verulken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-ul-ken (computergeneriert)
Wortbildung mit ›verulken‹ als Erstglied: ↗Verulkung
eWDG, 1977

Bedeutung

jmdn., etw. verulkensich über jmdn., etw. lustig machen, jmdn., etw. verspotten
Beispiele:
die Gewohnheiten eines Kleinbürgers verulken
willst du mich (damit) verulken?
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ulk · ulken · verulken · ulkig
Ulk m. ‘lärmender Spaß, lustiger Unfug’, seit dem 17. Jh. bezeugtes, in nd. und md. Mundarten heimisches, dann durch die Studentensprache im 19. Jh. im oben angeführten Sinne bekannt gewordenes Substantiv, vgl. mnd. ulk ‘Lärm, Unruhe, Händel’. Es ist, wie vielleicht auch norw. (mundartlich) alka ‘Händel anfangen’, schwed. (mundartlich) ulka ‘girren, keifen’, eine Bildung lautnachahmenden Ursprungs. ulken Vb. ‘Ulk machen, spaßen’, verulken Vb. ‘verspotten, veralbern’ (beide 19. Jh.). ulkig Adj. ‘spaßig, komisch, lustig, seltsam’ (2. Hälfte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemanden) aufziehen (mit) · (jemanden) hochnehmen (mit) · ↗(jemanden) veralbern · (jemanden) verulken · (seine) Späße treiben (mit)
Assoziationen
  • (einen) Scherz machen (über) · (jemandem) ins Gesicht lachen · (sich) auf jemandes Kosten amüsieren · (sich) ein Lachen kaum verkneifen können (angesichts) · (sich) lustig machen (über) · (sich) mokieren (über) · Scherze treiben mit · Witze machen (über) · ↗auslachen · ins Lächerliche ziehen · lächerlich machen · seinen Spaß haben (mit/bei) · ↗spotten (über) · ↗verlachen · ↗witzeln · zum Gespött machen  ●  Späße treiben (mit)  veraltend · ↗verspotten  Hauptform · (jemandem) eine lange Nase drehen  ugs., fig. · (jemandem) eine lange Nase machen  ugs., fig. · (sich) belustigen (über)  geh. · Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.  geh., Sprichwort · durch den Kakao ziehen  ugs., fig. · ↗frotzeln (über)  ugs. · ↗verhohnepiepeln  ugs.
  • hänseln · ↗necken · ↗plagen · ↗quälen · ↗sticheln · ↗traktieren · zu schaffen machen · ↗zusetzen  ●  zwicken und zwacken  fig. · auf die Schippe nehmen  ugs. · ↗aufziehen  ugs. · ↗piesacken  ugs. · ↗triezen  ugs. · utzen  ugs. · ↗uzen  ugs. · ↗vexieren  geh., veraltet · ↗ärgern  ugs.
  • (jemandem) ein X für ein U vormachen · ↗foppen · ↗narren · ↗nasführen · ↗täuschen · zum Besten haben · zum Besten halten · zum Narren halten  ●  (jemanden etwas) glauben machen  Hauptform · ↗(jemandem etwas) weismachen  ugs. · (jemandem) einen Bären aufbinden  ugs. · (mit jemandem) sein(e) Spielchen treiben  ugs. · an der Nase herumführen  ugs. · ↗anführen  ugs. · ↗anmeiern  ugs. · ↗anschmieren  ugs. · auf den Arm nehmen  ugs., fig. · auf die Rolle nehmen  ugs. · auf die Schippe nehmen  ugs. · ↗aufziehen  ugs. · ↗einseifen  ugs. · für dumm verkaufen  ugs. · ↗hochnehmen  ugs. · ↗hopsnehmen  ugs. · ↗verarschen  derb · ↗verdummbeuteln  ugs. · verdummdeubeln  ugs. · ↗vergackeiern  ugs. · verkaspern  ugs. · ↗verkohlen  ugs. · ↗verladen  ugs. · vernatzen  ugs., regional · ↗verschaukeln  ugs. · ↗verscheißern  derb · ↗veräppeln  ugs.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man rauft sich, man zupft sich, man verulkt sich gegenseitig.
Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 05.03.1921
Wegen dieses Titels wurde er vom Verwalter zwar oft genug verulkt.
Rehbein, Franz: Das Leben eines Landarbeiters. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 44870
Der Film verulkt Horror-Filme wie "Saw", in dem menschliche Beine abgesägt werden.
Bild, 19.04.2006
Er begnügte sich von da an, die bayrische Justiz mit einer gewissen träg bösartigen Jovialität zu verulken.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 103
Vor genau zehn Jahren hatte deren Herausgeber ihn als »rote Primadonna« verulkt.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1909
Zitationshilfe
„verulken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/verulken>, abgerufen am 16.10.2019.

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