blasen(er bläst,) blies, hat geblasen
1. durch kräftiges Ausstoßen von Luft einen Luftstrom erzeugen: jmdm. ins Gesicht b.; zum Anfachen des Feuers in die Flamme b.; zur Erwärmung in die Hände b.; (etw.) durch ein Rohr b.; beim Rauchen Ringe in die Luft b.; Bliesen doch Fabrikschlote dichte Rauchschwaden in diesen Himmel Kisch Marktplatz 211 Staub, Haare von der Kleidung b.; [er] blies den Schnee aus dem Bart Waggerl Jahr 277
2. mit dem Mund Luft in ein Instrument pressen und dadurch Töne darauf hervorbringen: auf einem Instrument, ein Instrument b.; (die) Trompete, (das) Horn b.; auf d. Flöte, Posaune b.; mit vollen Backen in sein Instrument b.; Es blies ein Jäger wohl in sein Horn Volksl.; ein Solo b.; d. Signal, Zapfenstreich b.; während der Jagd das Halali b.; den Choral, welchen sie vom Turme bliesen Raabe II 2,214; hist. die Schloßwache blies Alarm Wasserm. Junker Ernst 158 zu etw. b. ein Signal zu etw. geben: zum Angriff, Abmarsch, Sammeln, Rückzug b.; zur Attacke b.; in der folgenden Nacht wurde zum Aufbruch geblasen;
3. fachspr. Glas b. glühende Glasmasse durch einen Luftstrom formen
4. heftig wehen: der Wind bläst aus (dem) Osten; es blies eine frische Brise; kalt her bläst es aus dem Wetterloch Schiller Tell I 1
5. /besondere Redewendungen/ umg. jmdm. etw. in die Ohren b. jmdm. Geheimnisse erzählen: Klatsch wird ihm in die Ohren geblasen Steinberg Tag 367 mit jmdm. in ein Horn b. (mit jmdm. einer Meinung sein) Trübsal b. traurig sein: sie hatte den ganzen Tag Trübsal geblasen; salopp jmdm. was, eins b. (jmds. Wunsch ablehnen) jmdm. (gehörig) den Marsch b. (jmdm. unmißverständlich die Meinung sagen, jmdn. zurechtweisen) von Tuten und Blasen keine Ahnung haben (überhaupt keine Ahnung von etw. haben, nichts von einer Sache verstehen)

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