wanken

GrammatikVerb · wankte, hat/ist gewankt
Aussprache
Worttrennungwan-ken (computergeneriert)
Wortbildung mit ›wanken‹ als Erstglied: ↗Wankelmut  ·  mit ›wanken‹ als Letztglied: ↗davonwanken · ↗hereinwanken · ↗hinauswanken
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›hat‹, mit Hilfsverb ›ist‹
sich schwankend bewegen und zu stürzen drohen
a)
mit Hilfsverb ›hat‹
schwankend stehen
Beispiele:
sie wankte und sank zu Boden
er wankte unter der Last
wankend lehnte er sich gegen die Tür
die Mauern wankten während des Bebens
der Boden wankte (= bebte) unter seinen Füßen
etw. kommt, gerät ins Wanken
Der bremst so scharf ... der ganze Kistenaufbau kommt ins Wanken [FalladaBauern520]
bildlich
Beispiele:
seine Stellung ist ins Wanken geraten
In allen Klein- und Mittelstaaten wankten die Throne (= waren die Herrschenden vom Sturz bedroht) [MehringDt. Geschichte187]
nicht wanken und (nicht) weichenentgegen einem Einwirken fest stehenbleiben, sich nicht von der Stelle bewegen
Beispiel:
es regnete in Strömen, aber die Wartenden wankten und wichen nicht
übertragen
Beispiele:
eine Hypothese, jmds. Auffassungen geraten ins Wanken
Die experimentellen Tatsachen ... welche die klassische Theorie wankend gemacht und zu Falle gebracht haben [PlanckWeltbild46]
b)
mit Hilfsverb ›ist‹
schwankend gehen
Beispiele:
er wankte zur Tür, aus dem Haus, auf ihn zu
wankenden Schrittes ging er durch die Straßen
Da wankt Faust auf die Bühne [StormPole Poppensp.4,59]
2.
mit Hilfsverb ›hat‹
gehoben in einer Auffassung, Meinung unsicher, schwankend sein
wankend werden
jmdn. wankend machen, ins Wanken bringen
Beispiele:
jmd. wird wankend in seinem Entschluss, seiner Meinung
Einflüsse anderer haben ihn wankend werden lassen, wankend gemacht
[er] ist nicht der Mann, sich durch abgeklärte Sentenzen ins Wanken bringen zu lassen [WerfelBernadette148]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wanken · Wank
wanken Vb. ‘schwanken, sich hin und her bewegen’, ahd. wankōn (um 800), mhd. mnd. wanken, asächs. wankon, mnl. wanken, anord. vakka ‘umhertreiben’. Dazu das Adjektiv ahd. wankal, mhd. mnd. wankel ‘schwankend, unbeständig’ (s. ↗Wankelmut) und das Substantiv Wank m. ‘das Schwanken, Bewegung’, ahd. wanc ‘Biegung, Krümmung, Schwanken’ (9. Jh.), mhd. mnl. wanc ‘Bewegung nach vorne, zur Seite oder rückwärts, Unstetigkeit, Untreue, Zweifel’, mnd. wank; jünger nur noch ohne, sonder Wank ‘fest, ohne zu schwanken’, ahd. āna wanc (9. Jh.), mhd. āne wanc ‘fest, treu’; vgl. noch (schweiz.) keinen Wank tun ‘nichts unternehmen’. Verwandt mit ↗winken (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
schwanken · ↗taumeln · ↗torkeln · ↗trudeln · wanken  ●  ↗wackeln  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bastion Betrunkener Grundfeste Koloß Thron angetrunken bedenklich benommen betrunken blutend dahinwanken entgegenwanken herbei hereinwanken herumwanken herwanken hinauswanken schlaftrunken schwanken taumeln torkeln trunken umher vorbeiwanken wackeln weichen zu zurück zurückwanken zuwanken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wanken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dieser fromme Glaube wankt neuerdings, die Erde hat uns wieder.
Süddeutsche Zeitung, 11.01.2003
Allerdings konnte sie sich noch so fest positionieren, immer hat sie gewankt.
Der Tagesspiegel, 18.05.2002
Schließlich wankt sie in einen weniger nassen Tunnel und legt sich schlafen.
Dückers, Tanja: Spielzone, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2002 [1999], S. 195
Manchmal wankte und wackelte er etwas auf seinem vornehmen Sitz.
Tucholsky, Kurt: An Mary Gerold-Tucholsky, 21.07.1918. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 15897
Sie stöhnte auf und wankte, so daß er sie stützen mußte.
Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 178
Zitationshilfe
„wanken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/wanken>, abgerufen am 18.10.2019.

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