vorliebnehmen

GrammatikVerb · nimmt vorlieb, nahm vorlieb, hat vorliebgenommen
Worttrennungvor-lieb-neh-men (computergeneriert)
eWDG, 1977

Bedeutung

mit etw., jmdm. vorliebnehmensich (notgedrungen) mit etw., jmdm. zufriedengeben, begnügen
Beispiele:
er nahm mit Wenigem, mit dieser bescheidenen Mahlzeit vorlieb, hat (zum Übernachten) mit der Couch vorliebgenommen
einstweilen mussten wir mit seiner Gesellschaft, mit ihm als Begleiter vorliebnehmen
mein Bruder ist nicht da, aber wenn Sie mit mir vorliebnehmen wollen?
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fürliebnehmen · Vorliebe
vor-, fürliebnehmen Vb. ‘etw. für gut halten, sich damit begnügen, zufrieden geben’, Zusammenrückung der Präposition vor (16. Jh.), für (17. Jh.) mit lieb (Adj., Akkusativ n.) und nehmen. Vorliebe f. ‘Neigung, Interesse’ (Anfang 19. Jh.), mit Vorliebe ‘vorzugsweise’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) begnügen · (sich) bescheiden (mit) · ↗(sich) zufriedengeben · vorliebnehmen (mit) · zufrieden sein (müssen)  ●  ↗fürliebnehmen  veraltet
Assoziationen
  • (klaglos) über sich ergehen lassen · (sich) (notgedrungen) arrangieren mit · (sich) abfinden (mit) · (sich) bescheiden (mit) · (sich) ergeben in · ↗(sich) fügen · (sich) in sein Schicksal ergeben · (sich) kleiner setzen · ↗ertragen · ↗hinnehmen  ●  (sich) schicken (in)  veraltet · ↗(sich) dareinfinden  geh., veraltet · keinen Aufstand machen  ugs. · ↗schlucken  ugs.
  • Abstriche machen  ●  (den) Gürtel enger schnallen  fig. · ↗(sich) einschränken  Hauptform · (die) Ansprüche zurückschrauben  ugs. · (seine) Ansprüche herunterschrauben  ugs. · (sich) kleiner setzen  ugs. · kürzertreten  ugs., fig.
  • (einer Sache) nichts hinzuzufügen (sein) · (es) belassen bei · es bewenden lassen (mit / bei) · sein Bewenden haben (mit / bei)  ●  (es) ist gut (mit)  ugs. · (etwas) soll (mal) genug sein  ugs.
  • (sich) (mit weniger) bescheiden · auf manches verzichten (müssen) · nicht alles bekommen (können) · ↗verzichten (müssen) · ↗zurückstecken (müssen)  ●  (jemand anderem) den Vortritt lassen  fig. · Verzicht üben  geh. · nicht alles haben (können)  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gehalt Job Kost Leser Passagier Platz Posten Provisorium Rang Stehplatz diesmal einstweilen hingegen nehmen oft vorerst weiterhin wohl zunächst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›vorliebnehmen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Über 1500 Meter mußte sie wie schon bei Olympia mit Platz drei vorliebnehmen.
Süddeutsche Zeitung, 14.03.1994
So müssen wir, auch wenn die Tage kürzer werden, weiter mit den Teilen vorliebnehmen.
Die Zeit, 05.10.1990, Nr. 41
Wir sind nicht hienieden, um auszusuchen, sondern um vorliebzunehmen - ich weiß schon.
Tucholsky, Kurt: Schloß Gripsholm. In: ders., Werke und Briefe, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1931], S. 3063
Die Russen hatten mir ihren Generalswagen abgetreten und selbst mit einem Jeep vorliebgenommen.
Maltzan, Maria von: Schlage die Trommel und fürchte dich nicht, Berlin: Ullstein 1998 [1986], S. 217
Die fingerlangen gelben Rübchen, die mit magerem Sande vorliebnahmen und zweimal im Jahr geerntet werden konnten, retteten die Teltower aus ihrer elenden Lage.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 255
Zitationshilfe
„vorliebnehmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/vorliebnehmen>, abgerufen am 18.08.2019.

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