verzinsen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-zin-sen
Wortbildung mit ›verzinsen‹ als Erstglied: ↗Verzinsung · ↗verzinsbar · ↗verzinslich
 ·  mit ›verzinsen‹ als Letztglied: ↗Kapitalverzinsung
eWDG, 1977

Bedeutung

eine Summe verzinsenZinsen für eine Summe zahlen
Beispiel:
die Bank, Sparkasse verzinst das Geld, Guthaben mit 1,8 %
etw. verzinst sichetw. bringt Zinsen
Beispiel:
sein Geld, Kapital hat sich auf der Bank gut, mit 2 % verzinst
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zins · Zinsen · verzinsen · zinsen · Zinseszins
Zins m. ‘Abgabe, Steuer’, landschaftlich (besonders südd. öst. schweiz.) ‘Miete, Pacht’, ahd. (8. Jh.), mhd. zins ‘Abgabe, Tribut, Pachtgeld, Miete’ und (nd. Lautverhältnissen angeglichenes) asächs. mnd. tins sind entlehnt aus lat. cēnsus ‘Vermögensschätzung, Steuerliste, Vermögen, Besitz, Vermögenssteuer’, spätlat. auch ‘Grundsteuer’; zu lat. cēnsēre (cēnsum) ‘begutachten, schätzen, taxieren, (nach Prüfung aller Umstände) der Meinung sein, (an)raten, beschließen’. Im mittelalterlichen Feudalsystem bezeichnet Zins ‘die dem Lehnsherrn zu leistenden Abgaben an Vieh, Ernteerträgen und (Pacht)geld’. Die finanzwirtschaftliche Bedeutung ‘Entgelt für die Überlassung von Kapital’ (vereinzelt im 14. Jh.) wird im 16. Jh. allgemein; die heute dafür übliche Pluralform Zinsen setzt sich im 18. Jh. durch. verzinsen Vb. ‘Zinsen zahlen’, reflexiv ‘Zinsen einbringen, abwerfen’, mhd. verzinsen ‘den Zins wovon oder wofür bezahlen’, präfigierte Bildung zu heute nur noch im historischen Sinne gebrauchtem zinsen Vb. ‘Steuern, Abgaben, Zins entrichten’, ahd. (9. Jh.), mhd. zinsen ‘den Zins geben, zahlen’, reflexiv ‘Zinsen (ein)bringen’, transitiv ‘als Zins geben, hin-, preisgeben’. Zinseszins m. ‘Verzinsung von Zinsen’ (2. Hälfte 18. Jh.), Zinsenzins (Ende 17. Jh.); vorauf gehen Umschreibungen wie Zins von Zinsen (16. Jh.), Zinß und Zinß Zinsen (Anfang 17. Jh.); in fester Fügung mit Zins und Zinseszins (Mitte 19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anleihe Aufschlag Ausgabekurs Basispunkt Bundesanleihe Darlehen Darlehensanteil Diskontsatz Eigenkapital Einlage Garantiezins Girokonto Guthaben Kapital Kaution Mindestreserve Papiere Schuldverschreibung Sparanteil Spareinlage Sparguthaben Staatsanleihe Tranche Wohnbauvermögen Zinssatz amortisieren ausgeben emittieren tilgen zurückzahlen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verzinsen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jede Mark, die wir heute an neuen Schulden aufnehmen würden, müssten wir im nächsten Jahr verzinsen.
Der Tagesspiegel, 24.04.2001
Die 30 Millionen verzinsen sich auf der Bank mit über zwei Millionen Mark jährlich.
Der Spiegel, 17.06.1985
Der Betrag ist vom Zeitpunkt der zu Unrecht erfolgten Leistung an mit 6 vom Hundert für das Jahr zu verzinsen.
o. A.: Bundesgesetz über individuelle Förderung der Ausbildung (Bundesausbildungsförderungsgesetz - BAföG). In: Sartorius 1: Verfassungs- und Verwaltungsgesetze der Bundesrepublik Deutschland, München: Beck 1998
Selbst bei Mißernten wird sich das Kapital noch annehmbar verzinsen.
Die Landfrau, 25.10.1924
Denn welches Geschäft "verzinst" sich denn auf die Dauer so hoch?
Schumpeter, Joseph: Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung, Berlin: Duncker u. Humblot 1997 [1912], S. 303
Zitationshilfe
„verzinsen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/verzinsen>, abgerufen am 15.10.2019.

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