vonnöten

GrammatikAdverb
Aussprache
Worttrennungvon-nö-ten
eWDG, 1977

Bedeutung

etw., jmd. ist vonnötenetw. ist nötig, erforderlich, etw., jmd. wird dringend gebraucht
Beispiele:
viel Zeit, größte Eile, schnelle Abhilfe ist vonnöten
für diese Arbeit wäre große Erfahrung vonnöten
ein Fürsprecher, guter Lehrer wäre ihm, für ihn vonnöten gewesen
warum gerade jetzt solche Männer wie er in Berlin vonnöten seien [SeghersDie Toten6,50]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

von · vonnöten · vonstatten
von Präp. die räumliche Trennung kennzeichnet (mit Blick entweder auf den Vorgang des Entfernens oder auf dessen Ausgangspunkt), doch auch einen zeitlichen Anfang, Herkunft, Ursache sowie bestimmte quantitative und qualitative Verhältnisse angibt; ahd. fon(a) (8. Jh.), seltener fan(a) (8. Jh.), mhd. von(e), (md.) van(e), asächs. fan(a), fon, mnd. van, anfrk. fan, van, mnl. nl. van, afries. fon, fan. Im Mhd., Mnd. und Mnl. wird die Präposition oftmals nachgestellt und nähert sich damit adverbieller Verwendung (‘weg, entfernt, fort’, vgl. mhd. den bin ich billīchen von). Als Adverb erscheint von heute noch in nordd. Umgangssprache, die die getrennte Stellung der sonst zu einem Wort verschmolzenen Pronominaladverbien davon (mhd. dā von, dāvon, dar von, dervon, s. ↗da, ↗dar-), wovon (mhd. wā von, s. ↗wo) häufig beibehält (vgl. nordd. da nehme ich nichts von). Die etymologische Herleitung der nur im Kontinentalwestgerm. bezeugten Partikel ist ungeklärt. Vielleicht handelt es sich um eine Erweiterung mit nasalem Formans zu ie. *po (vgl. lat. po- in positus ‘hingelegt, -gesetzt, gelegen’, awest. pa- in pazdaya- ‘wegscheuchen’, aslaw. po, russ. po, по ‘auf, in, nach, längs, über etw. hin’), der Schwundstufe zu ie. *apo ‘ab, weg’ (s. ↗ab), was allerdings nur die germ. Bildungen mit -a- erklären würde. Der o-Vokalismus ginge, falls er nicht erst im Germ. durch Schwachtonigkeit der Präposition entsteht, auf ein daneben anzusetzendes ie. *apu, *pu zurück; ahd. fona wäre dann mit aind. púnaḥ ‘zurück, wieder, ferner, gleichwohl’ und möglicherweise mit griech. pýmatos (πύματος) ‘der äußerste, letzte’ zu vergleichen. vonnöten Adv. jetzt noch in der Fügung vonnöten sein ‘erforderlich sein, dringend gebraucht werden’ (seit 16. Jh., frühnhd. auch von nöten sein), früher daneben in vonnöten tun ‘not tun’ (16./17. Jh.), vonnöten haben ‘nötig haben’ (17. bis 19. Jh.), Zusammenschreibung der Präp. ↗von mit dem Dativ Plur. von ↗Not (s. d.); vgl. ahd. fone nōte ‘gezwungenermaßen’ (um 1000), mhd. von nœten, frühnhd. von not, von nöten ‘notwendigerweise, notgedrungen’. vonstatten Adv. nur in der Fügung vonstatten gehen ‘(gut) verlaufen, gelingen, vorankommen’ (18. Jh., zuvor von Statten, von statten gehen, 17. Jh., von statt gehen, 16. Jh.), zusammengewachsen aus der Präp. ↗von und dem Dativ Plur. von ↗Statt (s. d.); voraus geht räumlich-konkretes mhd. von stat, frühnhd. von statten ‘von der Stelle, voran’.

Thesaurus

Synonymgruppe
benötigt · ↗erforderlich · ↗notwendig · ↗nötig · ↗obligat · ↗obligatorisch · ↗unabdingbar · ↗unvermeidlich · vonnöten · vorgeschrieben · ↗zwingend  ●  mandatorisch  selten
Assoziationen
Synonymgruppe
(ein) Muss · ↗(unbedingt) notwendig · nicht (mehr) wegzudenken · sollte man haben · ↗unabdingbar · unbedingt dazugehören · ↗unentbehrlich · ↗unumgänglich · ↗unverzichtbar · vonnöten · ↗wichtig · ↗zwingend · zwingend benötigt  ●  (ein) Must  engl. · (sollte) in keiner Sammlung fehlen  ugs., formelhaft · ↗de rigueur  geh., bildungssprachlich, franz. · gehört in jeden (gut sortierten ...)  ugs., formelhaft · ↗indispensabel  geh., veraltet, bildungssprachlich
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anstrengung Aufklärung Aufklärungsarbeit Einsicht Fingerspitzengefühl Flexibilität Fähigkeit Geduld Hilfe Kenntnis Phantasie Strategie Transparenz Wille allerdings also daher dazu denn dennoch deshalb durchaus ebenso freilich gar je scheinen unbedingt wohl überhaupt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›vonnöten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Um zügig bauen zu können, wären in den nächsten Jahren je 40 Millionen Euro vonnöten.
Süddeutsche Zeitung, 21.10.2004
Doch an solchen Stellen gibt es zunehmend Probleme - neue Strategien sind vonnöten.
Der Tagesspiegel, 06.06.2001
Jede der drei so unterschiedlich gearteten Damen hat freilich männliche Unterstützung vonnöten.
Die Welt, 02.02.2000
Von 2009 bis 2013 wären nochmals jeweils mindestens 70 Millionen Euro vonnöten für die Sanierung.
Bild, 23.05.2005
Vonnöten sind für die Bundesregierung jetzt vor allem enge Konsultationen mit den drei Westmächten.
Küsters, Hans Jürgen: Entscheidung für die deutsche Einheit. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1998], S. 115
Zitationshilfe
„vonnöten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/vonnöten>, abgerufen am 24.06.2019.

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