wüsten

GrammatikVerb · wüstete, hat gewüstet
Aussprache
Worttrennungwüs-ten (computergeneriert)
eWDG, 1977

Bedeutung

mit etw. wüstenmit etw. leichtfertig, verschwenderisch umgehen
Beispiele:
mit dem Geld, der Nahrung wüsten
er wüstet mit seiner Gesundheit (= gefährdet sie)
So wurde mit unsrer Zeit gewüstet [TravenBaumwollpflücker153]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wüst · Wüste · wüsten · verwüsten · Wüstling · Wüstung · Wüstenei
wüst Adj. ‘öde, nicht bebaut oder bewohnt, verheert’. Das nur westgerm. bezeugte Adjektiv ahd. wuosti ‘öde, unbebaut, leer’ (um 800), mhd. wüeste, wuoste ‘öde, einsam, verlassen, leer, unschön, häßlich’, asächs. wōsti, mnd. wōste, mnl. woest(e), nl. woest, afries. wōst, aengl. wēste (westgerm. *wōsti-) ist verwandt mit lat. vāstus ‘öde, wüst, leer, plump, roh, ungeschlacht’, air. fās ‘leer’, fāsach ‘Wüste’ und kann vielleicht über ein to-Partizip ie. *u̯āsto- ‘öde’ an die unter ↗Wahnwitz (s. d.) dargestellte Wurzel ie. *eu-, *euə-, *u̯ā- ‘mangeln, leer’ angeschlossen werden. Wüste f. ‘unbebauter, unbewohnter, vegetationsloser Landstrich, verheertes Gebiet’, besonders (seit frühem bibelsprachlichem Gebrauch) Bezeichnung der außereuropäischen Sand- und Steinwüsten (vom 18. Jh. an vorherrschend), ahd. wuostī (8. Jh.), mhd. wüeste, wuoste ‘öde Gegend, Wildnis’, aengl. wēste; vgl. daneben (mit dem Suffix germ. -injō, -unjō) ahd. wuostin (8. Jh.), mhd. wuostinne, wuosten, wüestene, asächs. wōstunnia, mnd. wōstine, mnl. woestine, nl. woestijn, aengl. wēsten. wüsten Vb. ‘verheeren, beschädigen, zunichte machen, vergeuden’, ahd. wuosten ‘plündern, brandschatzen, verheeren’ (9. Jh.), mhd. wüesten ‘öde machen, ausplündern, zerstören, Raubbau treiben’, asächs. wōstian, mnd. wōsten, faktitive Bildung zum Adjektiv. verwüsten Vb. ‘verheeren, vernichten’, mhd. verwüesten. Wüstling m. ‘zügelloser, ausschweifender Mensch’ (16. Jh.). Wüstung f. ‘unbebauter, unbewohnter Landstrich, verlassene Siedlung’, mhd. wüestunge, wustunge. Wüstenei f. ‘wüste Gegend, Einöde’, mhd. (md.) wüestenīe, mnd. wōstenie, mnl. woestenie, nl. woestenij, Weiterbildung von ahd. wuostin, mhd. wüestene f. ‘Wüste’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Antisemit Bescherung Beschimpfung Drohung Durcheinander Einöde Fluch Gebrüll Gelage Geschrei Handgemenge Haufen Keilerei Knäuel Konglomerat Massenschlägerei Orgie Pamphlet Polemik Prügelei Schießerei Schimpferei Schlägerei Schmähung Tirade Treiben Verwünschung beschimpfen leer wirr

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wüsten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zu wüst beim 0:1, dann gab es noch drei Stück.
Bild, 26.05.2003
Bei Lena zu Hause spielten sieben wüste Kinder im Hof.
Kuckart, Judith: Lenas Liebe, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2002, S. 89
Das alles ist so wüst, wie es klingt und endet mit zahlreichen Toten, unter denen auch das Monster zu beklagen ist.
Süddeutsche Zeitung, 22.05.1996
Er war jetzt nüchtern und malte an einem ziemlich wüsten Bild.
Simmel, Johannes Mario: Es muß nicht immer Kaviar sein, Zürich: Schweizer Verl.-Haus 1984 [1960], S. 188
Man sagte aber auch, sie sei aus Kummer krank geworden; denn um diese Zeit hatte er begonnen, offen ein wüstes Leben zu führen.
Christ, Lena: Erinnerungen einer Überflüssigen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 16932
Zitationshilfe
„wüsten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/wüsten>, abgerufen am 16.10.2019.

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