Kunst, die; -, Künste
1. Widerspiegelung der mannigfaltigen Beziehungen des Menschen zu seiner Umwelt durch die schöpferische Gestaltung von Dingen und Vorgängen der Wirklichkeit mit Hilfe sinnlich wahrnehmbarer Mittel und die dadurch geschaffenen Werke, bes. in Malerei, Bildhauerei, Dichtung und Musik: die Geschichte der K.; K. und Wissenschaft; K. und Kitsch; der Anfang aller K.; Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst Schiller Wallenst., Prolog; er ist ein Verehrer, Freund der K.; die Pflege der K.; die K. lieben, fördern; das nationale Erbe in der K.; die antike, mittelalterliche, klassische, gotische, sozialistische, französische K.; Nachdem ich Madrid besucht … hatte, studierte ich spanische Kunst und Geschichte Seghers Erster Schritt 14; die K. der Griechen, Gegenwart; eine humanistische K.; moderne, neue(re), zeitgenössische, abstrakte, realistische, primitive, volksverbundene, angewandte K.; die darstellende, graphische K. die bildende K. /zusammenfassende Bezeichnung für Baukunst, Bildhauerkunst, Malerei, Graphik, Kunstgewerbe) die schönen Künste /zusammenfassende Bezeichnung für Baukunst, Bildhauerkunst, Malerei, Dichtung, Musik, darstellende Kunst/ ; Neupräg. DDR die Deutsche Akademie der Künste; anregend auf die K. (das künstlerische Schaffen) wirken; Kunstwerke: K. aus den skandinavischen Ländern wurde ausgestellt
2. das Können, die erworbene Fertigkeit, Geschicklichkeit auf einem bestimmten Gebiet: die K. des Fechtens, Reitens, der Holzschnitzerei; Begriffe … die irgendwie mit der Kunst menschlicher Meßtechnik zusammenhängen Planck Weltbild 40; alle ärztliche K. vermochte hier nichts mehr; die Schwarze K. (Zauberei, Magie; scherzh. Buchdruckerkunst) ; das ist eine unnütze, brotlose K.; die K. zu lesen, schreiben; er versteht (sich auf) die K., den Meißel zu handhaben; seine K. übte er bis ins hohe Alter hinein aus; er versteht viele Künste, erfreut uns mit allerlei Künsten; d. Taschenspieler, Hund zeigte seine Künste (Kunststücke) umg. zeig mal deine K. (zeig mal, was du kannst) Seiltänzer oder Tierbändiger, welche … ihre Kunst zum besten gaben Storm 4,41 (Pole Poppensp.) ; daran kannst du deine K. versuchen, beweisen; seine Künste an etw. erproben; umg. die ganze K. besteht darin, daß …; Fähigkeit, Vermögen: die K. des Schweigens; [er] übte sich in der großen Kunst des Zuhörens Jahnn Holzschiff 69; Selbstbeherrschung ist eine schwere K.; alle Künste der Überredung, Verführung, Koketterie, Intrige versuchen, anwenden; sie ließ (alle) ihre Künste spielen (setzte alle Mittel der Beeinflussung ein, um etw. zu erreichen, suchte zu gefallen) Einen solchen Nachtschwärmer hatte meine Schwester … durch ihre Reize und weibliche Künste aller Art in eine dunkle Gasse gelockt G. Hauptm. 4,257; /bildl./ umg. er versuchte es, verfuhr nach allen Regeln der K. (wie es sich gehört, ganz richtig) etw. nach allen Regeln der K. (ganz und gar, völlig) beherrschen er log nach allen Regeln der K. (ganz gehörig, tüchtig) das ist K. (das will gelernt sein)! etw. ist keine K. etw. ist einfach, kann jeder: einen Schwächeren zu schlagen ist keine K.; was macht die K. (wie geht es)? er war mit seiner K. am Ende (wußte nicht weiter)
3. hist. die (Sieben) Freien Künste /Bezeichnung für die in der Antike und im Mittelalter gepflegten Grundwissenschaften/
4. etw. künstlich Geschaffenes und nicht natürlich Gewachsenes: das ist nicht echt, das ist nur K.;

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