währen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungwäh-ren
Wortbildung formal verwandt mit: ↗fortwährend
eWDG, 1977

Bedeutung

gehoben dauern, andauern, anhalten
Beispiele:
sie führten stundenlang währende Gespräche
seine nun über drei Jahrzehnte währende Tätigkeit auf diesem Gebiet
sprichwörtlich was lange währt, wird (endlich) gut (= wird gesagt, wenn eine Arbeit, Wartezeit lange dauert) (= drückt Trost, Hoffnung aus)
sprichwörtlich ehrlich währt am längsten (= Ehrlichkeit ist auf die Dauer das Beste, Sicherste)
über fünf Minuten währte der Beifall [H. KantAula70]
Mein Leben währt nun achtzig Jahre [TollerMaschinenstürmerIII 2]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

währen · während
währen Vb. ‘dauern’, ahd. werēn (9. Jh.; vgl. thuruhwerēn, um 800, giwerēn ‘reichen’, 8. Jh.), mhd. wer(e)n ‘dauern, Bestand haben, verweilen’, asächs. weron, mnd. weren, aengl. werian ‘bleiben’ ist als schwach flektierendes Durativum im Sinne von ‘dauernd sein’ (mit grammatischem Wechsel von r und s) zu dem unter ↗Wesen (s. d.) dargestellten starken Verb ahd. wesan, mhd. wesen ‘sein’ gebildet. während Präp. ‘in der Zeit, zur Zeit von, im Verlauf von’ (18. Jh.), aus dem Part. Präs. von währen entstanden; aus Konstruktionen wie in der Zeit währender Kriege und in währender Zeit (17. Jh.) ergibt sich bei anderer Aufteilung der Wortgruppe während der Kriege bzw. während der Zeit, mit abhängigem Genitiv oder Dativ. Konjunktionaler Gebrauch wird etwa um 1800 geläufig; aus während dessen oder während dem, daß (1. Hälfte 18. Jh.) entwickelt sich über verkürztes während daß (seit 1760) schließlich während (um 1800).

Thesaurus

Synonymgruppe
andauern · ↗anhalten · aufrechterhalten werden · ↗dauern · ↗fortbestehen · ↗fortdauern · fortgesetzt werden · nicht aufhören · nicht nachlassen · ungebrochen sein · von Dauer sein · währen  ●  ↗(so) gehen  ugs. · fortwähren  geh. · ↗weitergehen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amnestie Asyl Aufschub Beihilfe Bürgschaft Darlehen Einblick Einlass Erleichterung Ermäßigung Freibetrag Freude Glück Haftverschonung Hilfe Kredit Nachlaß Preisnachlaß Rabatt Subvention Unterschlupf Vergünstigung Zugang Zulage Zuschuß Zutritt ewig kurz lang lange

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›währen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was jetzt endlich gut wurde, währt schließlich schon seit fast zwei Jahren.
Der Tagesspiegel, 28.04.2000
Doch die Freude über den gewonnenen Platz währt nicht lange.
Süddeutsche Zeitung, 20.02.1996
Aber das Vergnügen währt nie länger als bis sechs Uhr abends.
Fries, Fritz Rudolf: Der Weg nach Oobliadooh, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1966, S. 82
Fast drei Jahre währte dann der Kampf um die Stadt.
Hoffmann, Wilhelm: Roms Aufstieg zur Weltherrschaft. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 8943
Dann brechen jene rasenden Tänze los, die Tage, Nächte lang währen.
Welt und Wissen, 1927
Zitationshilfe
„währen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/währen>, abgerufen am 21.07.2019.

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