denn1 /Konj./
1. /leitet einen Hauptsatz ein, der vorher Gesagtes begründet/ er kann heute nicht kommen, d. er ist krank; ich komme später, d. ich habe noch etwas zu erledigen; er kehrte ein, d. er hatte Hunger; du mußt es ihm gesagt haben, d. außer dir hat es ja niemand gewußt; Lerne nur das Glück ergreifen, / Denn das Glück ist immer da! Goethe Willst du immer weiter schweifen; das kannst du glauben, d. wenn er Zeit gehabt hätte, wäre er sicher noch hiergeblieben; sie muß es gewesen sein, d. wer sonst war zu dieser Zeit hier?;
2. als /nach Komp.; heute nur noch
a) in der Wendung Komp. + d. + je / mehr, schöner, kälter, unerschütterlicher d. je; er war seinem Ziel näher d. je
b) um doppeltes als zu vermeiden / Balzac, gesellschaftlich noch viel ehrgeiziger denn als Literat St. Zweig Balzac 264; Dabei wirkte Lady Stanhope mehr als Freundin … ihres Sohnes, denn als verwandtschaftliche Belastung Zuckmayer Leben u. Tod 11
c) geh. Gerader, höher, steifer noch denn zuvor Th. Mann 1,199 (Buddenbr.) ; [Kirchtürme, die] schon weit mehr im Trüben lagen denn des Morgens G. Hermann Kubinke 254
3. /steht innerhalb eines Gliedsatzes/ es sei d. ausgenommen: er kommt nicht mit, es sei d., du entschuldigst dich bei ihm; er kommt nicht mit, es sei d., daß du dich bei ihm entschuldigst; ich gehe nicht zum Arzt, es sei d., das Fieber steigt; d. ausgenommen, wenn /heute nur noch geh./ Man hat kein Schicksal, man hätte es sich denn erkämpft H. Mann 11,372; veralt. Die Nürenberger henken keinen, / Sie hätten ihn denn vor Schiller Räuber II 3
4. geschweige d. s. geschweige

denn2 /Adv./
1. /partikelhaft, ohne eigentliche Bedeutung; wirkt intensivierend und satzbelebend; steht nie am Satzanfang/
a) /in Fragesätzen; verstärkt die ganze Frage oder hebt einzelne Satzglieder besonders hervor; drückt innere Anteilnahme, lebhaftes Interesse, Ungeduld aus/ was, wer, welcher, wo, wie d.?; warum, wozu d.?; von wem d.?; wer war d. das?; wie hast du d. das erreicht?; was ist d. (mit dir) los?; seit wann bist du d. krank?; wo sind d. die anderen?; was willst du d. hier?; was kann ich d. dafür?; warum bist du d. nicht gekommen?; sie fragte, was mir d. fehle; Was macht denn die? Döblin Alexanderpl. 29; was glauben d. Sie?; was hat sie d.?; wo ist, bleibt er d. nur?; wer sind Sie denn überhaupt? Zuckmayer Teufels General II; wie alt bist du d.?; was sagt er d.?; was wollen Sie d.?; muß es d. gleich sein?; salopp bist du krank? Ach, woher d. (keineswegs)! na, wer sagt's d. (na, siehst du, wußte ich's doch)! /drückt Erstaunen, Zweifel aus/ hast du d. noch so viel Geld?; ist das d. so wichtig?; kannst du d. Englisch?; glaubst du d. wirklich, daß er kommt?; hast du ihn d. nicht gleich auf seinen Irrtum aufmerksam gemacht?; was sind d. das für Sachen!; wie siehst du d. aus!; ja, wer kommt d. da!; ist d. so was möglich!; /in rhetorischen Fragen/ bist du d. blind?; kannst du d. nicht sehen?; War denn der blinde … Wille belehrbar? Selbstverständlich nicht Th. Mann 10,312; umg. /Interr.pron. + betontes d. / bist du in D gewesen? Nein! Wo d. (wo im Unterschied dazu, wo sonst)? hast du das Buch von deinem Bruder bekommen? Nein. Von wem d.?
b) /in Aussagesätzen; verstärkt die ganze Aussage und kann eine Folgerung ausdrücken/ Es war nun auch Zeit zum Aufbrechen, so gingen sie denn Hesse 1,817; wie d. selbst M diese Meinung vertritt; womit d. bewiesen wäre, daß …; so soll d. im folgenden versucht werden …; so vernimm d. …; Muß i denn, muß i denn zum Städtele 'naus Volksl.; /tritt oft vor Wörter wie doch, auch, aber / das schien ihr d. doch sehr unglaubwürdig; salopp das ist d. doch ein starkes Stück!; sie bat den Vater, der d. auch bereit war; Da es denn aber unmöglich war Th. Mann 2,594 (Zauberb.) ; wie ich denn ja schon betonte Th. Mann 8,332 (Krull) ; /in Ausrufen/ wohlan d.!; ans Werk denn, meine Herren Böll Billard 257; nun d.!; Auf denn! nicht träge denn! / Strebend und hoffend hinan! Goethe Schw. Kronos
2. dann
a) norddt. salopp Wenn einer kranke Nerven hat, denn ist er gesund Döblin Alexanderpl. 295; Na denn prost Zuckmayer Teufels General I; na, d. nicht!; d. man tau (na, dann los)! Na, denn man zu A. Zweig Elfenbeinfächer 137
b) wenn schon, d. schon (wenn überhaupt, dann richtig)

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