verteilen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-tei-len (computergeneriert)
Grundformteilen
Wortbildung mit ›verteilen‹ als Erstglied: ↗Verteiler · ↗Verteilung  ·  mit ›verteilen‹ als Letztglied: ↗umverteilen
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
etw. austeilen, mehreren Personen einen Teil von etw. geben
Beispiele:
Bonbons, Papierfähnchen, Luftballons, Eintrittskarten gratis unter, an die Kinder verteilen
Lebensmittel, Kleidung an die Opfer der Katastrophe verteilen
Flugblätter an die Passanten, Karten an die Spieler verteilen
die Lehrerin verteilte die Hefte, Zeugnisse
die Sieger wurden ausgerufen und die Preise verteilt
ein Drama mit verteilten Rollen lesen (= ein Drama gemeinsam laut lesen, wobei jeder eine bestimmte Rolle übernimmt)
übertragen
Beispiele:
er hat seine Sympathien gleichmäßig unter seine Zöglinge verteilt
Ohrfeigen an jmdn. verteilen (= jmdn. ohrfeigen)
die Rollen wurden verteilt (= jeder bekam seine Aufgabe zugewiesen)
2.
etw. (nach bestimmten Gesichtspunkten) aufteilen
Beispiele:
das Gewicht der Ladung sollte beim Transport auf alle vier Räder verteilt werden
wir werden die Kosten auf alle gleichmäßig verteilen (= alle werden sich zu gleichen Teilen an den Kosten beteiligen)
seine Kräfte richtig, sinnvoll verteilen (= einteilen)
3.
sich verteilensich über etw., besonders über eine Fläche, ausbreiten
Beispiele:
die Menschen verteilten sich über den ganzen Platz, das ganze Land
die Künstler hatten sich unter das Publikum verteilt (= gemischt)
der Rauch verteilte sich immer dichter im Raum
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Teil · teilen · Teilung · teilbar · abteilen · Abteilung · erteilen · mitteilen · Mitteilung · verteilen · teilhaftig · teils · Anteil · Anteilnahme · Gegenteil · gegenteilig · Nachteil · nachteilig · benachteiligen · Vorteil · übervorteilen · teilhaben · Teilhaber · teilnehmen · Teilnahme
Teil m. n. ‘Stück eines Ganzen, Einzelheit, Anteil’, ahd. (8. Jh.), mhd. teil m. n., asächs. dēl m., mnd. dēl m. n., mnl. nl. deel n., aengl. dǣl m., engl. deal, got. dails f. sowie ahd. teila f. ‘Teilung’ (9. Jh.), mhd. teile f. ‘Teilung, Zugeteiltes’, anord. deila f. ‘Teilung, Zwiespalt, Streit’, got. daila f. ‘Teilnahme’ (germ. *dail- mit unterschiedlicher Stammbildung) und aslaw. dělъ ‘Teil’, russ. (älter) del (дел) ‘Teilung’ sind Bildungen mit l-Suffix, die mit lit. dailýti ‘teilen’ zusammenstimmen. Weitere Verknüpfungen bleiben unsicher. Zu einer Wurzel ie. *dā(i)-, *dī̌- ‘teilen, zerschneiden, zerreißen’? Oder stammt der germ.-baltoslaw. Ausdruck aus einer Substratsprache? teilen Vb. ‘ein Ganzes in Einzelstücke zerlegen’, ahd. teilen, teilōn (8. Jh.), mhd. teilen, asächs. dēlian, mnd. mnl. dēlen, deilen, nl. delen, aengl. dǣlan, engl. to deal, anord. deila, got. dailjan, Bildung zum Substantiv; dazu Teilung f. ahd. teilunga (um 900), mhd. teilunge, und teilbar Adj. ‘so beschaffen, daß man es teilen kann’ (15. Jh.). abteilen Vb. ‘einteilen, trennen, absondern’, mhd. abeteilen ‘(gerichtlich) aberkennen, vermögensrechtlich abfinden, einen Teil von einem Ganzen trennen’; vgl. got. afdailjan ‘ein Zehntel abgeben’. Abteilung f. ‘Abtrennung, Loslösung, Abschnitt, Teil eines Ganzen’, (militärisch) ‘Gliederungseinheit der Truppe’, auch ‘Bereich der Verwaltung und Arbeitsorganisation’ (18. Jh.), mhd. abeteilunge ‘Abtrennung, Loslösung’, frühnhd. ‘Erbteilung’ (16. Jh.), auch ‘Eisenbahnabteil’ (2. Hälfte 19. Jh.), s. ↗Abteil. erteilen Vb. ‘(auf Grund einer Verfügungsgewalt eine Aufgabe, eine Berechtigung) zuteil werden lassen’, ahd. irteilen ‘Recht zuteilen, ein Urteil aussprechen, einen Rat, Befehl geben’ (8. Jh.), mhd. erteilen ‘ein Urteil sprechen, richten, verurteilen, als Urteil zuerkennen, teilen’. Dazu ↗Urteil, s. d. mitteilen Vb. ‘etw. wissen lassen, benachrichtigen, anvertrauen’, mhd. miteteilen ‘Rat geben, etw. mit jmdm. teilen, jmdm. zukommen lassen, übergeben’; Mitteilung f. ‘Nachricht, Meldung, Benachrichtigung, Bekanntgabe’ (16. Jh.). verteilen Vb. ‘(ein Ganzes in einzelnen Stücken) ausgeben’, ahd. firteilen ‘des Anteils berauben, verurteilen’ (10. Jh.), mhd. verteilen ‘ver-, zerteilen, bei einer Teilung übergehen, enterben, den Anteil absprechen, eines Anteils berauben, durch Urteil absprechen, verurteilen, verdammen, verfluchen, verwünschen’. teilhaftig Adj. ‘Anteil habend’, mhd. teilhaftic, teilheftic. teils Adv. ‘teilweise, zum Teil’ (17. Jh.), aus der genitivischen Fügung mhd. eines teiles, frühnhd. (eines) theils ‘zum Teil, einige’, wohl entstanden aus Verbindungen, in denen Teil als Ergänzung zum Verb auftritt. Anteil m. ‘zustehender, zufallender Teil, innere Anteilnahme, Beteiligung’, mhd. anteil; die übertragene Bedeutung ‘Mitgefühl’, besonders in der Wendung Anteil nehmen, entsteht im 18. Jh.; dazu Anteilnahme f. ‘(innere) Beteiligung, Mitgefühl’ (19. Jh.). Gegenteil n. ‘den Gegensatz zu etw. anderem Darstellendes’, mhd. gegenteil ‘Gegenpartei im Rechtsstreit’; im heutigen verallgemeinerten Sinne seit dem 16. Jh.; gegenteilig Adj. (16. Jh.). Nachteil m. ‘Umstände, die jmdn. beeinträchtigen, jmdm. schaden’ (15. Jh.), als Gegenwort zu älterem Vorteil, s. unten; nachteilig Adj. (15. Jh.).; benachteiligen Vb. ‘zurücksetzen, nicht das gleiche zugestehen’ (16. Jh.). Vorteil m. ‘günstiger Umstand, Gewinn, Nutzen’, ahd. forateila f. ‘Belohnung, Zuteilung’ (8. Jh.), mhd. vorteil m. n. ‘Teil voraus, Vorausempfang, Vorrecht’, mnd. vordēl n.; übervorteilen Vb. ‘Vorteil über jmdn. erringen, überlisten, betrügen’ (15. Jh.). teilhaben Vb. ‘beteiligt sein, teilnehmen’, ahd. teil habēn (8. Jh.), mhd. teil haben; Teilhaber m. ‘Mitberechtigter an Eigentum, besonders Geschäftseigentum’ (Anfang 18. Jh.), Kompagnon verdrängend. teilnehmen Vb. ‘sich beteiligen, mitmachen, mitempfinden, mitfühlen’, ahd. teil neman (8. Jh.), mhd. teil nemen; Teilnahme f. ‘Beteiligung, das Beteiligtsein, Mitgefühl’ (18. Jh.), älter Teilnehmung.

Thesaurus

Synonymgruppe
auftragen · ↗verschmieren · verteilen
Synonymgruppe
austeilen · verteilen · ↗zumessen · ↗zuordnen · ↗zuteilen
Synonymgruppe
ausgeben · ↗aushändigen · ↗ausrüsten · ↗bereitstellen · ↗liefern · verteilen · ↗zuteilen
Assoziationen
Synonymgruppe
abgeben · ↗austeilen · unter die Leute bringen · unters Volk bringen · verteilen
Assoziationen
Synonymgruppe
verbreiten (unter) · verteilen (unter)  ●  disseminieren  veraltet
Synonymgruppe
distribuieren · ↗publizieren · verfügbar machen · verteilen
Militär
Synonymgruppe
dislozieren · verteilen
Synonymgruppe
nicht zusammenbleiben  ●  (sich) verteilen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(an die Haushalte) verteilen · ↗austragen · ↗bringen · ↗herumbringen · ↗zustellen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufgabe Bedürftige Broschüre Dividende Exemplar Fell Flugblatt Flyer Geld Geschenk Gewicht Handzettel Karte Last Lebensmittel Note Reichtum Rest Risiko Rolle Schlüssel Schulter Stadtgebiet Standort Wohltat Zettel gerecht gleichmäßig kostenlos umverteilen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verteilen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer an der Regierung bleibt, hat immer was zu verteilen.
Die Zeit, 10.08.2009, Nr. 32
Die Äste sind nicht symmetrisch verteilt oder die Abstände zwischen ihnen sind zu groß.
Der Tagesspiegel, 05.12.2004
Wie verteilen sich diese 36 Stunden auf die einzelnen Fächer?
Kursbuch, 1971, Bd. 24
Der Antrag wurde angenommen, und alle verteilten sich rasch in die Stuben.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1930], S. 443
In den romanischen Gebieten verteilt man sich zwischen die Romanen.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Zweiter Teil: Die Germanen, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1921], S. 22184
Zitationshilfe
„verteilen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/verteilen>, abgerufen am 17.10.2019.

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