entzi̱e̱hen, entzog, hat entzogen
1. jmdm., einer Sache etw. wegnehmen
a) dem Kraftfahrer wurde (wegen Trunkenheit am Steuer) der Führerschein entzogen; /bildl./ jmdm. das Wort e.; Damit ist der Möglichkeit einer Infektion der Boden entzogen Schleich Besonnte Vergangenh. 302
b) etw. aus etw. herausziehen: die Pflanzen entziehen dem Boden Nährstoffe;
c) sie entzog ihm ihre Hand (zog sie weg)
d) jmdm. etw. nicht mehr, nicht länger geben, zugestehen: jmdm. den Kredit, seine Unterstützung, Gunst, Gnade e.; er entzog ihm seine Hilfe, Freundschaft, seinen Beistand; dem Kranken Tabak und Alkohol e. (verbieten)
2. sich jmdm., einer Sache e.
a) geh. sich von jmdm., einer Sache zurückziehen: sich jmdm., der Welt, der Gesellschaft e.; Es wäre doch klüger gewesen, er … hätte sich dem ganzen Trubel entzogen Feuchtw. Oppermann 8; eine Kranke, die sich ins Sanatorium nach Davos entzog Frisch Stiller 366
b) sich von etw. frei machen: sie hatte sich mit erbitterter Gegenwehr seiner Umarmung entzogen L. Frank 5,129 (Mathilde) ; geh. er konnte sich ihrem Reiz, Zauber, der Stimmung nicht e. (blieb nicht unberührt davon)
c) geh. er entzog sich ihren Blicken, der Aufmerksamkeit, Beobachtung (verbarg sich davor)
d) einer Sache nicht nachkommen: er entzieht sich seinen Verpflichtungen, seiner Pflicht, Schuldigkeit, Verantwortung; sich jmds. Bitte e.;
e) papierdt. er entzog sich der Verhaftung durch die Flucht (floh, bevor er verhaftet werden konnte) das entzieht sich unserer Kenntnis (das wissen wir nicht) etw. entzieht sich der Kontrolle, Berechnung, Beurteilung (etw. ist nicht zu kontrollieren, zu berechnen, zu beurteilen)

entziehen

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