verwandeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-wan-deln (computergeneriert)
Wortbildung mit ›verwandeln‹ als Erstglied: ↗Verwandlung · ↗verwandelbar  ·  mit ›verwandeln‹ als Letztglied: ↗Formverwandlung · ↗Rückverwandlung · ↗anverwandeln · ↗zurückverwandeln
eWDG, 1977

Bedeutung

etw., jmdn. verwandelneiner Sache, jmdm. eine andere Gestalt, ein anderes Aussehen geben, etw., jmdn. (völlig) ändern
Beispiele:
der Frühling wird bald wieder die Landschaft verwandeln
die Freude hat ihn ganz verwandelt
nach der Kur fühlte sie sich, war sie wie verwandelt
sie war jetzt ein völlig verwandelter Mensch
er stand ihr als ein Verwandelter gegenüber
nach diesem Erlebnis hat er sich ganz verwandelt
Ballspiel M verwandelte die Vorlage von H in ein Tor (= M schoss den ihm von H zugespielten Ball ins Tor)
Ballspiel er verwandelte (die Vorlage) zum 1:0
Ballspiel B verwandelte unhaltbar
Ballspiel ein verwandelter Elfmeter
Theater sich verwandeln
Beispiel:
das Bühnenbild verwandelt sich (= wird umgebaut)
etw., jmdn. in etw., jmdn. verwandeln
Beispiele:
der Regen hat die ausgetrockneten Wiesen in grünes Weideland verwandelt
Flüssigkeit in Dampf verwandeln
das Haus war durch die Explosion in ein Trümmerfeld verwandelt
im Märchen werden oft Menschen in Tiere und Tiere in Menschen verwandelt
sich in etw. verwandeln
Beispiel:
die leichte Brise verwandelte sich schnell in einen Sturm
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wandeln · Wandel · Wandlung · verwandeln · Wandelstern
wandeln Vb. ‘(sich) ändern, langsam gehen, hin und her gehen’, ahd. wantalōn ‘(sich) hin und her wenden, sich mit etw. abgeben, mit jmdm. verkehren, handeln, ändern, verwandeln’ (8. Jh.), mhd. wandeln ‘rückgängig machen, tauschen, wechseln, ändern, wenden, gerichtlich verhandeln, Ersatz leisten, tadeln, strafen’, intransitiv ‘wandern, reisen, gehen’, asächs. wandlon, mnd. mnl. wandelen ‘verändern, verkehren, gehen’, nl. wandelen ‘spazierengehen’, afries. wandelia ‘wandeln, verändern’ ist eine Iterativbildung zu einem in ahd. wantōn ‘wenden, verwandeln, sich ändern’ (8. Jh.), mhd. wanten ‘drehen’, aengl. wandian ‘zaudern, zurückschrecken, ablassen’ belegten Verb, das ablautend zu den unter ↗wenden und ↗winden (s. d.) behandelten Verben steht. Als Ausgangsbedeutung für das Iterativum ist ‘wiederholt wenden, hin und her wenden’ anzusetzen, woraus in übertragenem Sinne (mhd.) ‘hin und her überlegen, gerichtlich verhandeln’. Aus der intransitiven Gebrauchsweise ‘sich hin und her wenden’ entwickelt sich bereits im Ahd. ‘sich mit etw. abgeben, befassen, mit jmdm. verkehren’ (vgl. handeln und wandeln ‘verkehren’, bis ins 18. Jh.) einerseits und im 14. Jh. ‘gehen, wandern, reisen’ andererseits, so daß daraufhin wandeln semantisch mit ↗wandern übereinstimmen kann. Luther unterscheidet in seiner Bibelübersetzung wandeln ‘auf kleinerem Raum hin und her gehen’ von wandern ‘eine größere Strecke zurücklegen’. wandeln wird durch Klopstock im Sinne von ‘eine kurze Strecke hin und her spazieren’ wieder belebt. Die Bedeutung ‘ändern’ (bereits im Ahd. auch ‘wechseln, tauschen’) ist als ‘in eine andere Richtung wenden’ zu verstehen. Wandel m. ‘Veränderung, Verkehr, Lebensführung’, ahd. wantal ‘Verkehr, Umgang’ (9. Jh.), mhd. wandel ‘Rückgang, Änderung, Tausch, Wandelbarkeit, Makel, Fehler, Tadel, Ersatz, Buße, Umgang, Verkehr, Gang, Lebensführung’, aus dem Verb rückgebildet. Handel und Wandel ‘kaufmännischer Handel und Verkehr’ (17. Jh.). Wandlung f. ‘Veränderung’, ahd. wantalunga ‘das Hinundherbewegen, Verkehr, Veränderung’ (um 800), mhd. wandelunge ‘Änderung, Tausch, Wechsel, gerichtliche Verhandlung, Verzichtleistung, Gebrechen, Fehler, Gang, Lebenswandel, Umgang, Verkehr’. verwandeln Vb. ‘verändern’, ahd. firwantalōn (8. Jh.), mhd. verwandeln. Wandelstern m. ‘Planet’ in poetischer Umschreibung (Ende 17. Jh.), danach von Puristen als Ersatzwort empfohlen.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) verlagern · ↗(sich) verschieben · (sich) verwandeln · ↗wechseln
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) verwandeln · ↗(sich) verändern · (sich) wandeln · ↗(sich) ändern · ↗mutieren · ↗wechseln
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • der Herkunft nach · ↗eigentlich · ↗ursprünglich · vom Herkommen · von Haus(e) aus · von der Familie her
Synonymgruppe
konvertieren · ↗transformieren · ↗umformen · ↗umgestalten · ↗umwandeln · verwandeln · ↗überführen
Synonymgruppe
bezaubern · ↗verhexen · verwandeln (in) · ↗verwünschen · ↗verzaubern
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bühne Elfer Elfmeter Energie Festung Foulelfmeter Freistoß Freiwurf Gold Landschaft Matchball Minute Nacht Penalty Regen Rutschbahn Schlachtfeld Strafstoß Strom Stunde Tollhaus Wesen Wüste allmählich anverwandeln eiskalt plötzlich sicher unversehens zurückverwandeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verwandeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wird er die vorerst noch laue Unterstützung konkurrierender Gruppen in aktive Unterstützung für seine Politik verwandeln?
Die Zeit, 14.02.2005, Nr. 07
Es verwandelt sich von einem hässlichen in einen wunderschönen Park.
Der Tagesspiegel, 06.10.2003
Sie ist völlig verwandelt, so hingebungsvoll wie nie zu unseren besten Zeiten.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 151
Die Straße war immer wieder in lange Seen verwandelt, in die wir todesmutig hineinfuhren, ohne ihre Tiefe zu kennen.
Grzimek, Bernhard: Kein Platz für wilde Tiere, Köln: Lingen [1973] [1954], S. 107
Sie hatte nicht nur ihn verwandelt, sie hatte auch das Mädchen verwandelt, auch das Mädchen war eine andere geworden.
Koeppen, Wolfgang: Tauben im Gras. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1951], S. 173
Zitationshilfe
„verwandeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/verwandeln>, abgerufen am 20.06.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
verwandelbar
verwamsen
Verwaltungszweig
Verwaltungszwang
Verwaltungszustellung
Verwandlung
verwandlungsfähig
Verwandlungsfähigkeit
Verwandlungskünstler
Verwandlungsszene