verträumen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-träu-men (computergeneriert)
Grundformträumen
Wortbildung mit ›verträumen‹ als Grundform: ↗Verträumtheit
eWDG, 1977

Bedeutung

eine Zeit mit Träumen verbringen
Beispiele:
du hast die ganze Zeit verträumt
nach neueren Untersuchungen verträumen wir etwa 20% unseres Schlafes
meist im Part. Prät.
verträumtträumerisch, versonnen
Beispiele:
ein verträumtes Kind
sie hatte verträumte Augen, ein verträumtes Lächeln
er sah verträumt in die Ferne, in die Flammen
ein verträumtes (= stilles, abgelegenes) Landstädtchen, Fischerdorf
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Traum · träumen · Träumer · träumerisch · verträumen · verträumt
Traum m. ‘im Schlaf auftretende Vorstellung, sehnlicher Wunsch’, ahd. (9. Jh.), mhd. troum, asächs. mnd. drōm, mnl. nl. droom, mengl. drēm, engl. dream, anord. draumr, schwed. dröm setzt germ. *drauma- aus *draugma- ‘nicht wirkliches Bild, Trugbild’ voraus (vgl. ahd. gitrog, asächs. gidrog ‘Erscheinung, Trugbild’), eine Bildung mit dem Suffix ie. -ma- zu ie. *dhreugh- ‘trügen, listig schädigen’ (s. ↗trügen). träumen Vb. ‘einen Traum, Träume haben, sich Wunsch-, Phantasievorstellungen hingeben’, ahd. troumen (um 1000), mhd. troumen, tröumen, mnd. drȫmen, mnl. drōmen, droemen, nl. dromen, engl. to dream, anord. dreyma, schwed. drömma. Träumer m. ‘wer seinen Gedanken, Phantasien nachhängt’, selten ‘wer im Schlaf (häufig) träumt’, ahd. troumāri (11. Jh.), mhd. troumære. träumerisch Adj. ‘in Gedanken versunken, verträumt, versonnen’ (18. Jh.). verträumen Vb. ‘eine Zeit träumend verbringen’ (17. Jh.); oft verträumt Part.adj. ‘träumerisch, versonnen, abseits vom lauten Getriebe, idyllisch’ (18. Jh.).

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn Amir ist nicht nach seinem Sinne geworden, zu verträumt, zu weich, zu nachdenklich.
Die Zeit, 28.01.2008, Nr. 04
Jetzt spielt es schon ein ganzes Jahrhundert ", sagt sie verträumt.
Die Welt, 24.03.2000
Als Abend geworden war, saß Kuno Kohn verträumt in seinem Zimmer.
Lichtenstein, Alfred: Der Sieger. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 35660
Seine großen Augen blickten verträumt dem blauen Rauch seiner Zigarette nach.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 284
Yussuf aber, als er seinen Namen nennen hörte, lächelte verträumt.
Niebelschütz, Wolf von: Der blaue Kammerherr, Stuttgart u. a.: Dt. Bücherbund [1991] [1949], S. 346
Zitationshilfe
„verträumen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/verträumen>, abgerufen am 23.07.2019.

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