Radikalịsmus, der; -, Radikalismen /Pl. ungebräuchl./
lat.
1. politisch-ideologische Denk- und Handlungsweise unterschiedlichen Klassencharakters, die
a) auf eine grundlegende Umwandlung der bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse abzielt, aber den konsequenten proletarischen Klassenkampf, die führende Rolle der Arbeiterklasse und der marxistisch-leninistischen Partei leugnet und durch ihre linksopportunistische, scheinrevolutionäre Haltung eine revolutionäre Umgestaltung erschwert und in der Gegenwart objektiv den reaktionären Kräften nützt: der linke R. (in der Arbeiterbewegung nach dem 1. Weltkrieg); der kleinbürgerliche, anarchistische R.; Das [Mittel des parlamentarischen Kampfes] sei [in diesem Fall] der einzig mögliche Weg, jeder andere werde in wildem Radikalismus und Anarchismus enden Bredel Väter 385
b) reaktionäre Ziele mit terroristischen Methoden durchzusetzen sucht: der R. von rechts;
2. überspitzte, zum Extremen neigende Denk- und Handlungsweise: der Radikalismus der Dramaturgie begann Konzessionen an die Nerven des Publikums zu machen J. Roth Rechts u. links 314 ihm lag jeder R. fern;

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