und Erdbeeren (in Reihen) s.; Kartoffeln, Rüben werden gesetzt;
d) Jägerspr. ein Junges zur Welt bringen /vom Schalenwild außer Schwarzwild/ die Häsin hat vier Junge gesetzt; eine Hirschkuh hat ein Kalb gesetzt
e) /in Sonderbedeutungen/ wilde Tiere s. Duftmarken, um ihr Gebiet gegen Artgenossen zu kennzeichnen; eine Henne, Glucke s. (zum Brüten auf ein Nest mit Eiern placieren) Fischbrut s. (zur Aufzucht in ein Gewässer bringen) einen Keil s. (anbringen) Ziegel s. (mauern) die (weiße) Fahne s. (hissen) die Fahne auf halbmast s.; Seemannsspr. die Lichter, Positionslampen s. (aufstellen, anzünden) das manövrierunfähige Schiff hatte zwei rote Lampen gesetzt; (die) Segel, d. Großsegel, Klüver, Fock s. (aufziehen, hissen) der Segler hatte volles Zeug gesetzt; Sport einen Sportler, eine Mannschaft s. (von vornherein als Teilnehmer am Endkampf bestimmen und darum von den Entscheidungskämpfen freistellen) umg. neue Marken s. (neue Rekorde aufstellen) er setzte (sprach) seine Worte ruhig und bedächtig Akzente, Pointen s. (Nachdruck auf bestimmte Besonderheiten legen)
5. etw., jmdn., sich auf, in, unter, außer etw. s. für etw., jmdn., sich eine besondere, neue Lage, einen veränderten Zustand herbeiführen(hat)
a) jmdn. auf fleischlose Kost s. (jmdm. fleischlose Kost verordnen) jmdn. auf schmale Kost, Krankenkost, Schonkost, knappe, halbe Ration s.; umg. jmdn. aufs Altenteil s. (jmdn. nicht mehr an allem teilnehmen lassen) jmdn. aufs Pflichtteil s. (jmdm. nur den Anteil am Nachlaß gewähren, der den engsten Angehörigen zusteht) er setzte seine beiden einzigen Erben auf gleiche Teile (vererbte jedem von beiden einen gleich großen Teil vom Nachlaß) jmdn., etw. auf den Aussterbeetat s. (jmds., einer Sache Geltung, Bedeutung einschränken) salopp jmdn. auf Wasser und Brot s. (jmdn. inhaftieren) jmdn. unter Alkohol s. (jmdn. betrunken machen) umg. jmdn. auf Rente s. (berenten) ; jmdn., etw. außer Gefecht s. (jmdn., etw. kampfunfähig machen) Münzen außer Kurs s. (Münzen für ungültig erklären, aus dem Verkehr ziehen) etw. in Kraft s. (für gültig erklären) geh. jmdn. (über etw.) ins Bild s. (jmdn. über etw. informieren) sich in Szene s. (sich selbst wirkungsvoll zur Geltung bringen) etw. in Szene s. (etw. veranstalten, bewerkstelligen, arrangieren) jmdn. ins Unrecht s. (jmdn. in eine Lage bringen, daß es so aussieht, als hätte er unrecht) etw. unter Strom s. (Strom durch etw., eine Leitung schicken)
b) /in Wendungen, die den Beginn einer Bewegung ausdrücken/ etw., eine Maschine, einen Motor in Betrieb, Bewegung, Gang, Tätigkeit s. (anstellen, zu arbeiten beginnen lasen) eine Drehtür, Schaukel in Schwung s. (zum Schwingen bringen) ein Pferd in Trab s. (ein Pferd zum Traben veranlassen) sich in Bewegung s. (losgehen, losfahren, zu arbeiten beginnen) d. Maschine, Wagen, Zug setzt sich in Bewegung; umg. wir mußten ihn mehrere Male auffordern, ehe er sich endlich in Bewegung setzte; sich in Lauf s. (zu laufen beginnen) sich in Marsch s. (losmarschieren) umg. sich in Trab s. (anfangen, schneller zu laufen) jmdn. in Bewegung s.: durch ihren Aufbruch hatte sie die ganze Gesellschaft in Bewegung gesetzt; /übertr./ er setzte alle Hebel, Himmel und Hölle in Bewegung (bot alles auf)
6. /dient in abgeblaßter Bedeutung in Verbindung mit einem Subst. häufig zur Umschreibung eines Verbalbegriffs/ (hat)
a) jmdn. in Begeisterung s. (jmdn. begeistern) papierdt. sich mit jmdm. ins Benehmen, Einvernehmen s. (sich mit jmdm. verständigen) sich in den Besitz einer Sache s. (sich einer Sache bemächtigen, sich etw. aneignen) sich mit jmdm. in Verbindung s. (mit jmdm. Verbindung aufnehmen) Dinge zueinander in Beziehung s. (aufeinander beziehen) jmdn. in Erstaunen s. (jmdn. erstaunen) papierdt. jmdn. von etw. in Kenntnis s. (jmdn. von etw. unterrichten) jmdn. in (Furcht und) Schrecken s. (jmdn. ängstigen, erschrecken) jmdn. in Verlegenheit s. (jmdn. verlegen machen) jmdn. in den Stand, instand s., etw. zu tun (jmdm. ermöglichen, etw. zu tun) jmdn. auf freien Fuß s. (jmdn. freilassen, aus der Haft entlassen) jmdn. in Arrest, umg. hinter Schloß und Riegel s. (jmdn. inhaftieren) jmdn. in Freiheit s. (jmdn. befreien, aus der Haft entlassen) umg. ein Kind in die Welt s. (ein Kind zeugen, gebären) etw. in Brand s. (etw. anbrennen, anzünden) etw. ins Werk s. (etw. bewerkstelligen, zustande bringen, erreichen) etw. in Zweifel s. (etw. bezweifeln) umg. jmdn. unter Druck s. (jmdn. bedrängen, Druck auf ihn ausüben) sich zur Wehr s. (sich wehren)
b) /in Wendungen, die eine Erwartung ausdrücken/ seine, große, alle Hoffnung auf jmdn., etw. s. (hoffen, daß jmd., etw. bestimmte Erwartungen erfüllt) sein Vertrauen auf jmdn., etw. s. (sich auf jmdn., etw. vertrauensvoll verlassen) Mißtrauen in jmdn., etw. s. (jmdm., einer Sache mißtrauen)
7. etw. bestimmen, festlegen, festsetzen(hat:) etw. als erst-, zweitrangig s.; etw. absolut s.; e. Bedingung, Zeitraum, Zeitpunkt für einen Zweck s.; /in besonderen Redewendungen/ sich /Dat./ e. Thema, Ziel, etw. als Aufgabe s. (vornehmen) einer Sache ein Ende s. (bereiten) einer Sache, jmdm. e. Grenze, Schranke, Ziel s. (jmdn. nicht in der gleichen Weise fortfahren lassen, etw. nicht so weitergehen lassen) sich /Dat./ etw. zur Regel s. (sich selbst eine Regel vorschreiben) auf dieses Verbrechen hat das Gesetz eine hohe Strafe gesetzt (dieses Verbrechen wird streng bestraft)
8. bei einer Wette, einem Glücksspiel eine Geldsumme als Einsatz wagen, um etw. zu gewinnen(hat:) er setzte bei jedem Rennen, hundert Mark (auf ein Pferd, auf den Favoriten des Rennens); ich setze natürlich keinen Pfennig; hoch s.; er setzte den ganzen Einsatz auf eine Karte; /bildl./ alles, sein Leben, seine Laufbahn, seine Zukunft aufs Spiel s.; umg. aufs falsche Pferd s.; /übertr./ alles auf eine Karte s.; auf jmdn., etw. s. sich für jmdn., etw. entscheiden als den Besten oder das Beste in der Hoffnung, daß sich die Erwartungen erfüllen werden: er setzte alles auf die Kur, den berühmten Facharzt;
9. sich irgendwohin begeben, ein Hindernis, eine Entfernung überwinden(ist/ hat)
a) etw. überqueren(ist/ hat): sie setzten noch bei Tageslicht über den Strom;
b) jmdn. über etw. befördern(hat:) der Fährmann setzte uns über den Fluß;
c) über etw. springen(ist/ hat): er setzte elegant über den Graben, Zaun; der Reiter setzte kühn über die Hecke; er setzte (rannte) mit großen Sprüngen über die Fahrbahn
d) Neubedeut. sich irgendwohin s. eine neue Fahrtrichtung einnehmen(hat:) als der Wartburg überholen wollte, setzte sich der Lastzug rücksichtslos auf die linke Fahrbahn
10. salopp (hat:) es setzt (du bekommst) Hiebe, Ohrfeigen, Prügel, wenn du nicht gehorchst jetzt setzt es etw. (gibt es Schläge, Prügel)
11. etw. annehmen, etw. als gegeben in eine Betrachtung einbeziehen(hat:) s. wir den Fall, er ginge wider Erwarten auf deinen Vorschlag ein; gesetzt (den Fall), daß … (falls)
12. etw. setzt sich (zu Boden) etw. sinkt zu Boden und lagert sich dort ab(hat:) Wasser stehen lassen, bis sich die Stärke gesetzt hat; der Kaffee hat sich gesetzt; der Wirt wartete, bis sich der Schaum auf dem Bier gesetzt (aufgelöst) hatte Bauw. der Beton setzt sich (bindet ab, wird hart)

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