Gerịcht, 1das; -(e)s, -e
zubereitete Speise, die eine vollständige Mahlzeit oder einen Teil der Mahlzeit bildet: ein einfaches, billiges, ländliches, warmes, sättigendes, schmackhaftes, wohlschmeckendes, leckeres, gutes, ausgezeichnetes G.; die erlesensten, teuersten, kostspieligsten Gerichte wurden aufgetragen; das ist ein beliebtes G.; welches ist dein liebstes G.?; das Geschäft bietet halb-, koch-, tafelfertige Gerichte an; ein G. Linsen, Fische; ein G. aus Eiern; ein G. zubereiten, bestellen, auf den Tisch bringen; Und nun fing der Schriftsteller an, über Gastmanns Kochkunst zu reden, ein Gericht nach dem andern zu beschreiben Dürrenmatt Richter 100

Gerịcht, 2das; -(e)s, -e
1. Behörde, die Recht spricht: das zuständige, höchste, ein unbestechliches G.; das Oberste (höchste) G. der DDR jene Anzeige, die mich als Zeugen, ihn als Angeklagten vor die Schranken des hohen Gerichtes zitiert Grass Blechtrommel 473; das G. sprach ihn frei; das G. hat die Leiche des Ermordeten noch nicht freigegeben; jmdn. dem G., den Gerichten übergeben, ausliefern; er stellte sich freiwillig dem G.; das G., die Gerichte angehen, anrufen; dieser Vorfall wird noch die Gerichte beschäftigen; jmdn. bei G. verklagen; eine Klage bei G. einreichen; jmdm. mit dem G. (mit einer Anzeige) drohen eine Sache vor G. bringen; die Sache kommt vor G.; jmdn. vor G. fordern, laden, stellen; vor G. erscheinen müssen; vor G. stehen; vor die Schranken des Gerichtes treten; er wird sich vor (dem) G. zu verantworten haben; ein Verbrechen vor G. aburteilen; Richterkollegium: das G. erschien, zog sich zur Beratung zurück Hohes G. /Anrede/
2. Gebäude, Sitz von 1: das G. befindet sich, liegt gegenüber dem Theater
3. /ohne Pl./ das Richten, die Rechtsprechung: über jmdn. G. halten, zu G. sitzen; /übertr./ mit jmdm. streng, scharf, hart ins G. gehen (jmdn. streng bestrafen, heftig tadeln) mit sich (selbst) streng ins, zu G. gehen; bibl. das Jüngste G. (Gericht beim Weltuntergang) die Posaunen des Jüngsten Gerichts; und wenn ich einst dort oben, am Tage des Gerichts, Rechenschaft geben muß von meinen Taten Heine 3,346; veralt. Strafe: das ist Gottes G.; Ereilt den Frevler kein Gericht Beethoven Fidelio I 12

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