verwundern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-wun-dern (computergeneriert)
Grundformwundern
eWDG, 1977

Bedeutung

etw. verwundert jmdn.etw. wundert jmdn., versetzt jmdn. in Erstaunen
Beispiele:
es verwunderte ihn, dass ...
ihr Benehmen hat ihn sehr verwundert
sie sahen sich, ihn verwundert an
ein verwunderter Blick
es war nicht zu verwundern (= nicht verwunderlich), dass sie nicht kam
sich verwundernsich wundern
Beispiel:
alle verwundern sich über ihr Verhalten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wunder · wunderbar · wunderlich · wundern · verwundern
Wunder n. ‘Erstaunen verursachendes, ungewöhnliches Ereignis’, ahd. wuntar (um 800), mhd. wunder ‘Verwunderung, Erstaunen, Erstaunen hervorrufendes Geschehen, Gegenstand des Erstaunens’, asächs. wundar, mnd. wunder, mnl. nl. wonder, aengl. wundor, engl. wonder, anord. undr, schwed. under (germ. *wundra-). Herkunft unbekannt. Alle bisherigen Anknüpfungsversuche sind unbefriedigend; vgl. H. Adolf in: JEGP 46 (1947) 395 ff. Wunder bezeichnet zu Beginn seiner Bezeugung ‘Erstaunen’ und ‘was Erstaunen hervorruft’, wird aber in neuerer Zeit mehr und mehr durch konkurrierendes Verwunderung und Erstaunen auf ‘was Erstaunen, Verwunderung hervorruft’ eingeengt; aber vgl. noch das, es nimmt jmdn. wunder ‘es versetzt jmdn. in Erstaunen’, mhd. mich nimt es wunder. wunderbar Adj. ‘außerordentlich, großartig, sehr schön’ (16. Jh.), in älterer Sprache ‘einem Wunder entsprechend, übernatürlich’, mhd. wunderbære; dann auch ‘sonderbar, seltsam, wunderlich’ (16. Jh.) und in der literarischen Erörterung des 18. Jhs. ‘in der Phantasie verwurzelt’ (nicht der menschlichen Erfahrung angehörend). wunderlich Adj. ‘seltsam, sonderbar, befremdend’ (seit etwa 1700 vorherrschend), eigentlich ‘Verwunderung, Erstaunen erregend’, seltener ‘verwundert, erstaunt’ (bis ins 19. Jh.), ahd. wuntarlīh ‘wunderbar, außerordentlich, erstaunlich, befremdend’ (8. Jh.), mhd. wunderlich ‘wunderbar, sonderbar, seltsam, sich leicht verwundernd, reizbar, erstaunlich’. wundern Vb. ‘in Erstaunen versetzen’, reflexiv ‘erstaunt sein’, ahd. wuntarōn (8. Jh.), mhd. wundern, auch ‘Wunder vollbringen’. verwundern Vb. ‘in Erstaunen versetzen’, reflexiv ‘staunen’, mhd. verwundern ‘sich ganz wundervoll zeigen, staunen, bewundern, in Erstaunen versetzen’, auch ‘aufhören, sich zu wundern’.

Thesaurus

Synonymgruppe
erstaunen · ↗frappieren · für Überraschung sorgen (journal.) · in Erstaunen setzen · ↗verblüffen · ↗verdutzen · verwundern · ↗überraschen  ●  (jemanden) wundern  ugs.
Assoziationen
  • außer Fassung · ↗entgeistert · ↗fassungslos · geschockt · ↗ratlos · schockiert · ↗verständnislos · wie vom Schlag getroffen  ●  ↗(ganz) durcheinander  ugs., fig. · (ganz) von den Socken  ugs. · (jemandem) bleibt die Spucke weg  ugs., fig. · (jemanden) trifft der Schlag  ugs., fig. · dazu fällt jemandem nichts mehr ein  ugs. · die Welt nicht mehr verstehen  ugs. · erstaunten Auges (humor. altertümelnd)  geh. · ↗konsterniert  geh. · ↗verdattert  ugs. · wie vor den Kopf geschlagen  ugs.
  • Erstaunen · ↗Verblüffung

Typische Verbindungen
computergeneriert

Augen Außenstehende Beobachter Desinteresse Eile Hintergrund Insider Vehemenz Zurückhaltung belustigen da daher darüber deshalb deswegen einigermaßen es höchlich insofern kaum keineswegs nicht sehr so sonderlich weiter wenig wiederum zunächst zuweilen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verwundern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Deshalb verwundert der raue Ton, den er in den vergangenen Tagen angeschlagen hat, nicht wirklich.
Die Welt, 11.01.2003
Denn der Idiot, naiv, schaut dem Treiben erstmal verwundert durchs Fenster zu.
Der Tagesspiegel, 28.06.2000
Er war wütend geworden mitten in der Nacht, weil es so weh tat, das Bein wieder zum Leben zu bringen, jetzt war er nur verwundert.
Delius, Friedrich Christian: Ein Held der inneren Sicherheit, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1981, S. 135
Daher verwundert auch nicht, wenn die in dem Feld Tätigen zunächst und zumeist versuchen, die Probleme selbst zu lösen.
Hoyos, Carl Graf: Angewandte Psychologie. In: Asanger, Roland u. Wenninger, Gerd (Hgg.) Handwörterbuch Psychologie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1980], S. 150
Ich sehe sie verwundert an und bemerke, daß ich aber wirklich nicht garantieren könne, daß ich immer aufwachen würde.
Viersbeck, Doris: Erlebnisse eines Hamburger Dienstmädchens. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 8118
Zitationshilfe
„verwundern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/verwundern>, abgerufen am 19.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
verwunderlich
verwunden
Verwundbarkeit
verwundbar
verwühlen
Verwunderung
Verwundete
Verwundetenabzeichen
Verwundetenaustausch
Verwundetentransport