irr(e) /Adj./
1. wahnsinnig, geistesgestört: ein i. Blick, Gedanke; ein i. Lächeln lag auf seinem Gesicht; er konnte seine Ohren nicht verschließen vor … dem irren Gestammel, das ihn einkreiste Bachm. Dreißigstes Jahr 40; Man sah Menschen mit irren Gesichtern … vorbeigehen J. Roth Radetzkymarsch 386; die i. Fortsetzung des Krieges, als schon alles verloren war; vor Angst, Eifersucht, Zorn i. sein, werden; bist du i.?; bei dem Lärm kann man ja i. werden!; i. vor Todesangst, saß er im Keller; i. flackernde Augen; i. stammeln, lächeln, vor sich hin stieren; er wurde in eine Heilanstalt gebracht, man hielt ihn für i.; wie i. schreien, umherlaufen, sich gebärden; wie i. suchte er nach einem Versteck; Vögel schwirrten wie irr, da sie ihr Nest nicht mehr fanden Frisch Stiller 60; salopp übertrieben /drückt ein großes Ausmaß aus/ er raste mit i. Geschwindigkeit durch den Ort; wir haben wie i. gearbeitet, um den Termin zu schaffen
2. unsicher, verwirrt: als ich das hörte, wurde ich doch etwas irre; an jmdm. i. werden; an jmdm. zweifeln, nicht mehr wissen, was man von jmdm. halten soll: langsam werde ich an dir i.; an etw. i. werden: an einer Idee, Schlußfolgerung i. werden sie wurde an sich /Dat./ selbst i.; er griff i. (ziellos) in die Luft und versuchte, etwas zu sagen

Irre, 1derdie; -n, -n
Wahnsinnige(r), Geisteskranke(r): ein Irrer, der I. wurde in die Anstalt eingeliefert, brach aus der Anstalt aus; sich wie ein Irrer gebärden; umg. wie ein Irrer, wie die Irren sehr: wie ein Irrer schreien, rennen, nach etw. suchen; wie die Irren schuften; salopp der arme I. (der bedauernswerte Mensch)! du armer Irrer!

Irre, 2die; -, /ohne Pl./
jmdn. in die I. führen jmdn. auf falsche Wege führen: Entweder hatte sich der Hirt geirrt, oder er war von den Feinden beauftragt worden, uns in die Irre zu führen Weyrauch Dialog 168; jmdn. irreführen, täuschen: falsche Informationen haben uns völlig in die I. geführt; Es ist undenkbar, daß eine Frau es verzeiht, so in die Irre geführt zu werden Rinser Mitte 94; jmdn. verwirren, beirren: [er wollte] dem Vertreter des Militärs zeigen, daß er sich nicht durch ausschweifende Reden in die Irre führen lasse Musil Mann 1034; jmdn. in die I. locken jmdn. auf falsche Wege locken: Sie hatte es nicht schwer, den Tölpel in die Irre zu locken und gar zu Fall zu bringen Cramer Konzessionen 145; in die I. gehen sich verirren: nach zweistündiger Wanderung merkte er, daß er in die I. gegangen war; /übertr./ Wie konnte der Geschmack so in die Irre gehen, wo doch aus früheren Zeiten genügend gute Vorbilder überliefert waren? Kürth Wanderfahrt 91; sich irren: wenn Sie das glauben, gehen Sie in die I.; du gehst in die I. mit dieser Annahme; Ach, sie gehen alle in die Irre / Die da glauben, daß am Geld nichts liegt Brecht Gedichte 22

Weitere Informationen zum Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG) …