wabern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungwa-bern (computergeneriert)
Wortbildung mit ›wabern‹ als Erstglied: ↗Waberlohe
eWDG, 1977

Bedeutung

landschaftlich
Beispiele:
der Rauch, Nebel wabert (= bewegt sich unruhig hin und her)
wabernde Nebel ziehen um die Gipfel
die Lohe wabert (= flackert)
Blaues waberndes Blitzfeuer zeigte ihn sitzend [I. SeidelTor544]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wabbeln · wabern · Waberlohe · wabbelig
wabbeln Vb. ‘sich wackelnd hin und her bewegen’ (von gallertartigen oder fetten, weichen Stoffen und Massen), ‘wimmeln’ (von kleinen Tieren oder Menschen), ‘schlottern’, mhd. wabelen ‘in emsiger Bewegung sein’, engl. to wobble, wabble ‘wackeln, schwanken, taumeln, zittern’, anord. vafla ‘wackeln, umherschweifen’ zeigen iteratives l-Suffix gegenüber mhd. waben, wappen ‘in Bewegung sein’, frühnhd. waben (16. Jh.), nhd. wabben (17. Jh.), aengl. wafian ‘hin und her bewegen’, die wohl am ehesten mit Ablaut zu der unter ↗weben (s. d.) behandelten Wortgruppe zu stellen sind. wabbeln ist vorwiegend in den Mundarten und der Umgangssprache gebräuchlich, literatursprachlich gelegentlich seit dem 16. Jh. Vergleichbar sind weiterhin (mit r-Suffix) wabern Vb. ‘sich unruhig, wallend bewegen’, dann (im Anschluß an Waberlohe, s. unten) ‘flackern, lodern’, mhd. waberen ‘sich hin und her bewegen’, mnl. nl. (mit Intensiv-Gemination) wapperen ‘taumeln, flattern’, anord. vafra ‘sich hin und her bewegen, umherirren’ (woraus engl. to waver ‘schwanken, flackern, zittern’). Dazu Waberlohe f. (in der nordischen Mythologie) ‘loderndes, eine Burg und die schlafende Brünhild schützend umgebendes Feuer’ (W. u. J. Grimm, R. Wagner), nach anord. vafrlogi m. ‘flackerndes Feuer’, s. ↗Lohe. wabbelig Adj. ‘sich zitternd bewegend, gallertartig, weich’ (Ende 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(dahin)treiben · ↗(irgendwo umher)ziehen · ↗(um)wogen · wabern  ●  ↗(herum)spuken  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bodennebel Bühnennebel Dampf Dampfschwaden Duft Dunst Geruch Gerücht Gestank Kunstnebel Morgennebel Nebel Nebelmaschine Nebelschwaden Qualm Rauchschwaden Rauchwolke Schwaden Tanzfläche Trockeneisnebel durchwabern entgegen herum herüber umher umherwabern wabern wallen wogen wummern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wabern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn schon drei Minuten später waberte der erste Rauch ins Cockpit.
Bild, 19.09.1998
Nebel wabert um die Hütte, in der wir die Nacht auf 2170 Metern überm Meer verbracht haben.
Die Zeit, 09.05.1997, Nr. 20
Die Töne waberten durch die Bauchwand, breiteten sich in dir aus und hüllten deine Siri ein.
Kerner, Charlotte: Blueprint Blaupause, Weinheim: Beltz & Gelberg 1999, S. 27
Der Professor wackelte auch heute mit dem Kopf, die Gesichtshaut waberte und schwankte, es ist ein Elend, alt zu sein.
Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 441
Er goß französischen Kognak über die Pfanne und entzündete ihn, die Flamme waberte bläulich.
Salomon, Ernst von: Der Fragebogen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1951], S. 455
Zitationshilfe
„wabern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/wabern>, abgerufen am 18.06.2019.

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