Kind, das; -(e)s, -er /Verkl.Sg. u. Pl.Kindchen, Kindlein, Pl.auch Kinderchen, Kinderlein/
1. Mensch männlichen oder weiblichen Geschlechts von der Geburt bis zum Eintritt der Geschlechtsreife, Ggs. Erwachsener
a) ein kleines, zehnjähriges, minderjähriges, unmündiges, verwaistes K.; ein hübsches, artiges, folgsames, kluges, munteres, aufgewecktes, zartes K.; ein unreifes, zurückgebliebenes, schwieriges, sensibles K.; ein altkluges, albernes, dummes, verzogenes, verwöhntes, verhätscheltes, ungezogenes, unausstehliches, störrisches, verstocktes K.; der Schutz des Kindes durch das Gesetz; das zwanzigste Jahrhundert, das Jahrhundert des Kindes; Neupräg. DDR der Internationale Tag des Kindes /1. Juni/ ; ein K. von sechs Jahren; Kinder bis zu zehn Jahren zahlen halbe Preise; O selig, o selig, ein Kind noch zu sein! Lortzing Zar u. Zimmerm. III 5; das K. ist krank, schreit; die Kinder laufen und spielen; ein K. wächst heran, wird groß; die Kinder gehen zur Schule und lernen; ein K. streicheln, küssen; ein K. aufziehen, erziehen, großziehen; ein K. aufklären, vor Schaden bewahren, vernachlässigen; die Mutter nahm ihr K. an die Hand; ein K. in Pflege geben; seinen Kindern eine gute Erziehung geben; wir kennen ihn von K. auf, an (seit seiner Kindheit) sie war schon als K. so lebhaft; wie ein K. lachen, weinen; obwohl er schon erwachsen ist, wirkt er noch wie ein K.; jmdn. wie ein K. behandeln; mit jmdm. wie mit einem K. sprechen; umg. sich wie ein K. (sehr) freuen bei jmdm. wie das K. im Hause (ganz heimisch) sein
b) Säugling, Kleinkind: ein neugeborenes, untergeschobenes, vertauschtes, ungewolltes, unerwünschtes K.; unschuldig wie ein neugeborenes K. (völlig unschuldig) sein jmdm. zur Geburt eines Kindes gratulieren; ein K. wird geboren, kommt zur Welt; umg. verhüll. bei ihr ist ein K. unterwegs (sie ist schwanger) umg. sich /Dat./ noch keine Kinder anschaffen; bei ihnen kommen die Kinder wie die Orgelpfeifen (wird in ununterbrochener Folge ein Kind nach dem anderen geboren) das K. kann schon laufen, sprechen; ein K. zeugen, bekommen, erwarten, austragen, geh. empfangen, umg. kriegen, in die Weit setzen, zur Welt bringen; geh. ein K. unter dem Herzen tragen (schwanger sein) ; von einem K. entbunden werden; ein K. abtreiben, aussetzen; ein K. stillen; die Mutter nährt ihr K. an der Brust; ein K. besorgen, wiegen, trockenlegen, entwöhnen; geh. dem Mann ein K. schenken (gebären) einem K. das Leben schenken (ein Kind gebären) vulg. einer Frau ein K. machen (sie schwängern)
c) /bildl./ er ist ein großes, richtiges K. (er führt sich wie ein Kind auf) spött. so ein kluges K.! /wird von jmdm. gesagt, der alles besser wissen will/ ; Die protestantische Union blieb ein totgeborenes Kind (war von Anfang an zum Scheitern verurteilt) Mehring Dt. Geschichte 58 das weiß doch jedes K. (jeder) das K. muß doch einen Namen haben (die Sache muß irgendwie bezeichnet werden, braucht eine Begründung) beim Spielen mit seinen Söhnen zeigt sich beim Vater das K. im Manne (kommt beim Vater wieder die kindliche Freude am Spiel zum Durchbruch) das K. beim rechten, richtigen Namen nennen (etw. deutlich, ohne Umschweife aussprechen) das K. mit dem Bade ausschütten (etw. radikal, ohne Berücksichtigung positiver Seiten verurteilen) salopp wir werden das K. schon schaukeln (wir werden die Sache schon richtig erledigen) umg. wie sag' ich's meinem Kinde (wie mache ich jmdm. etw. am geschicktesten klar)? sich bei jmdm. lieb K. machen (sich bei jmdm. einschmeicheln) das ist nichts für kleine Kinder (das geht niemanden etw. an) im Alter wurde er wieder zum K. (kindisch) jmdn. als halbes K. (unreifen Menschen) behandeln umg. scherzh. er ist als K. zu heiß gebadet worden (er hat einen Tick) /sprichw./ wenn das K. in den Brunnen gefallen ist, deckt man ihn zu (erst wenn das Unglück bereits geschehen ist, denkt man daran, wie ein weiteres zu verhindern ist) das gebrannte K. scheut, fürchtet das Feuer (nach einem erlittenen Schaden sieht man sich vor) aus Kindern werden Leute; Messer, Gabel, Scher' und Licht taugt für kleine Kinder nicht (gefährliche Gegenstände gehören nicht in die Hände von kleinen Kindern) Kinder und Narren sagen die Wahrheit; kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen
2. Abkömmling, Nachkomme: ein eigenes, leibliches, (un)eheliches, angenommenes K.; große, erwachsene Kinder haben; sie ist das einzige K. ihrer Eltern; er ist das K. eines Arbeiters; sie sind ordentlicher Leute Kinder; der Verstorbene war ein echtes Berliner K.; ein K. anerkennen, verleugnen; umg. Weib und K. (eine Familie) haben sie reisten mit K. und Kegel (mit der gesamten Familie) die Urgroßmutter verlebte ihren Geburtstag im Kreise ihrer Kinder und Kindeskinder (ihrer gesamten Nachkommenschaft) verhüll. ein K. der Liebe (uneheliches Kind) jmd. ist ein K. des Glücks (jmdm. fällt alles mühelos zu) er ist ein K. des Todes (ihm ist der Tod bestimmt) sie war ein K. ihrer Zeit (sie war durch ihre Zeit geprägt worden) Alle sollen gleichberechtigte Kinder des Staates (Staatsbürger) sein Th. Mann 1,139 (Buddenbr.) ; umg. da kann man sehen, wes Geistes K. er ist (wie er ist) /bildl./ geh. der Dichter überraschte uns mit dem jüngsten K. seiner Muse (mit seinem neuesten Werk) die Kinder Floras (Blumen) Blumen sind Kinder des Lenzes; die Orchidee ist ein K. der Tropen; Der Wind, der Wind, / Das himmlische Kind Grimm Märchen 1,58 (Hänsel u. Gretel)
3. vertraul. /als Anrede/ mein liebes, gutes K.; aber K., das geht doch nicht!; /zu Erwachsenen/ Kinder, hört mal zu!; Kinder, wie die Zeit vergeht; veralt. /zu einem jungen Mädchen/ mein schönes K.

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