Schwein, das; -(e)s, -e
1. /Verkl.Schweinchen/ wegen seines Fleisches als Haustier gehaltener Paarhufer mit borstiger Haut, kurzer, rüsselförmiger Schnauze, großen, spitz auslaufenden Ohren und dünnem, meist geringeltem Schwanz: ein fettes S.; ein S. füttern, mästen, schlachten, abstechen; Schweine halten, züchten; die Schweine haben hier alles umgewühlt; man hört die Schweine im Koben grunzen; vulg. wie ein S. bluten (stark bluten) besoffen wie ein S., voll wie ein S. (restlos betrunken) salopp derb du benimmst dich wie ein S. (sehr schlecht) /übertr./ mit jmdm. Schweine gehütet haben (mit jmdm. auf sehr vertrautem Fuße stehen)
2. /ohne Pl./ Fleisch von 1: bitte ein Kilo Fleisch für Gulasch, halb Rind, halb S.
3. umg. S. haben Glück haben: S. muß man haben; ein S. hat der Kerl!; Alles ist möglich … mit etwas Courage und sehr viel Schwein A. Zweig Erziehung 232
4. salopp Mensch
a) derb unsauberer oder unanständiger, moralisch minderwertiger Mensch: einen Dreck hat das S. hinterlassen!; das faule S. hat uns gerade noch gefehlt; das blöde Mensch ist schwanger, wahrscheinlich von einem Schwein eures Kalibers Fritsch in: Österr. Erzähler 2,316; dann hat das S. von einem Fahrer den Verunglückten hilflos liegenlassen; Er ist zwar unser bester Ingenieur, aber moralisch ist er ein Schwein Jakobs Beschreibung 30
b) Schimpfw. du S.!; du bist ein altes S.
c) derb kein S. niemand: das kann kein S. lesen, kapieren, schaffen; in fünf Jahren fragt kein S. mehr danach;
d) ein armes S. ein bedauernswerter Mensch: jetzt hat das arme S. auch noch die Grippe erwischt!;

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