vertrocknen

GrammatikVerb · vertrocknet, vertrocknete, ist vertrocknet
Aussprache
Worttrennungver-trock-nen
Grundformtrocknen
eWDG, 1977

Bedeutung

trocken werden, austrocknen
Beispiele:
infolge der anhaltenden Hitze ist der Boden, sind die Wiesen, die Beeren an den Sträuchern vertrocknet
die Blumen waren am Vertrocknen, seine Kehle war ganz vertrocknet (= ausgedörrt)
oft im Part. Prät.
Beispiele:
die vertrocknete Erde
ein vertrockneter (= abgestorbener) Ast, Baum
ein vertrockneter (= versiegter) Brunnen
ein vertrocknetes (= runzeliges) Gesicht
übertragen
Beispiel:
ein vertrockneter (= verknöcherter) Junggeselle
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trocken · dröge · trocknen · austrocknen · vertrocknen
trocken Adj. ‘frei von Feuchtigkeit, dürr, sachlich, langweilig’, ahd. truckan (8. Jh.), mhd. trucken, asächs. drokno führen auf einen alten (mit nu-Suffix gebildeten) u-Stamm (germ. *druknu-, mit aus g verschärftem k vor n). Daneben stehen ablautend die ja-Stämme nd. dröge Adj. mnd. drȫge, mnl. drōghe, dröghe, nl. droog (germ. *draugja-) und mnd. drǖge, drȳge, mnl. drūghe, aengl. drȳge, engl. dry (germ. *drūgja-). Verwandt ist vielleicht anord. draugr ‘(Baum)stamm’, falls eigentlich ‘trockener Stamm’. Außergerm. Beziehungen gelten als ungesichert, so daß de Vries Nl. 139 Herkunft aus einer Substratsprache vermutet. Im Nhd. stehen bis ins 18. Jh. trucken und trocken nebeneinander; die sich durchsetzende o-Form entspricht md. westobd. Gebrauch. trocknen Vb. ‘trocken machen, trocken werden’, hervorgegangen aus zwei ursprünglich verschiedenen Verben, und zwar aus intransitivem ahd. irtruckanēn (8. Jh.), mhd. truck(en)en ‘trocken werden’ und faktitivem transitivem ahd. truckanen (um 1000), mhd. trück(en)en ‘trocken machen’. Im Nhd. entsteht in Anlehnung an das Adjektiv sowohl intransitives wie transitives trucknen und trocknen, bis auch hier die o-Form allgemein wird. austrocknen Vb. ‘völlig trocken werden, völlig trocken machen’ (2. Hälfte 15. Jh.). vertrocknen Vb. ‘trocken werden, durch Trockenheit absterben’, mhd. vertruckenen, bis ins 19. Jh. gelegentlich auch transitiv.

Thesaurus

Synonymgruppe
ausdorren · ↗ausdörren · ↗austrocknen · ↗dehydrieren · ↗verdorren · vertrocknen
Assoziationen
  • Wasser  Hauptform · Aqua  fachspr., lat. · H2O  fachspr., Abkürzung · H₂O  fachspr., Abkürzung · ↗Nass  geh. · Quell des Lebens  geh., poetisch · blaues Gold  geh., literarisch · das nasse Element  geh., literarisch · kostbares Nass  geh.
Synonymgruppe
absterben (Pflanzen) · ↗verdorren · vertrocknen  ●  ↗eingehen (Pflanzen)  Hauptform · ↗kaputtgehen  ugs.
Assoziationen
  • (die) Augen für immer schließen · (jemandem) schlägt die Stunde · (jemandes) letztes Stündlein hat geschlagen · ↗ableben · das Zeitliche segnen · den Tod erleiden · ↗erlöschen · in den letzten Zügen liegen · in die ewigen Jagdgründe eingehen · sein Leben aushauchen · sein Leben lassen · seinen Geist aushauchen · ↗verdämmern · ↗verscheiden · ↗versterben · ↗wegsterben  ●  (die) Reihen lichten sich  fig. · ↗abtreten  fig. · aus dem Leben scheiden  fig. · ↗dahinscheiden  verhüllend · ↗davongehen  fig. · ↗entschlafen  fig., verhüllend · ↗fallen  militärisch · ↗gehen  verhüllend · sanft entschlafen  verhüllend, fig. · seinen letzten Gang gehen  fig. · ↗sterben  Hauptform · uns verlassen  verhüllend · von der Bühne des Lebens abtreten  fig. · von uns gehen  fig. · über die Klinge springen (lassen)  salopp · (den) Arsch zukneifen  vulg., fig. · (den) Löffel abgeben  ugs., fig., salopp · (den) Weg allen Fleisches gehen  geh. · (seine) letzte Fahrt antreten  ugs., fig. · ↗dahingehen  geh., verhüllend · dahingerafft werden (von)  ugs. · den Geist aufgeben  ugs. · die Hufe hochreißen  derb, fig. · dran glauben (müssen)  ugs. · in die Grube fahren  ugs., fig. · ins Gras beißen  ugs., fig. · seinen Geist aufgeben  ugs. · vor seinen Richter treten  geh., fig. · vor seinen Schöpfer treten  geh., fig.
  • degenerativ · vergehend

Typische Verbindungen
computergeneriert

Acker Bach Baum Blatt Blume Blüte Dürre Ernte Feld Felder Fluß Frucht Garten Getreide Gras Hitze Mais Pflanze Rose Saat Sonne Wiese Wurzel langsam regelrecht sonst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›vertrocknen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vertrocknet auch noch der Mais, müssen viele Betriebe Futter zukaufen.
Süddeutsche Zeitung, 01.08.2003
Erstens wären die Bäume vertrocknet, und zweitens konnten sie gar nicht anders.
Die Zeit, 06.05.2002, Nr. 18
Jetzt, Ende August, war die Landschaft völlig ausgedörrt und vertrocknet.
Jentzsch, Kerstin: Ankunft der Pandora, München: Heyne 1997 [1996], S. 416
Die Bakterienblattflecken zeigen sich als anfangs durchscheinende, später grau bis braun gefärbte Flecken auf den Blättern, welche verfaulen oder vertrocknen.
o. A.: Ratgeber für den Feingemüsebau im Freiland, Berlin: VEB Dt. Landwirtschaftsverl 1962, S. 451
Es prickelte auf ihrer Haut, dörrte ihre Kehlen aus und vertrocknete ihre Zungen.
Aichinger, Ilse: Die größere Hoffnung, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1966 [1948], S. 197
Zitationshilfe
„vertrocknen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/vertrocknen>, abgerufen am 12.11.2019.

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