ausgeben(er gibt aus,) gab aus, hat ausgegeben
1. etw. öffentlich an eine größere Anzahl von Personen geben
a) etw. austeilen: Essen, Getränke a.; an die Soldaten, die geretteten Seeleute werden doppelte Rationen ausgegeben; Schaufeln, Spitzhacken an die Bauarbeiter a.; Es wurde scharfe Munition ausgegeben Strittmatter Wundertäter 477
b) etw. aushändigen: in der Leihbibliothek die Bücher a.; das Gepäck wird am anderen Schalter, die Ware wird neben der Kasse ausgegeben; für diesen Zug werden keine Platzkarten ausgegeben; die Notenbank hat neue Geldscheine ausgegeben (in Umlauf gebracht)
c) /übertr./ etw. verkünden: e. Parole, Losung a.; Informationen, Instruktionen a.; daß der Schwedenkönig … schriftlich habe ausgeben lassen, er wolle dem bedrängten Volke den Frieden bringen Ric. Huch Dreißigjähr. Krieg 1,404
2. Geld a. Geld verbrauchen, aufwenden: für etw. unnütz, leichtfertig Geld a.; so viel (Geld) kann ich für ein neues Kleid nicht a.; für das Buch habe ich 10 Mark ausgegeben; für dieses Unternehmen werden große Summen, Beträge ausgegeben; /bildl./ umg. er dreht jeden Pfennig dreimal um, bevor er ihn ausgibt (ist sehr sparsam, geizig) umg. spött. der hat sein Schulgeld umsonst ausgegeben (hat nicht viel in der Schule gelernt) salopp einen a. eine Runde Bier, Schnaps spendieren: gib mal einen aus!; er mußte einen a.;
3. umg. sich a. seine Kräfte verbrauchen, verausgaben: sich bei der Arbeit, beim Sport völlig, vollständig a.; Anforderungen … denen sie [meine Spannkraft] unmöglich hätte genügen können, wenn ich mich auf so durchgreifende Art hätte ausgeben wollen Th. Mann 8,317 (Krull)
4. jmdn., sich, etw. a. für, als jmdn., sich, etw. fälschlich bezeichnen als: jmdn. für, als seinen Verwandten, Bekannten a.; die Frau gab das Kind für ihr eigenes aus; jmdn. für ängstlich, geizig a.; daß Sie mich für eigensinnig ausgegeben haben, ist stark Harden Köpfe 137; sich für einen, als Künstler, Dichter, Arzt a.; sich für einen, als Vorkämpfer, Anhänger, Gegner einer Sache a.; er gab sich leichtgläubigen Menschen gegenüber für einen Hellseher, Propheten, Heilkundigen aus; sich für verheiratet, krank, unschuldig a.; er gab sich für jünger, älter aus, als er wirklich war; obwohl sie sich selbst für berechnend ausgegeben hatte Fontane Petöfy 31; etw. für, als sein Werk, seine Erfindung, sein Eigentum a.; eine Geschichte als wahre Begebenheit a.; ein kopiertes Gemälde für echt, einen Gegenstand beim Wiederverkauf für neu a.; e. Mittel, Lehre für unfehlbar a.; um seine weltlichen Auffassungen … als besser, richtiger, natürlicher, menschlicher auszugeben Hesse 6,168 (Glasperlensp.)
5. landsch. umg. etw. gibt (etw.) aus etw. ist ergiebig: der Teig gibt beim Ausrollen, das Getreide gibt beim Mahlen (viel) aus; das gibt mehr aus, als ich dachte;

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